Autofahren bei Schnee: und Eis: So kommen Sie sicher durch die Glätte

Von Sarah, letzte Aktualisierung am: 12. April 2019

Fahren bei Schnee und Eis kann gefährlich werden

Bim Fahren im Schnee ist volle Konzentration gefragt.

Bim Fahren im Schnee ist volle Konzentration gefragt.

Winter is coming“ – Nicht nur in den sieben Königslanden aus der Serie „Game of Thrones“. Auch in Deutschland hält die kalte Jahreszeit jedes Jahr Einzug und stellt Kfz-Teilnehmer nicht selten vor große Herausforderungen.

Das Autofahren bei Schnee kann mit einigen Risiken und Hindernissen verbunden sein. Daher sind alle Kfz-Fahrer in der Pflicht, mit besonderer Vorsicht und einer hohen Konzentration im Schnee zu fahren.

Doch gelten eigentlich besondere Vorschriften, wenn Sie bei Schnee fahren? Was sollten Sie beachten, bevor Sie mit dem Autofahren im Schnee beginnen? Wie wirken sich Glätte und Schnee auf den Bremsweg aus? Diesen Fragen geht der nachfolgende Ratgeber auf den Grund und informiert Sie umfassend.

Gibt die StVO besondere Regeln zum Fahren auf Schnee vor?

Das Autofahren bei Schnee gestaltet sich nicht immer einfach. Kommt es zu einem plötzlichen, heftigen Schneefall, sind nicht umgehend alle Straßen geräumt, sodass Ihr Wagen auf einigen Strecken regelrecht gegen die Schneemassen ankämpfen muss.

Es empfiehlt sich, sofern möglich, das Fahrzeug bei starkem Schneefall nicht zu nutzen und abzuwarten, bis der Schneesturm vorüber ist. Befinden Sie sich allerdings gerade auf der Fahrt, ist unbedingt die Geschwindigkeit anzupassen. § 3 Absatz 1 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) schreibt diesbezüglich vor:

Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. […]

Eine Reduzierung der Geschwindigkeit soll sicherstellen, dass das Fahrzeug ständig beherrscht werden kann. Fahren Sie mit Schneeketten, darf auch bei günstigen Bedingungen ein Tempo von 50 km/h nicht überschritten werden.

Autofahren bei Schnee setzt nicht nur eine Verringerung der Geschwindigkeit voraus, Sie sollten auch ausreichenden Abstand zum Vordermann lassen.

Fahren im Schnee mit Sommerreifen

Das Fahren bei Schnee ist nur mit Winterreifen erlaubt.

Das Fahren bei Schnee ist nur mit Winterreifen erlaubt.

Das Autofahren im Schnee ist nicht erlaubt, sofern das Fahrzeug auf Sommerreifen fährt. In Deutschland gilt nämlich die Winterreifenpflicht. Allerdings ist diese an kein konkretes Datum gebunden und somit stets von den Witterungsverhältnissen abhängig.

Die Mindestprofiltiefe für Winterreifen beträgt 1,6 Millimeter, Experten raten aber zu mindestens vier Millimetern. Im Jahren 2017 wurden die Anforderungen an Winterreifen und ihre entsprechende Kennzeichnung angepasst.

Die Bezeichnung „M+S“ (Matsch und Schnee) reicht fortan nicht mehr aus. Winterreifen müssen, damit sie auch als wintertauglich gelten, mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) gekennzeichnet werden.

Bis zum 30. September 2024 gilt allerdings noch eine Übergangsregelung, die es erlaubt, weiterhin Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ zu benutzen, sofern diese bis zum 31.12.2017 hergestellt worden sind.

Missachten Verkehrsteilnehmer die Winterreifenpflicht, drohen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog. So kann Sie das Autofahren bei Schnee mit Sommerreifen ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro kosten. Zusätzlich wird ein Punkt in Flensburg vermerkt.

Gut zu wissen: Bei Schnee Autofahren ist auch erlaubt, wenn das Fahrzeug über Allwetterreifen verfügt. Wohnen Sie allerdings in Gebieten, bei denen es viele Steigungen und Gefälle gibt, empfiehlt es sich eher, auf Winterreifen zurückzugreifen. Diese bieten meiste eine noch bessere Haftung auf der Fahrbahn.

Autofahren bei Schnee: Was vor Fahrtantritt zu beachten ist

Bevor Sie bei Schnee Autofahren dürfen, müssen Sie das Kfz, sofern es nicht in einer Garage steht, erst einmal von Schnee und Vereisungen befreien. Halten Sie sich nicht an die diesbezüglichen Vorschriften, drohen Sanktionen gemäß Bußgeldkatalog.

Bei diesen Ordnungswidrigkeiten im Winter, können folgende Bußgelder ausgesprochen werden (Punkte in Flensburg oder gar ein Fahrverbot sind nicht vorgesehen):

  • Kennzeichen nicht von Schnee befreit: 5 Euro
  • Motor warmlaufen lassen: 10 Euro
  • Frontscheibe nicht vollständig freigekratzt: 10 Euro
  • Dach des Fahrzeugs nicht von Schnee befreit: 25 Euro

Autofahren im Schnee: Tipps, um die Kontrolle zu behalten

Das Autofahren bei Schnee erfordert es, alle Lenkmanöver ruhig durchzuführen.

Das Autofahren bei Schnee erfordert es, alle Lenkmanöver ruhig durchzuführen.

Wie bereits erwähnt, ist das Autofahren bei Schnee durch die glatte Fahrbahn deutlich erschwert. Damit Sie nicht die Haftung verlieren und auch sonst gut über die verschneiten Straßen kommen, haben wir nachfolgend ein paar Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Fahren Sie unbedingt mit Winterreifen. Diese gewährleisten eine bessere Haftung auf der Fahrbahn.
  • Falls möglich, testen Sie das Bremsverhalten Ihres Fahrzeugs auf der Fahrbahn.
  • Bei Glätte empfiehlt es sich, im zweiten Gang anzufahren. Generell kann niedertouriges Fahren in einem hohen Gang das Fahren erleichtern.
  • Vermeiden Sie es, ruckartig zu lenken, sonst könnte der Wagen ins Schleudern geraten.
  • Kommt es zum Blitzeis, sollten Sie auf das Autofahren verzichten. Eine Haftung auf der Straße ist bei solchen Witterungsbedingungen nicht gewährleistet.
Wichtig: Grundsätzlich sollten Sie, wenn Sie Autofahren bei Schnee, alle Fahrmanöver langsam und ruhig ausführen.

Wie sich der Bremsweg bei Schnee verändert

Eine glatte Fahrbahn wirkt sich natürlich auf das Bremsverhalten des Fahrzeugs aus. Der Bremsweg wird unweigerlich länger, sodass ein ausreichender Abstand zum Vordermann Kollisionen vermeiden kann.

Zudem zeigt sich auch hier, wie wichtig es ist, das Autofahren bei Schnee nur mit Winterreifen durchzuführen. Sind Sie beispielsweise bei Tempo 100 auf glatter Fahrbahn mit Sommerreifen unterwegs, beträgt der Bremsweg zwischen 129 bis 193 Meter. Mit Winterreifen pendelt sich dieser Wert zwischen 110 und 139 Metern ein.

Auch ein ausreichender Reifendruck ist bei Schnee wichtig. Wie hoch dieser ausfallen sollte, können Sie dem Handbuch Ihres Kfz oder den Angaben des Reifenherstellers entnehmen.

Gangschaltung und Automatik: Anfahren bei Schnee

Das Anfahren gestaltet sich bei Schnee und Glätte ebenfalls sehr schwierig. Bei einem Fahrzeug mit Gangschaltung, empfiehlt es sich, im zweiten Gang anzufahren. So kann eine Haftung auf der Fahrbahn gewährleistet und das Durchdrehen der Reifen verhindert werden.

Bei Automatikfahrzeugen gibt es einen Wintermodus, welcher das Anfahren bei Schnee und Glätte unterstützt.

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