Klebekennzeichen am Auto: Zulässig oder verboten?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 26. August 2019

Eine Alternative zu Schrauben und Kennzeichenhaltern?

Kann die Verwendung von Klebekennzeichen zu Problemen führen?
Kann die Verwendung von Klebekennzeichen zu Problemen führen?

Damit bei einer Ordnungswidrigkeit oder Straftat im Straßenverkehr der vermeintliche Täter oder zumindest der Halter des entsprechenden Fahrzeugs identifiziert werden, müssen Kfz mit einem Kennzeichen ausgestattet sein.

Um sicherzustellen, dass diese gut lesbar und zum Beispiel auch auf einem Blitzerfoto zu erkennen sind, definiert der Gesetzgeber konkrete Vorgaben zur Gestaltung und zur Anbringung von Nummernschildern. Dabei sind grundsätzliche verschiedene Varianten erhältlich, wie etwa das Klebekennzeichen.

Doch ist die Verwendung von Kennzeichen zum Kleben in Deutschland überhaupt erlaubt? Dürfen Oldtimer mit Klebekennzeichen fahren? Welche gesetzlichen Vorschriften gilt es zu beachten? Und was droht, wenn Sie unerlaubt mit einem Klebenummernschild unterwegs sind? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Klebekennzeichen

Sind Klebekennzeichen in Deutschland erlaubt?

Das Anbringen von Kfz-Klebekennzeichen ist nur erlaubt, wenn eine entsprechende Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Zulassungsstelle vorliegt.

Wann kann ich eine Sondergenehmigung für eine Klebekennzeichen erhalten?

Möglich ist dies in der Regel nur, wenn technische Gründe gegen die Verwendung regulärer Kennzeichen sprechen.

Was droht, wenn ich unerlaubt ein Klebenummernschild an meinem Auto anbringe?

Die Behörden können die Verfehlung als Ordnungswidrigkeit oder Straftat bewerten. Diese Einschätzung bestimmt die möglichen Sanktionen. Mehr dazu hier!

Klebekennzeichen für Kfz: Ist die Verwendung erlaubt?

Damit ein Kennzeichen in Deutschland zulässig ist, muss dieses den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Diese ergeben sich unter anderem aus der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). In § 10 Abs. 2 FZV heißt  es dazu:

Kennzeichenschilder dürfen nicht spiegeln, verdeckt oder verschmutzt sein; sie dürfen nicht zusätzlich mit Glas, Folien oder ähnlichen Abdeckungen versehen sein, […]. Form, Größe und Ausgestaltung einschließlich Beschriftung müssen den Mustern, Abmessungen und Angaben in Anlage 4 entsprechen. Kennzeichenschilder müssen reflektierend sein und dem Normblatt DIN 74069, Ausgabe Mai 2016, Abschnitt 1 bis 8, entsprechen sowie auf der Vorderseite das DIN-Prüf- und Überwachungszeichen mit der zugehörigen Registernummer tragen; […]

Werden Kennzeichen zum Kleben verwendet, kann eine Straftat vorliegen.
Werden Kennzeichen zum Kleben verwendet, kann eine Straftat vorliegen.

Aufgrund dieser Vorschriften ist es in der Regel nicht erlaubt, Klebekennzeichen vorne oder hinten bei einem Fahrzeug zu nutzen. Ist die Anbringung eines regulären Nummernschildes aus technischen Gründen hingegen nicht möglich, können Sie für ein Klebekennzeichen eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Anschließend prüft die zuständige Zulassungsbehörde den Sachverhalt eingehend. Beachten Sie zudem, dass eine Klebekennzeichen nur legal ist, wenn dieses über ein von der Zulassungsstelle erteiltes, gültiges Prüfsiegel verfügt.

Bei der Bewertung, ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird, spielen ästhetische Gesichtspunkte keine Rolle. Würde die Montage regulärer Nummernschilder allerdings dazu führen, dass die Belüftung des Motors erheblich eingeschränkt ist und ggf. ein Überhitzen droht, kann dies zu einer behördlichen Erlaubnis führen. 

Übrigens! Es gibt tatsächlich ein Verkehrsmittel, für welches der Gesetzgeber generell Klebenummernschilder vorsieht – den E-Scooter. Der Grund dafür ist Recht banal, denn die elektronischen Tretroller verfügen einfach nicht über genügend Platz, um ein herkömmliches Versicherungskennzeichen anzubringen. Aus diesem Grund ist das Klebekennzeichen für E-Scooter als Nachweis über eine bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung erlaubt.

Unerlaubte Verwendung von Klebekennzeichen: Droht eine Strafe?

Wer ohne eine Sondergenehmigung anstelle regulärer Kennzeichen vorne ein Klebekennzeichen verwendet, muss mit Sanktionen rechnen. Gehen die Behörden von einer Ordnungswidrigkeit aus, sieht der Bußgeldkatalog folgendes vor:

Tatbestand Bußgeld
Sie verwendeten ein Fahrzeug, dessen amtliches Kennzeichen fehlte.60 €

Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Beamten bei diesem vorschriftwidrigen Verhalten von einer Straftat ausgehen. Möglich sind dabei sowohl der Tatbestand des Kennzeichenmissbrauchs als auch der Urkundenfälschung.

Für den Kennzeichenmissbrauch gemäß § 22 Straßenverkehrsgesetz (StVG) sieht der Gesetzgeber entweder eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor. Wird das Fehlverhalten als Urkundenfälsche laut § 267 Strafgesetzbuch (StGB) eingeordnet, drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Eine Urkundenfälschung kann vorliegen, weil Auto und Kennzeichen juristisch eine Urkunde bilden. Daher ist es nicht erlaubt, dass amtliche Nummernschild abzunehmen und gegen ein Klebekennzeichen auszutauschen.

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1 Kommentar

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  1. Dr. C. sagt:

    Wir haben einen Jaguar E Type Serie 2, bisher legal mit Klebeschild. Der Wagen wird momentan restauriert.
    Die Leiterin des Strassenverkehrsamt Kreis Lippe hat das neue Klebeschild nicht erlaubt.
    Auf meine Frage wie eine ausreichende Belüftung des Motors dann garantiert werden kann und werden möglichen Schaden unseres Oldtimers, Wert
    ca 175 000 Euro, bezahlt, sagte sie, das wäre unser Problem.
    Eine tolle Aussage!!
    Gott sei Dank ziehen wir am 16. November aus Deutschland weg!

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