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Katalysator-Diebstahl nimmt zu: Wann zahlt die Versicherung?

Von Maximilian P.

Letzte Aktualisierung am: 8. Dezember 2023

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

FAQ: Katalysator-Diebstahl

Warum werden so viele Katalysatoren geklaut?

Im Inneren der Katalysatoren finden sich wertvolle Edelmetalle. So lässt sich durch Kat-Diebstähle leicht Geld ergaunern, indem die Diebesware im Schrotthandel weiterverkauft und dort dem Recycling zugeführt wird. Anders als beim herkömmlichen Autodiebstahl ist die Diebesware hier relativ unauffällig zu transportieren.

Welche Katalysatoren werden geklaut?

Drei-Wege-Katalysatoren enthalten besonders viel wertvolles Rhodium. Sie sind dementsprechend lohnenswert für den Katalysator-Diebstahl. Welche Autos besonders im Fokus der Diebe stehen, hängt auch davon ab, wie leicht der Kat entfernbar ist. Mehr zur Vorgehensweise der Katalysator-Diebe erfahren Sie an dieser Stelle.

Ist ein Katalysator-Diebstahl versichert?

Meist bemerkt der Autobesitzer den Diebstahl zu spät und der Katalysator wurde bereits geklaut. Wer nun zahlt, hängt vom Versicherungsschutz des Fahrzeughalters ab. Wurde der Katalysator geklaut, zahlt die Teilkasko-Versicherung. Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten hingegen nicht.

Gründe für den Diebstahl von Katalysatoren

Kat-Diebstähle werden mit Hilfe eines Wagenhebers durchgeführt.
Kat-Diebstähle werden mit Hilfe eines Wagenhebers durchgeführt.

Seit 1993 müssen alle neu zugelassenen Autos aus Rücksichtnahme auf die Umwelt mit Katalysatoren ausgestattet sein. Sie sind ein wesentlicher Teil der Abgasanlage. Das Herzstück des Katalysators ist ein Keramikträger im Inneren. Die hier verbauten Edelmetalle entgiften beim Fahren die Abgase. Sie wandeln zum Beispiel Kohlenmonoxid zu CO2 um.

Katalysatoren enthalten folgende Edelmetalle:

  • Rhodium
  • Palladium
  • Gold
  • Platin

Insbesondere Rhodium wies in den Jahren 2020, 2021 und 2022 eine steigende Preisentwicklung auf und ist daher ein begehrtes Ziel der Edelmetall-Diebe. Wie lukrativ der Katalysator-Diebstahl für Kriminelle ist, hängt demnach auch von der weiteren Kursentwicklung der enthaltenen Rohstoffe ab.

Wie arbeiten die Katalysator-Diebe?

Vom Katalysator-Klau betroffen sind insbesondere ältere, mit Benzin betriebene Autos, deren Drei-Wege-Katalysatoren am Unterboden befestigt sind. Bei diesen Modellen haben Diebe besonders leichtes Spiel. Auch der Rhodium-Anteil ist höher als bei Neuwagen. Sie lassen sich deshalb besonders gewinnbringend weiterverkaufen.

Haben Diebe ein geeignetes Modell in passender Lage erspäht, beginnen sie, den Katalysator aus dem Auto auszubauen. Dafür muss das Fahrzeug zunächst mit einem Rangierwagenheber aufgebockt werden. Anschließend wird der Kat einfach per Akku-Flex, Stichsäge oder Rohrschneider vom Rest der Abgasanlage abgetrennt.

Je neuer das Auto ist, desto aufwendiger ist es, den Katalysator zu entfernen. Im Laufe der Zeit wurden die Kats immer näher am Motor verbaut, um schnell Betriebstemperatur zu erreichen.

Für einen alten Katalysator erhalten Edelmetall-Diebe etwa 100 bis 600 Euro im Schrotthandel beziehungsweise bei Recyclinghöfen.

Für einen Katalysator-Diebstahl braucht es lediglich einen Zugang zum Unterboden und passendes Schneidewerkzeug.
Für einen Katalysator-Diebstahl braucht es lediglich einen Zugang zum Unterboden und ein geeignetes Schneidewerkzeug.

Kat geklaut: Was nun zu tun ist

Ein Katalysator-Diebstahl fällt meist schnell auf, da das Auto aufgrund des fehlenden Katalysators laute röhrende Geräusche und ungefilterte Abgase von sich gibt. Informieren Sie nach einem festgestellten Kat-Diebstahl zeitnah Ihre Versicherung. Die Teilkasko übernimmt den Schaden, abzüglich der Selbstbeteiligung.

Fahren Sie nach dem Diebstahl keinesfalls ohne Katalysator. Anderenfalls könnte Ihnen die Straftat der Steuerhinterziehung vorgeworfen werden, weil der Katalysator relevant für die Berechnung der Kfz-Steuer ist. Durch den fehlenden Katalysator erlischt außerdem die Betriebserlaubnis des Wagens, er darf nicht mehr im Straßenverkehr genutzt werden. Für das Fahren ohne Kat droht somit ein Bußgeld von mindestens 90 Euro.

Einen neuen Katalysator am Auto nach einem Diebstahl anzubringen, lohnt sich bei alten Pkw nicht immer. Die Ausgaben für die Neumontage gehen meist in den vierstelligen Bereich. Je nach Verfügbarkeit und Aufwand kann der neue Katalysator 500 bis 3000 Euro an Kosten verursachen. Was Sie tun können, wenn nicht nur Ihr Katalysator, sondern der ganze Wagen gestohlen wurde, erfahren Sie in diesem Video:

Autodiebstahl: So verhalten Sie sich richtig

Kat-Diebstahlschutz: Wie kann ich den Katalysator vor Diebstahl schützen?

Das wohl beste Mittel gegen den Diebstahl von Katalysatoren ist eine alarmgesicherte Garage.
Das wohl beste Mittel gegen den Diebstahl von Katalysatoren ist eine alarmgesicherte Garage.

Leider gibt es keinen Königsweg, um den Katalysator gegen Diebstahl zu sichern. Um es Dieben schwer zu machen, sollten Sie Ihr Auto in einer gesicherten Garage abstellen. Steht diese nicht zur Verfügung, sollten Sie einen Abstellort wählen, der nicht zu abgelegen und gut beleuchtet ist.

Eine Alarmanlage schützt gegen Kat-Diebstähle nur dann, wenn sie einen Neigungsmelder enthält. Alternativ dazu können Sie einen Katalysator-Diebstahlschutz anbringen. Dieser bietet durch eine zusätzliche Metallverkleidung am Unterboden ein Hindernis gegen Katalysator-Diebstahl. Wer selbst Hand anlegen möchte, nachdem der alte Kat gestohlen wurde, sollte die Anmeldung und Eintragung des Umbaus nicht vergessen.

Da die Diebe schnell und systematisch vorgehen, kann die Polizei nur selten einen Katalysator-Diebstahl verhindern. Wurde Ihr Katalysator geklaut, ist eine Anzeige aber sinnvoll, um die Behörden für Kat-Diebstähle zu sensibilisieren.

Beim systematischem Katalysatoren-Klau handelt es sich in aller Regel um gewerbsmäßigen Diebstahl. Dafür ist eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen.

Über den Autor

Autor
Maximilian P.

Maximilian studierte den Zwei-Fach-Bachelor Politik/Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, ehe er den M. A. im Fach Politikwissenschaft an der Universität Leipzig absolvierte. Seit Januar 2023 unterstützt er das bussgeldkatalog.org-Team als Volontär.

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