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Mit dem Motorrad an einen Blitzer geraten: Hat das Konsequenzen?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 20. Juni 2021

Biker wiegen sich oft in Sicherheit, wenn sie geblitzt wurden

Wie werden Motorräder bzw. Motorradfahrer geblitzt?
Wie werden Motorräder bzw. Motorradfahrer geblitzt?

Auf eine Geschwindigkeitsüberschreitung im deutschen Straßenverkehr folgt grundsätzlich ein Bußgeldbescheid, wenn der betroffene Fahrer dabei geblitzt wurde. In diesem Bescheid erfährt er unter anderem, wie hoch das mit dem Verstoß verbundene Bußgeld ausfällt, ob Punkte in Flensburg fällig werden und ob er mit einem Fahrverbot rechnen muss.

Auch ein sogenanntes Blitzerfoto befindet sich oft im Bußgeldbescheid und fungiert als Beweismittel. Es zeigt sowohl das Kennzeichen des Fahrzeugs sowie den Fahrer, der das Kfz zum Tatzeitpunkt steuerte. Wurden Sie als Fahrer allerdings von einem Blitzer erwischt, während Sie mit dem Motorrad unterwegs waren, geht damit eine gewisse Problematik einher, weil sich das Kennzeichen am Heck befindet und der Helm das Gesicht des Fahrers verdeckt. Können Motorradfahrer also überhaupt geblitzt werden?

In diesem Ratgeber informieren wir Sie darüber, ob Sie tatsächlich nichts zu befürchten haben, wenn Sie als Fahrer von einem Motorrad von einem Blitzer erwischt wurden oder ob es der zuständigen Behörde trotzdem irgendwie möglich ist, Sie zu identifizieren und Ihnen die
jeweiligen Sanktionen zuzuführen.

Kosten für Blitzer

Die Kosten für Blitzer sind je nach Vergehen unterschiedlich. Wenn Sie geblitzt wurden und Näheres über die einzelnen Blitzer-Strafen wissen wollen, wählen Sie bitte hier die passende Kategorie aus:

FAQ: Mit dem Motorrad vom Blitzer erwischt

Kann ich mit dem Motorrad geblitzt werden?

Ja. Ein Blitzer löst nicht nur bei einem Pkw aus, sondern immer dann, wenn er mit zu hoher Geschwindigkeit passiert wird.

Macht es einen Unterschied, ob ich mit dem Pkw oder mit dem Motorrad geblitzt werde?

Ja. Das Kfz-Kennzeichen von Motorrädern ist üblicherweise an der hinteren Seite des Fahrzeugs angebracht, wohingegen die meisten Blitzer zu schnell fahrende Fahrzeuge nur von vorne blitzen. Durch den Helm ist der Fahrer außerdem schwierig zu identifizieren.

Mir kann also nichts passieren, wenn ich mit dem Motorrad von einem Blitzer erwischt werde?

Das ist nicht richtig. Die Behörden haben dennoch diverse Möglichkeiten, Sie zu identifizieren. Um welche es sich handelt, erfahren Sie hier.

Können Motorräder eigentlich geblitzt werden?

Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass es gar nicht erst möglich sei, Motorradfahrer zu blitzen. Doch wer mit dem Motorrad an einen Blitzer gerät, wird schnell feststellen, dass es trotzdem blitzt und das jeweilige Gerät nicht nur bei Autos auslöst. Es handelt sich dementsprechend bei der obigen Ansicht um eine Fehlannahme. Sie können durchaus mit dem Motorrad geblitzt werden. Ein Blitzerfoto wird auch in diesem Fall erstellt. Die Problematik besteht vielmehr darin, Sie als Fahrer des Motorrads zu identifizieren.

Schließlich gilt seit 1976 eine Helmpflicht für Biker, wodurch das Gesicht verdeckt wird. Hinzu kommt, dass die Blitzer, die in Deutschland zur Messung der Geschwindigkeit eingesetzt werden, grundsätzlich von vorne auslösen. Bei einem Kraftrad befindet sich das Kennzeichen jedoch am Heck und wird dementsprechend auf der Fotoaufnahme nicht abgebildet.

Es existieren Ausnahmefälle, in denen Messgeräte vorne und hinten Aufnahmen anfertigen können, wenn Sie als Fahrer von einem Motorrad von einem Blitzer erwischt werden. Geräte dieser Art kommen allerdings in Deutschland immer noch relativ selten zum Einsatz. Außerdem ist es damit zwar möglich, das jeweilige Motorrad zu blitzen und gleichzeitig an das Kennzeichen zu kommen.

Behauptet der Halter allerdings, dass jemand anderes gefahren sei, steht die zuständige Behörde vor einem erneuten Problem, was in der in Deutschland geltenden Fahrerhaftung begründet ist. Unlösbar ist es allerdings nicht.

Welche Identifizierungsmöglichkeiten hat die Behörde, wenn ein Motorrad von einem Blitzer erwischt wurde?

Geblitzt mit dem Motorrad? Dies sollten Sie nicht als Freifahrtschein betrachten.
Geblitzt mit dem Motorrad? Dies sollten Sie nicht als Freifahrtschein betrachten.

Wurden Sie als Motorradfahrer geblitzt, kann die zuständige Behörde auf folgende Methoden zurückgreifen, um Sie zu identifizieren:

  • Sie kann eine Fahrtenbuchauflage anordnen, um so den wahren Täter zu überführen, der mit dem Motorrad von einem Blitzer von hinten erwischt wurde.
  • Weiterhin kann sie die gemachte Fotoaufnahme mit Krafträdern vergleichen, die im gleichen Bezirk gemeldet sind, wenn derjenige mit dem Motorrad von vorne geblitzt wurde. Dies schließt allerdings Besuche bei den jeweiligen Fahrzeughaltern mit ein.
  • Die Polizei kann durch den Einsatz mobiler Blitzer versuchen, das Motorrad und seinen Fahrer auf einer regelmäßig genutzten Strecke zu überführen (beispielsweise auf dem täglichen Arbeitsweg).
  • Auffallende Merkmale im Gesicht des Bikers, an seiner Schutzkleidung oder dem Kraftrad selbst können ebenfalls bei der Identifizierung helfen, wenn ein Fahrer mit seinem Motorrad an einen Blitzer geraten ist.
Viele dieser Maßnahmen sind allerdings mit einem hohen Ermittlungsaufwand verbunden. Daher wird die zuständige Behörde sie nur dann ergreifen, wenn der betroffene Fahrer deutlich zu schnell war oder schon häufiger mit seinem Motorrad von einem Blitzer erwischt wurde.

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10 Kommentare

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  1. Walter sagt:

    Es gibt ja nicht viel Motorradfahrer; die meisten sind jedoch Gesetzesübertreter! Wäre da nicht eine Peilsenderpflicht zur Überwachung per Satellit sinnvoll? Mann könnte den Raser, den Drängler, den Benutzer einer (Rettungs-)gasse im Stau und den Benutzer verbotener Wege und Privatgrundstücke überwachen.
    Bei Geschwindigkeitskontrollen könnte man die PKW- und LKW-Fahrer normal anschreiben, die Motorradfahrer aber gezielt bei einem Verstoß rausziehen. Bei Überschreitungen um über 60 km/h sollte gleich das Krad konfisziert werden und demonstrativ von einem Polizisten mit entsprechender Fahrerlaubnis weggefahren werden. Spätestens dann sieht der Fahrer aus dem notwendigem Taxi, wie es ist, wenn Kradfahrer den Verkehrsteilnehmer mit 4 Rädern tagtäglich die Arschlochkarte mit o. g. Verstößen zeigen!

    • Max sagt:

      Hallo Walter,

      mir scheint es so, als wären Sie kein Motorrad-Enthusiast. Meinen Sie wirklich, dass ein Großteil aller Motorradfahrer Gesetzesübertreter sind? Ich glaube eher, dass Ihnen die Negativbeispiele mehr auffallen, als die “normalen/gesitteten” Kradfahrer.

      Des Weiteren würde ich es für eine Frechheit halten, nur Motorradfahrer mit einem Peilsender zu überwachen, ganz abgesehen von der Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Wir werden in der heutigen Zeit schon genug überwacht.

  2. Dosenfutter sagt:

    Oh Mann, Walter. Autos verursachen Stau, nicht Motorräder. Wenn du sauer bist, dass Motorradfahrer im Stau an dir vorbeifahren, fahr doch selbst Motorrad. Soll ja entspannend wirken.
    Und du könntest direkt mal aus EIGENER Sicht und Erfahrung mitreden, statt bestimmte Zielgruppen pauschal unter deinen persönlichen, neidmotivierten Generalverdacht stellen müssen.

  3. Rosewood sagt:

    Gegen die am Stau vorbeifahrenden Motorradfahrer ist ja auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch leider wird hierbei recht oft eine Gefährdung anderer billigend in Kauf genommen: Überholen trotz Gegenverkehr in einer sehr schmalen Gasse (hierbei wird oft vergessen, dass entgegenkommende Fahrzeuge, die eben nicht im Stau stehen, eine Geschwindigkeit haben, die deutlich erhöhte Gefahren birgt) und ebenso gefährlich ist das Wiedereinfädeln in den Stau (z.B. bei Gegenverkehr). Hier wird in der Regel in den Sicherheitsabstand des Autos hintendran eingegriffen und auf den Vordermann viel zu dicht aufgefahren. Auch wenn die Autos sich nicht schnell bewegen, kann so schnell ein Unfall folgen.

    Die Idee mit dem Peilsender ist im Ansatz gar nicht so schlecht (allerdings dann auch für andere Verkehrsteilnehmer und nur dann, wenn ein begründeter Verdacht besteht). Wenn der Peilsender lediglich die Fahrten mit erheblicher Geschwindigkeitsüberschreitung, nicht jedoch die sonstigen Fahrten aufzeichnet, würde ich mich persönlich bereit erklären, solch ein Gerät mitzuführen. Man kann sich ja auch mal an Gesetze halten…

    Was mich sehr freuen würde, wenn Motorradfahrer Rücksicht auf Anwohner nehmen würden. Es gibt leider immer welche, die im Ort sich nicht an Begrenzungen halten und dadurch sehr laut werden. Und das unnötige Gasgeben nur um den Sound zu hören, müsste im Ort auch nicht sein. Andere wollen den Sound ja nicht hören. Die Leute müssen sich mal klar werden (und das bezieht sich jetzt nicht nur auf Motorradfahrer, sondern auch auf besonders laute Pkw, sei es durch Tuning oder durch Musik), dass sie vielleicht recht haben, wenn sie sagen, ich fahre ja nur kurz durch, da stört das sicher nicht. Aber als Anwohner ist man eher von der Masse gestört. Ich wohne leider an einer Straße, die an sonnigen Tagen im Minutentakt von Motorrädern passiert wird (uns auch immer wieder andere lauten Fahrzeugen). Das erste Mal nervt es noch nicht, aber nach 1-2 Stunden ist es nicht mehr auszuhalten. Eigentlich ist die Straße auf 30 km/h geregelt (da vor einer Schule), aber das scheint nur eine Empfehlung zu sein, so oft wie das nicht eingehalten wird (auch zu Genüge von Autofahrern).

    Ich hatte schon einige unliebsame Begegnungen mit Motorradfahrern (auch mit Autofahrern). Es gibt da so eine gewisse Grundaggressivität bei manchen Verkehrsteilnehmern. Mir ist schon oft passiert, dass man mich, weil ich mich an Begrenzungen gehalten habe, überholt hat und dann zum Stillstand mich ausgebremst hat. Ein Motorradfahrer hat mir dann sogar den Mittelfinger gezeigt. Dafür gabs dann halt eine Anzeige bei der Polizei…

  4. Lothar W. sagt:

    Ich nehme mit allen am Straßenverkehr teil,Fahrad Roller Motorrad Pkw Lkw,und im heutigen Verkehr gibt es in allen Sparten Verkehrsteilnehmer,die es mit den Regeln nicht so genau nehmen.
    Es sollte also nicht nur eine Gruppe pauschal angegriffen werden.Etwas Rücksichtnahme würde eigentlich schon reichen.Ich bin Täglich mit dem LKW unterwegs für den ADAC um Autofahren zu helfen,trotzdem wird keine Rücksicht genommen.Solange es einen nicht selbst betrifft,darüber sollten einige

  5. Jörg S sagt:

    Ich bin selber begeisterter Motorrad Fahrer und halte mich generell an die herrschenden Gesetze und Vorschriften. Das ich auch mal zu schnell bin, will ich da aber nicht abstreiten, in der Regel handelt ist sich dabei um Geschwindigkeitsüberschreitungen von 5-10 km/h, also nicht übermäßig. Am Stau vorbei fahren, ja, auch wenn es in Deutschland nicht erlaubt ist, ich achte da aber darauf das ich weder andere noch mich selber gefährde, nutze dann auch mal die Standspur. Eine Zielgruppe hier unter Generalverdacht stellen, davon halte ich nun mal gar nix, was ein Motorrad Fahrer z.B. nur unter sehr schwierigen Umständen bewerkstelligen kann, ist das was viele Autofahrer für sich beanspruchen. Während der Fahrt mit dem Handy spielen….. Und dann auf Staus auffahren.

  6. Erik sagt:

    Wie ist das eigentlich bei Streckenabschnitten, welche nur für Motorradfahrer begrenzt sind (70 für Krad, 100 für Auto)?
    Kann der Blitzer dann zwischen Krad und Auto unterscheiden oder wie funktioniert das?

  7. Hansi sagt:

    Ich finde schon eine Frechheit von der Bundesregierung das wenig gegen 90 Prozent Motorrad Raser wenig getan wird und nur von vorne geblitzt wird. Wenn man schaut auf der Sudelfeldstrecke wird man von vielen Motorradfahrer überholt obwohl nur 60kmH sind und Überholverbot ist. Überholverbot kennen die Motorradfahrer sowieso nicht. Alle sagen immer was anderes aber die Berater von den Politiker und Auto Clubs wie von ADAC sitzen eh nur den ganzen Tag im Büro am PC herum und haben keine Ahnung was draußen los ist. Die Motorradfahrer wissen ja das sie machen können was sie wollen weil unsere Politik lieber nur viel reden können sonst nix. Die Polizei hat ja auch keine Lust um das viele Arbeit. Blitzen auch nur wenn wenig los ist oder wie letztens am Sonntag Vormittag wo es den ganzen Tag geregnet hat und fast keiner gefahren ist.

  8. Reiner sagt:

    Bin selbst Autofahrer, Motorradfahrer, Wohnmobilist und Radfahrer. Zugegebenermaßen halte ich mich auch nicht immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit und habe dafür auch schon genug bezahlt. Allerdings immer nur Kleinbeträge,denn die Verstöße waren nicht so groß. Aber gegen wirkliche “Raser” wird tatsächlich viel zu wenig unternommen,denn das macht Arbeit! Dem Staat geht es nicht um den Schutz von Leben, sondern nur ums abkassieren. Ich kenne auf meinem Arbeitsweg,den ich schon dreissig Jahre fahre so ziemlich jede Unfallstelle, mit Schwerstverletzten und Toten, aber komischerweise werden dort keine Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Statt dessen steht man an best ausgebauten Abschnitten der Bundesstraße, die links und rechts auch noch Leitplanken haben. Das klingelt in der Kasse, zwar immer nur 15-30€ aber die Menge machts ! Mit dem Motorrad zu schnell zu sein kann bei der Motorisierung jedem ganz leicht passieren- das soll keine Ausrede sein, Gesetze müssen von jedem eingehalten werden. Problematisch ist dabei, daß der Autofahrer oft den Motorradfahrer übersieht und nicht mit ihm rechnet, besonders dann wenn das Motorrad blitzartig das Auto überholt. Den Kürzeren zieht dann aber in der Regel der Motorradfahrer….
    Peilsender im Fahrzeug ?(entfernt von der Redaktion) Dies würde dem Datenmissbrauch Tür und Tor öffnen,denn die Polizei darf auch bei anderen Delikten alles auswerten was an Daten aufzufinden ist um eine Straftat aufzuklären. Meinetwegen ein Kennzeichen vorn am Motorrad. Reicht ja was Kleines, die Kameratechnik ist nicht mehr von 1800.

  9. Marco R sagt:

    Der Thröt liegt länger zurück, aber einige Kommentare lassen mir als Motorradfahrer leider keine Wahl mich nach langer Zeit zu äußern:
    Es fängt an mit Mitbürger*In “Walter”:
    Lieber Walter, gegen Hasskommentare wie Deinen muss die Regierung keine Peilsenderpflicht für Mopeds beschließen, sondern entschiedener vorgehen. Ohne Beweise wird zuerst ein Fake verbreitet, der Moppedfahrer in die kriminelle Ecke stellt. Auf diesen Fake aufbauend formuliert er dann eine politische Maßnahme – Die Pflicht Peilsender einzubauen. Natürlich nur für die Gruppe, die zuvor diffamiert wurde.
    So ein Verhalten in der Öffentlichkeit gehört sanktioniert, nicht das Motorradfahren an sich.

    Dann die Forderung von Hansi nach mehr “Blitzer von Hinten”.
    Bemerkenswert: Ich weiß nicht, ob “Hansi” generell für mehr Steuergeldverschwendung plädiert – Also massiven Geldaufwand zu betreiben, um minimale Erfolge einzufahren. Denn die Geräte müssten mit kompletter, rechtssicherer Zweitkamera ausgestattet sein und der Preis für die Geräte liegt sicherlich nicht im selben Segment, wie die einfachen Geräte.

    Bleiben noch “Rosewood”:
    “Ich habe nichts gegen, AAABBBBER….” – Schön, dass ich dieses Konstrukt mal selber bemängeln darf, sonst trifft es mich immer – Also nichts für ungut. Dennoch findet erst eine “Absicherung” statt: “Ich habe nichts gegen euch in Gänze!” um dann pauschalisierend weiterzumachen und eben nicht zu schreiben, dass es nur “manche” Moppedfahrer sind, die Staus überholen oder sich daneben benehmen. Dies hängt damit zusammen, dass all die braven Moppedieros nicht auffallen: Sie sind nicht zu laut, sie überholen nicht gefährdend und sie fallen ansonsten nicht weiter auf.

    Ich selbst kann nicht sagen, wer hier welche Mehrheiten bildet! Es gibt keine Untersuchung darüber. Ebensowenig gibt es keinerlei Vergleiche: Niemand kann wirklich sagen, ob Moppedfahrer oder Autofahrer die größeren Rüpel sind. Niemand kann sagen, ob eine Mehrheit einer der Gruppen sich eher an alle Regeln hält – Oder eher nicht. Denn es gibt darüber keine bereinigten Statistiken, nur haltlose Vorurteile.

    Es gibt eine “AUtoposerszene” und mindestens so viele “Raster” mit ausgeräumten Auspüffen unter den Autotunern, wie es auch solche unter den Moppedschraubern gibt. Das ist nervig – Keine Frage. Nur: Ich habe ein leises Motorrad, einen Allrounder. Ich zahle steuern, wie jeder Autofahrer… denn ich bin ebenso Autofahrer!
    Ich sehe es bereits heute kritisch, wenn ich mit meinen Moppedsteuern all die schönen Strecken finanziere, auf denen bereits heute ein “Moppedverbot” herrscht! Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht sollte angestrebt werden, denn wir alle zahlen Steuern und haben ein Recht darauf gleichberechtigt zu werden.

    Die Sauerei ist nicht, dass es Rüpel gibt. Die Sauerei ist zweierlei:
    (1) Der Staat ist nicht in der Lage die Rüpel angemessen zu stellen und zu belangen. Weder beim Auto, noch beim Mopped.
    (2) Aber Moppedfahrer werden bereits heute gesetzlich benachteiligt: Fahrverbote, Streckensperrungen und pauschale Kontrollen treffen nicht denjenigen, der seine Tüvplakette abgedruckt hat, sondern immer nur die, die teils auffällige – aber technisch einwandfreie Fahrzeuge fahren! Übrigens auch beim Auto: Die “Rostlaube”, die nie eine Werkstatt gesehen hat mit abgefahrenen Reifen und durchgerosteten Trägern wird, da äußerlich “neutral” weniger kontrolliert als die Fahrzeuge der Schrauber – Die Laut sei mögen und auffällig – Aber technisch sicherer als die sich im moralischen Vorteil wägenden Rostlaubenbesitzer.

    Last not least – Die Moral… Wer da ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
    Ich fahre nicht nur Mopped und Auto, sondern viel häufiger Fahrrad, da ich damit zur Arbeit pendele. Was mir da an (vor allem übrigens Ü60 Mitbürger*Innen !!!) alles zuteil wird, darüber kann ich ein Buch schreiben: Die erste Regel lautet: Nehmt Rücksicht aufeinander.

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