Wann dürfen Sie laut StVO den Gehweg befahren?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 17. Mai 2019

Vorgaben zur Nutzung der Bürgersteige

Vorschriften der StVO: Den Gehweg befahren dürfen Kraftfahrzeuge in der Regel nicht.

Vorschriften der StVO: Den Gehweg befahren dürfen Kraftfahrzeuge in der Regel nicht.

Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt die verschiedensten Aspekte des Verkehrsrechts. Neben den gesetzlichen Vorgaben zum Halten und Parken, der Höchstgeschwindigkeit sowie des Mindestabstands zählen dazu auch die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Verkehrsflächen durch Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge.

So existieren klare Regeln, wann jemand gemäß StVO einen Gehweg befahren bzw. nutzen darf. Denn dort, wo es in der Praxis möglich ist, sollen Passanten und Kfz voneinander getrennt werden, um Unfälle zu vermeiden und die allgemeine Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Doch dürfen Sie laut StVO den Gehweg mit Autos befahren? Wie sieht die Verwendung der Bürgersteige mit anderen Fahrzeugen aus? Und was droht ggf. für das Fahren auf dem Gehweg als Strafe? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

Auszug aus dem Bußgeldkatalog zum Fahren auf dem Gehweg

Tatbestand Bußgeld in Euro
Vorschriftswidriges Befahren des Gehwegs.
10
Vorschriftswidriges Befahren des Gehwegs. Es kam zur Behinderung anderer.
15
Vorschriftswidriges Befahren des Gehwegs. Es kam zur Gefährdung anderer.
20
Vorschriftswidriges Befahren des Gehwegs. Es kam zu einem Unfall. 25

Wer darf laut StVO den Gehweg nutzen/befahren und wer nicht?

Die StVO schreibt konkret vor, welcher Verkehrsteilnehmer welche Verkehrsfläche zu nutzen hat. Demnach müssen gemäß § 25 Abs. 1 StVO Personen, die zu Fuß unterwegs sind, die Gehwege verwenden. Sind keine Bürgersteige vorhanden, sind die Seitenstreifen zu gebrauchen. Die Straße sollte für Passanten grundsätzlich immer die letzte Option sein, denn diese ist für andere Verkehrsteilnehmer reserviert. So heißt es in § 2 Abs. 1 StVO zur Straßenbenutzung:

Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte.

Anhand dieses Auszuges zeigt sich, dass das Fahren auf dem Gehweg mit dem Auto untersagt ist. Hält sich ein Fahrzeugführer nicht an diese Vorschrift, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, die Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog nach sich ziehen kann.

Allerdings gibt es Gefährte, mit denen es zulässig ist, den Gehweg zu nutzen. So sieht der Gesetzgeber eine Sonderregelung für Rollstühle, Kinderwagen, Tretroller, Kinderfahrräder, Inline-Skates und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel vor. Denn diese dürfen gemäß § 24 StVO den Gehweg befahren, da sie im Sinne der Verordnung nicht zu den Fahrzeugen zählen.

Unerlaubt den Gehweg befahren: Welche Strafe droht?

Das Fahren auf dem Gehweg ist bislang vor allem für nicht motorbetriebene Gefährte erlaubt.

Das Fahren auf dem Gehweg ist bislang vor allem für nicht motorbetriebene Gefährte erlaubt.

Wenn Fahrzeugführer entgegen der StVO den Gehweg befahren, droht in der Regel ein Verwarnungsgeld. Dieses beläuft sich auf mindestens 10 Euro, kann aber abhängig von den Umständen der Ordnungswidrigkeit auch höher ausfallen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Fehlverhalten mit einer Behinderung bzw. Gefährdung Dritter einhergeht oder zu einem Unfall führte.

Auch wenn E-Roller oder Motorrad auf dem Gehweg fahren, ist eine Strafe möglich. Dies gilt ebenso, wenn Sie die Kleinkrafträder auf dem Bürgersteig abstellen. Allerdings zeigen sich die zuständigen Behörden – vor allem wegen mangelnder alternativer Parkmöglichkeiten – in solchen Fällen meist kulant.

Ob elektrisch unterstützte Tretroller gemäß StVO künftig den Gehweg befahren dürfen, wurde in Deutschland heiß diskutiert. Allerdings hat sich der Bundesrat am 17. Mai 2019 dafür ausgesprochen, dass auch E-Tretroller, die maximal 12 km/h erreichen, nicht den Gehweg nutzen.

Sanktionen drohen auch, wenn Autofahrer unerlaubt auf dem Gehweg parken. Der Bußgeldkatalog sieht in einem solchen Fall mindestens ein Verwarngeld in Höhe von 20 Euro vor. Dieses kann allerdings bei einer Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer oder ein einer Parkdauer von über einer Stunde steigen.
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