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Digitaler Führerschein: Schon im August sollte er kommen

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 16. Juli 2021

Update vom 23.09.2021: Digitaler Führerschein ab sofort ausstellbar

Ab sofort können Interessierte sich den digitalen Führerschein ausstellen lassen. Sie benötigen hierzu lediglich die App „ID-Wallet” auf Ihrem Android-Smartphone oder iPhone sowie den Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion. Der digitale Führerschein wird dann auf Ihrem Smartphone gespeichert und Sie können Ihn jederzeit anzeigen lassen, auch bei einer möglichen Verkehrskontrolle. Doch es gibt offensichtlich Probleme. Mehr dazu erfahren Sie in unserer News “Digitaler Führerschein: Technik ist einsatzbereit – oder doch nicht? (News vom 24.09.2021)

Digitaler Führerschein: Demnächst können Sie bei der Verkehrskontrolle auch einfach das Handy vorzeigen.
Digitaler Führerschein: Demnächst können Sie bei der Verkehrskontrolle auch einfach das Handy vorzeigen.

„Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.” Jeder, der schon einmal in eine Verkehrskontrolle geraten ist, kennt diese Worte. Für gewöhnlich folgt daraufhin ein Kramen im Portemonnaie oder im Handschuhfach, um die gewünschten Dokumente zutage zu fördern. Doch sehr bald kann es auch genügen, das Handy zu zücken: Denn schon im August dieses Jahres soll ein digitaler Führerschein in Deutschland eingeführt werden.

Der digitale Führerschein in der digitalen Brieftasche

Während sich die Deutschen gerade erst daran gewöhnen, ihren Impfpass per Smartphone vorzulegen, plant die Bundesregierung bereits einen weiteren großen Schritt ihrer Digitalisierungsoffensive: ein digitaler Führerschein. Wie der Impfpass soll dieser künftig einfach per Handy vorgezeigt werden können, und das bereits ab August 2021

Ermöglichen soll das die App „ID-Wallet”, die im Playstore als „digitale Brieftasche” beworben wird. Entwickelt wurde die Anwendung von der Digital Enabling GmbH in Zusammenarbeit mit der Bundesdruckerei, welche u. a. Personalausweise, Reisepässe und eben auch Führerscheine ausgibt. „ID-Wallet” speichert die von der Bundesdruckerei gesammelten und verifizierten Identitätsdaten und generiert dafür einen QR-Code. Muss der betreffende Bürger sich ausweisen, kann er sein Handy zücken und diesen QR-Code vorlegen, welcher dann von der kontrollierenden Person ausgelesen wird.

So zumindest funktioniert bereits der digitale Hotel-Check-in, welcher ebenfalls über „ID-Wallet” abgewickelt und seit Mai 2021 erprobt wird. Es ist anzunehmen, dass der digitale Führerschein nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktionieren wird. Obendrein ist auch eine Digitalisierung der Fahrzeugzulassung geplant.

Hinweis: Um „ID-Wallet” nutzen zu können, benötigen Sie ein Smartphone mit NFC-Funktion („Near Field Communication”). Mit dieser besonderen Funktechnik lassen sich Daten über kurze Entfernungen austauschen. Auf diese Weise können Sie z. B. mit Ihrem Handy bargeldlos im Supermarkt bezahlen.

Werden Sie den digitalen Führerschein nutzen?

Digitaler Führerschein: Kosovo und Norwegen haben ihn schon, Deutschland zieht nach

Digitaler Führerschein: In Norwegen ist er bereits weit verbreitet.
Digitaler Führerschein: In Norwegen ist er bereits weit verbreitet.

Deutschland ist keinesfalls das erste europäische Land, in dem ein digitaler Führerschein eingeführt wird: In Norwegen existiert er bereits seit Oktober 2019 und in der Republik Kosovo sogar schon seit Anfang 2018. Nun will also auch Deutschland nachziehen. Die EU-Kommission stimmte den Plänen bereits im Herbst 2020 auf einer informellen Tagung der europäischen Verkehrsminister zu. Auch der ADAC begrüßt die Einführung des digitalen Führerscheins, betont jedoch gleichzeitig die Wichtigkeit des Datenschutzes. Zudem müsse gewährleistet sein, dass ein Fahrverbot oder der Entzug der Fahrerlaubnis zeitgleich in der App abgebildet wird. 

Gerade diesbezüglich könnte sich ein digitaler Führerschein als vorteilhaft erweisen, weil sich die Daten viel schneller aktualisieren lassen. Und da viele Deutsche inzwischen kaum mehr ohne ihr Handy aus dem Haus gehen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Führerschein einmal vergessen und diesen dann bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen können (was übrigens ein Verwarngeld von 10 Euro mit sich bringen würde).

Wer dem digitalen Führerschein gegenüber skeptisch eingestellt ist, kann indes ganz beruhigt sein: Eine Abschaffung des physischen Führerscheins ist in Deutschland nicht geplant. Die Einführung des digitalen „Lappens” stellt lediglich ein zusätzliches Angebot dar, dessen Nutzung komplett freiwillig ist.  

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Digitaler Führerschein: Schon im August sollte er kommen
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8 Kommentare

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  1. Christian K sagt:

    Liebers Team,

    bitte übersenden Sie mir den aktuellen Bußgeldkatalog. Bereits jetzt vielen Dank.

    Bleiben Sie gesund und munter.

    Viele Grüße und weiterhin frohes Schaffen
    Christian K

  2. Peter T sagt:

    finde das nicht GUT dass alles übers Handy funktioniert wenn das Handy mal verloren oder gestohlen wird
    dann ist alles weg:

  3. Steffens sagt:

    Dann brauchen keine Führerscheine mehr gefälscht werden , es reicht dann das Handy zu häcken

  4. Monica C-H sagt:

    Ich habe klar…usw angekreuzt, mache ich mir bei der Auto Anmietung im Ausland Gedanken. Ich miete 2-3 mal im Jahr in den USA, manchmal in Russland
    Monica

  5. Joachim K sagt:

    Die Einführung des digitalen Führerscheins begrüße ich durchaus. Nachdem wir ja nun ständig in immer mehr Bereichen des täglichen Lebens digitalisiert werden und ohne Handy praktisch nicht mehr auskommen, sei es für Zahlungen, Eintritt bei Veranstaltunghen oder nun auch als Impfnachweis, usw., war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann auch der Führerschein digital verfügbar sein wird. Andere Länder sind da schon ein Stück weiter und zeigen uns, dass es funktioniert. Allerdings wünsche ich mir, dass ich meinen bisherigen Führerschein im Scheckkarten-
    format beibehalten kann. Vielleicht ist mal der Akku leer oder das Handy liegt vergessen zu Hause auf dem Schreibtisch, dann kann ich wenigstens noch die Karte vorzeigen, ohne ein Verwarnungsgeld zahlen zu müssen.

  6. Bernd H sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren, erst wenn jene, welche für die digitale Zukunft schwärmen in der Lage sind diese Ebene zu überwachen u. gesetzlich zu regeln wie zum Beispiel den Strassenverkehr, kann ich mit meiner demokratischen Einstellung davon ausgehen, das meine Daten sprich gesicherte Existens u. Freiheit nach dem Grundgesetz verantwortlich geschützt werden kann. Solange jeder Jugendliche, der sich hobbymäßig mit den digitalen Strukturen beschäftigt meine Daten ” hacken ” kann sehe ich keine Grundlage gegeben, welche uns Bürgern wirkliche Sicherheit bezüglich unserer persönlichen Daten sprich freiheitlicher Grundgesetzwahrung gegeben ist! Meine Herren und Damen Politiker denken sie daran, das sie einen Eid darauf geleistet haben Schaden von uns Bürgern fernzuhalten, übertragen sie das Grundgesetz auf die industrielle digitale Welt! Gruß Bernd H.

  7. Matthias sagt:

    Ich finde es gut ! Das Handy hat man eigentlich immer bei sich , leider aber keine iOS app !? Wird dies geändert?

  8. Baldi sagt:

    Bei dem Projekt ist das Bundeskanzleramt federführend. Details zur digitalen Identität im entsprechenden WhitePaper: bundesregierung.de/resource/blob/975292/1898280/d9819a40553a9543b9e8f3acb620b0c2/digitale-identitaet-neu-download-bundeskanzleramt-data.pdf?download=1

    Derzeit steht die Forschung noch beim 1. Use Case, was der digitale Hotel Check-In ist. Weitere wie Führerschein und Co kommen wohl erst 2022.

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