Was ist Aquaplaning eigentlich? Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr

Von Jana, letzte Aktualisierung am: 15. Mai 2019

Drohende Rutschpartie ganz ohne Eis oder Schnee

Spinning in the Rain: Was ist Aquaplaning und wie verhalten Sie sich beim Aufschwimmen der Reifen richtig?

Spinning in the Rain: Was ist Aquaplaning und wie verhalten Sie sich beim Aufschwimmen der Reifen richtig?

Bei kalten Temperaturen sind die meisten Kraftfahrzeugfahrer darauf vorbereitet, dass es an der einen oder anderen Stelle glatt werden könnte. Sie stellen sich dann im besten Fall entsprechend darauf ein und passen ihren Fahrstil entsprechend an.

Doch noch immer unterschätzen viele, dass es auch unabhängig von Minustemperaturen glatt auf den Straßen werden kann, selbst im Sommer. Neben abgefahrenen Reifen, Rollsplitt, nassem Laub und losem Untergrund kann das Auto insbesondere bei Aquaplaning ins Schleudern kommen.

Doch was ist die Aquaplaning zugrunde liegende Theorie? Und wozu genau führt Aquaplaning eigentlich?

Was bedeutet Aquaplaning? Definition der physikalischen Grundlagen

Aquaplaning meint die sogenannte Wasserglätte, die ähnlich zu Eisflächen auf der Fahrbahn die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn erheblich herabsetzt. Nasse Fahrbahnen verringern den Reibungswiderstand zwischen Reifen und Fahrbahn grundsätzlich, doch ins Schleudern geraten allein dadurch die wenigsten Fahrer.

Was ist aber beim Aquaplaning anders? Hierbei handelt es sich um einen besonderen Fahrzustand, bei dem der Reifen die Bodenhaftung verliert.

Wie entsteht Aquaplaning?

Beim Fahren über eine nasse Fahrbahn kann sich Wasser vor dem Reifen ansammeln, wenn es nicht schnell genug verdrängt und über die Reifenrillen abgeleitet werden kann. Ist die Wassermenge groß genug, kann sich diese einem Keil gleich vorne unter den Reifen schieben. Dadurch wird der Reifen gewissermaßen von der Straße gehoben und verliert durch den dickeren, unterm Reifen entstandenen Wasserfilm stärker an Bodenhaftung. So kann das Fahrzeug ins Schleudern geraten.

Aquaplaning beim Auto: In der Theorie kann es jedem passieren, sofern die richtigen Faktoren zusammentreffen.

Aquaplaning beim Auto: In der Theorie kann es jedem passieren, sofern die richtigen Faktoren zusammentreffen.

Aquaplaning meint damit nicht einfach die verringerte Reibung eines Reifens auf nasser Fahrbahn, sondern die unter besonderen Umständen bestehende Möglichkeit, dass dieser durch die Kraft des vor ihm hergeschobenen Wassers angehoben wird.

Was kann zu Aquaplaning führen? Erklärung von Einflussfaktoren

Was ist Auslöser von Aquaplaning? Es gibt unterschiedliche Faktoren, die das Auftreten von Aquaplaning insbesondere begünstigen.

Den größten Faktor bei der Entstehung von Aquaplaning stellt die Geschwindigkeit des Fahrzeugs dar. Je schneller ein Wagen fährt, desto weniger Zeit steht den Reifen zur Verfügung, um das Wasser auf der Fahrbahn über die Drainage des Reifenprofils abzuleiten oder zu verdrängen.

Doch ein zu hohes Tempo allein führt nicht automatisch auch zu Aquaplaning. Vielmehr kann das Zusammentreffen verschiedener Faktoren im Einzelfall das Aufschwimmen der Reifen begünstigen. Ein Schema F gibt es dabei nicht.

Weitere Aspekte, die die Gefahr von Wasserglätte erhöhen können, sind z. B.:

  1. Das Reifenprofil fungiert auf nasser Fahrbahn als Drainage: Über die Profilrillen wird das vom Reifendruck verdrängte Wasser aufgenommen und abgeleitet. Bei abgefahrenen Reifen können die Profilrillen diese Funktion nicht mehr optimal erfüllen.
  2. Neben Profilrillen spielt auch die Breite der Lauffläche von Reifen eine Rolle. Je größer die Lauffläche, desto größer auch die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn. Schmalere Reifen hingegen können das Risiko von Aquaplaning erhöhen.
  3. Da der Druck auf die Reifen ein entscheidender Faktor bei der Verdrängung von Wasser ist, kann insbesondere bei leichteren und kleineren Fahrzeugen die Gefahr von Aquaplaning bestehen.
Neben den technischen Faktoren spielen natürlich auch äußere Umstände eine Rolle, auf die Fahrzeugführer kaum Einfluss nehmen können. Insbesondere die Dicke des sich auf der Fahrbahn gebildeten Wasserfilms ist dabei von Bedeutung. Ergiebiger Platzregen, schlechte Ableitung von Wasser auf den Verkehrswegen und Pfützenbildung können Wasserglätte begünstigen. Aus diesem Grunde sollten Sie insbesondere bei starkem Regen die Geschwindigkeit anpassen und auf das Fahrverhalten Ihres Wagens achten.
Wozu führt Aquaplaning?

Wozu führt Aquaplaning?

Tipps: Was ist bei Aquaplaning zu tun?

Ebenso wie bei Rutschpartien bei winterlichen Straßenverhältnissen, gibt es einige Tipps, die Ihnen helfen können, wenn Sie doch einmal auf regennasser Fahrbahn ins Schlingern geraten:

  1. Vermeiden Sie Vollbremsungen, die zum Ausbrechen des Fahrzeuges und Blockieren der Räder führen könnten.
  2. Setzen Sie die Geschwindigkeit stattdessen langsam herab und lassen Sie das Fahrzeug ausrollen. Durch das langsame Rollen der Räder kann sich der entstandene Wasserfilm besser abbauen.
  3. Vermeiden Sie zudem starke Lenkbewegungen und soweit nötig nur leicht gegenlenken.
Im Übrigen: Das ABS kann Aquaplaning nicht verhindern. Dieses kann seine Wirkung nämlich nur bei Fahrbahnhaftung entfalten, die bei Wasserglätte ja gerade enorm herabgesetzt ist.
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