Schmerzensgeld bei Zahnverlust: Lückenlose Entschädigung?

Wie viel Schmerzensgeld ein ausgeschlagener Zahn nach sich zieht

VerletzungSchmerzensgeld bei ZahnverlustGericht/Jahr
Zahnverlust (vier Zähne)2.000 €OLG Köln/2002
(Az. 3 U 116/00)
Kompletter Zahnverlust des Unter- und Oberkiefersca. 7.700 €OLG München/1990
(Az. 1 U 2076/90)
Verlust des linken oberen Backenzahns800 €AG Neu-Ulm/2003
(Az. 3 C 3255/02)
Zahnverlust (Schneidezahn) und Prellungenca. 1.000 €LG Essen/1987
(Az. 2 O 2/86)
Zahnverlust (vier Zähne im Oberkiefer) ohne notwendige Gesamtabklärung und daher auf vollkommen unsicherer Grundlage12.000 €OLG Zweibrücken/2016
(Az. 5 U 8/14)

Nach einem Zahnverlust ist nicht nur die Nahrungsaufnahme eingeschränkt

Wird Schmerzensgeld bei Zahnverlust gezahlt?

Wird Schmerzensgeld bei Zahnverlust gezahlt?

Das menschliche Gebiss besteht normalerweise aus 28 bis 32 Zähnen, je nachdem, ob die Weisheitszähne aus Platzmangel entfernt wurden oder immer noch den hinteren Teil des Kiefers bewohnen. Verliert ein Kind einen seiner 20 Milchzähne, ist die Freude oft groß, denn dies ist für die Kleinen mit einem Besuch der Zahnfee verbunden.

Bei einem erwachsenen Menschen ist der Zahnverlust jedoch eine etwas weniger spaßige Angelegenheit. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild wird in Mitleidenschaft gezogen, wenn es sich beispielsweise um einen der vorderen Schneidezähne handelt. Auch die Nahrungs­aufnahme ist dadurch eingeschränkt und bereitet Betroffenen Probleme, wenn es im Zuge eines Unfalls zum Verlust eines oder mehrerer Zähne kam.

Eine Behandlung beim Zahnarzt bleibt in den meisten Fällen nicht aus. Wann laut Gesetz ein Anspruch auf Schmerzensgeld bei Zahnverlust besteht und wie hoch die Entschädigungssumme ungefähr ausfällt, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Zahnverlust: Wann muss Schmerzensgeld gezahlt werden?

Unabhängig davon, ob es bei einem Motorradunfall, einer Schlägerei, einem Unfall mit dem Fahrrad oder einem Behandlungsfehler beim Zahnarzt zu einem Zahnverlust kam – ein Anspruch auf Schmerzensgeld besteht laut § 253 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) immer dann, wenn der Schaden bzw. die Schmerzen durch Fremdeinwirken herbeigeführt wurden.

Schmerzensgeld bei Zahnverlust können Geschädigte demzufolge dann beantragen, wenn sie nachweislich keine Schuld an der jeweiligen Verletzung tragen. Übernehmen muss die Zahlung der Entschädigungssumme in der Regel die Versicherung des Schädigers.

Doch wie hoch ist das Schmerzensgeld, wenn ein Zahn ausgeschlagen wurde? Die Antwort auf diese Frage findet sich nicht im BGB wieder, sondern muss in einer individuellen Einzelfallentscheidung anhand unterschiedlicher Faktoren bestimmt werden.

Eine Schmerzensgeldtabelle gibt bei Zahnverlust Aufschluss über die Höhe der Entschädigungssumme

Schmerzensgeld: Werden Zähne im Zuge eines unverschuldeten Unfalls ausgeschlagen, besteht Anspruch auf Schadensersatz.

Schmerzensgeld: Werden Zähne im Zuge eines unverschuldeten Unfalls ausgeschlagen, besteht Anspruch auf Schadensersatz.

Geschädigte haben normalerweise zwei Möglichkeiten, um Schmerzensgeld bei Zahnverlust zu beantragen und gleichzeitig die Höhe der Entschädigung festzusetzen:

  1. Außergerichtliche Einigung mit der Versicherung des Schädigers
  2. Festsetzung vom Schmerzensgeld bei Zahnverlust durch einen Richter im Zuge einer entsprechenden Verhandlung vor Gericht

Wie hoch die zu zahlende Summe letztendlich ausfällt, ist unter anderem abhängig davon, wie schwer die Verletzung ist, wie viel Zeit die Behandlung nach dem Zahnverlust in Anspruch nimmt und ob ein dauerhafter Schaden zurückbleiben wird oder nicht.

Um die Höhe der Entschädigungssumme festsetzen zu können, wird meist eine sogenannte Schmerzensgeldtabelle zurate gezogen. Diese enthält Urteile zur Höhe vom Schmerzensgeld bei Zahnverlust, die in der Vergangenheit von diversen Gerichten getroffen wurden. Der obige Auszug einer solchen Schmerzensgeldtabelle bietet daher zumindest eine Orientierung.

Es kann durchaus von Vorteil sein, die Unterstützung von einem Anwalt einzuholen, wenn Sie Schmerzensgeld bei Zahnverlust beantragen möchten. Er kann Sie sowohl über die genaue Vorgehensweise dabei informieren als auch Versuchen der Versicherung entgegenwirken, die zu zahlende Summe zu schmälern. Mit einem Rechtsanwalt sind Sie daher meist auf der sicheren Seite.

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