Autofahren bei Glatteis: So kommen Sie nicht ins Rutschen!

Wie Sie auch bei glattem Untergrund das Fahrzeug unter Kontrolle behalten

Autofahren bei Glatteis kann gefährlich sein, wenn Sie Ihren Fahrstil nicht anpassen.

Autofahren bei Glatteis kann gefährlich sein, wenn Sie Ihren Fahrstil nicht anpassen.

Der Winter ist bei vielen Autofahrern nicht gerade die beliebteste Jahreszeit. Dunkelheit und Schneegestöber können die Sicht stark verschlechtern. Und auch das Autofahren bei Glatteis stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar.

Natürlich sollten Sie bei Wintereinbruch bereits die richtigen Reifen auf den Felgen tragen und damit rechtzeitig Ihr Auto winterfest machen. Das Profil von Winterreifen besteht aus zahlreichen Lamellen, welche auf Schnee und Eis einen besseren Halt garantieren. Allerdings können Sie auch mit solchen Reifen immer noch ins Rutschen geraten.

Wie erkennen Sie Glatteis rechtzeitig? Was müssen Sie beachten, wenn die Fahrbahnen eisglatt sind? Und wie vermeiden Sie es, dort ins Rutschen zu geraten? Das erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wann kann es zu Glatteis kommen?

Zum Autofahren bei Glatteis kommt es meistens dann, wenn sich bei positiven Temperaturen Pfützen auf der Fahrbahn gebildet haben, die zu Eis gefrieren, sobald die Temperaturen unter null Grad sinken. Besonders großflächige Eisschichten können sich bilden, wenn Schnee auf der Straße auftaut und das Schmelzwasser durch einen plötzlichen Kälteeinbruch wieder gefriert.

Autofahren bei Glatteis kann besonders auf schattigen Waldstrecken ein Problem werden.

Autofahren bei Glatteis kann besonders auf schattigen Waldstrecken ein Problem werden.

Viele neuere Autos schlagen Glatteis-Alarm, wenn die Außentemperatur unter einen bestimmten Wert sinkt, der meist zwischen drei und fünf Grad Celsius liegt. Solche Temperaturen sind jedoch kein sicherer Indikator dafür, dass die Straße auch wirklich glatt ist. Es kann sein, dass für Glatteis die Feuchtigkeit fehlt. Andererseits kann sich auch bei positiven Temperaturen gefährliches Blitzeis bilden, wenn das Wasser vom Regen oder Nebel auf eine Fahrbahn trifft, die sich stark abgekühlt hat.

Wo besteht ein erhöhtes Risiko für Glatteis?

Besondere Vorsicht ist auf Brücken angebracht. Dort wird die Fahrbahn durch kalte Luft sowohl von der Ober- als auch von der Unterseite her abgekühlt, sodass die Entstehung von Eis dort noch wahrscheinlicher ist als anderswo. Auch Straßen, die durch schattige Wälder führen, sind generell kühler und damit anfälliger für Eisbildung.

Das Verkehrsschild Nummer 145-53 weist Autofahrer mit seiner Schneeflocke darauf hin, dass auf diesen Streckenabschnitten ein erhöhtes Risiko für eine glatte Fahrbahn besteht. Es ist seit 2013 nicht mehr offizieller Teil der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), lässt sich allerdings immer noch am Straßenrand finden.

In Zukunft soll es bessere Glatteis-Warnsysteme geben: Ab diesem Winter können sich bestimmte Modelle der Marke Volvo gegenseitig vor Glatteis warnen. Wenn ein Auto eine glatte Stelle entdeckt, gibt es diese Information in eine zentrale Daten-Cloud, auf die auch andere Autos zugreifen können (Automobil Industrie, 11.10.2016).

Geschwindigkeitsüberschreitung bei Glatteis

Bei Glatteis zu schnell zu fahren, ist besonders gefährlich, da Sie schnell riskieren, die Kontrolle über Ihr Fahrzeug zu verlieren. Aus dem Grund sind die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen bei winterlichen Straßenverhältnissen auch höher als sonst. Die genaue Höhe der Bußgelder, Punkte und Fahrverbote für Geschwindigkeitsüberschreitungen bei Glatteis können Sie der nachfolgenden Infografik entnehmen:

Die Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung können im Winter höher ausfallen.

Die Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung können im Winter höher ausfallen.

Wie sollte ich mich beim Autofahren bei Glatteis verhalten?

Autofahren bei Glätte kann tückisch sein und sorgt jeden Winter für zahlreiche Unfälle und sogar Massenkarambolagen. Wenn Glatteisgefahr besteht und Sie dennoch mit dem Auto fahren müssen, sollten Sie Folgendes beachten:

    • Wenn es unbedingt nötig ist, dass Sie sich hinters Steuer setzen, sollten Sie bei Gefahr für Glatteis langsamer fahren und mehr Abstand halten als sonst, weil die Bremswege bei Glätte deutlich länger sind. Ein doppelter Abstand als bei normaler Witterung ist dabei eine gute Faustregel.
    • Glatteis können Sie oft daran erkennen, dass die Straße glänzt. Dies ist jedoch nicht immer der Fall: Gerade Blitzeis lässt sich mit den Augen oft nicht sehen.
    • Auch wenn die Fahrzeuge vor Ihnen plötzlich ohne erkennbaren Grund die Geschwindigkeit verringern, kann es sein, dass dort eine glatte Stelle auf Sie wartet.
Autofahren bie Glatteis funktioniert mit Winterreifen besser als mit Sommerprofil.

Autofahren bie Glatteis funktioniert mit Winterreifen besser als mit Sommerprofil.

  • Behutsam das Gaspedal zu bedienen, ist eine wichtige Regel für das Autofahren bei Glatteis. Wenn Sie zu schnell Gas geben oder plötzlich mit dem Fuß vom Pedal gehen, besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug ausbricht.
  • Auch beim Bremsen sollten Sie aufpassen. Wenn Ihr Auto ein Anti-Blockier-System (ABS) hat, dann müssen Sie das Bremspedal voll durchtreten, damit dies richtig funktioniert. Autos ohne ABS hingegen werden auf glattem Untergrund zum Stehen gebracht, indem die Bremse mehrmals hintereinander vorsichtig betätigt und wieder gelöst wird. Dazu sollten Sie das Getriebe auskuppeln. Bei einer Vollbremsung auf Glatteis blockieren die Räder und das Auto gerät sofort ins Schleudern.
  • Beim Lenken sollten Sie das Lenkrad nur langsam bewegen, um ein Ausbrechen des Wagens zu verhindern. Sie können auf glattem Untergrund außerdem schnell das Gefühl dafür verlieren, in welcher Position sich die Räder im Moment eigentlich befinden.
  • Gerät Ihr Auto trotz aller Vorsicht ins Schleudern und sehen Sie, dass es unausweichlich zu einer Kollision kommen wird, sollten sich alle Insassen möglichst aufrecht in den Sitz pressen. So können Verletzungen zum Teil vermieden werden.
  • Autofahren bei Glatteis kann auch schon beim Anfahren an einer Steigung zum Problem werden. Wenn es hierbei Probleme gibt, kann es helfen, das Gewicht des Autos in Richtung der Antriebsachse zu verlagern.
Ein Electronic-Stability-Control-Programm (ESC) (zu Deutsch: Elektronische Stabilitätskontrolle) sorgt dafür, dass die Bremskraft auf die einzelnen Räder so verteilt wird, dass das Fahrzeug nicht ins Schleudern gerät.
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