Angeln ohne Angelschein in Sachsen

Angeln ohne Angelschein: In Sachsen ist das in bestimmten Gewässern gestattet

Ist das Angeln in Sachsen erlaubt?

Ist das Angeln in Sachsen erlaubt?

Sachsen ist ein Bundesland, welches Stand- und Fließgewässer von insgesamt 2.600 Quadratkilometern zählt. Im Osten des Landes gibt es das Lausitzer Seenland, welches aus der Flutung der früheren Tagebaue entstanden ist und Karpfen und Co. bereit hält. Doch auch das Angeln in Leipzig oder der sächsischen Hauptstadt Dresden ist immer ein Erlebnis für Hobbyangler. Besonders die Elbe ist beliebt.

Aufgrund der Öffnung des Fischereigesetzes für den Freistaat Sachsen ist sogar das Angeln ohne Angelschein erlaubt. Dies gilt jedoch nur für bestimmte Gewässer, die Sie in diesem Ratgeber, umfassend erläutert, nachlesen können.

Wer sich jedoch nicht an die hiesigen Gesetze beim Angeln in Sachsen hält, muss mit Bußgeldern rechnen. Eine Vielzahl der Ordnungswidrigkeiten ist nachfolgend aufgezählt.

Tat­be­standBuß­geld
Vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig als Be­trei­ber ei­ner be­wirt­schaf­te­ten An­la­ge Per­so­nen oh­ne Angel­schein nicht oder un­ge­nügend unter­wiesen sowie nicht beauf­sichtigtbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig als Be­treiber einer bewirt­schafteten Anlage Erlaubnis­scheine an Per­sonen aus­gegeben, die kei­nen gül­tigen Fischerei­schein be­sitzenbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig Fisch­fang aus­geübt, ohne einen gültigen Fischerei­schein bei sich führen oder zur Kon­trolle auszu­händigenbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig Fische während der Schon­zeit oder vor Er­reichen des Schon­maßes gefangen und nicht un­verzüglich in das Ge­wässer zurück­gesetztbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig Fisch­fang auf Fisch­wegen aus­geübtbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig an, auf und in einem Gewäs­ser Fischerei­geräte oder andere Fang­mittel ohne Fischerei­schein fang­fertig mit sich geführtbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig Fisch­fang in Schon­bezirken aus­geübtbis zu 25.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig eine un­zulässige Angel oder eine un­zulässige Anzahl der Angeln ver­wendetbis zu 5.000 Euro
Vor­sätzlich oder fahr­lässig Fisch­fang mit einem Köder für Raub­fische in der Zeit vom 1. Feb­ruar bis zum 30. April aus­geübtbis zu 5.000 Euro
Solche Fischereigeräte und Fangmittel, mit denen eine Ordnungswidrigkeit vorbereitet oder begangen worden ist, können eingezogen werden. Diese Gegenstände, Geräte oder Fische dürfen danach vernichtet werden.

Ist das Angeln ohne Angelschein in Sachsen möglich?

Angeln mit einem Fischereischein in Sachsen

Angeln mit einem Fischereischein ist in Sachsen möglich.

In Sachsen gelten fischereirechtlich u.a. zwei Gesetze: zum einen das Sächsische Fischereigesetz, zum anderen die Sächsische Fischereiverordnung. Beide Gesetzesbücher stellen nicht nur die Regeln im Umgang mit der Angelwirtschaft im Bundesland auf, sondern definieren auch Ordnungswidrigkeiten und deren Bußgelder.

Um angeln zu können, sind in Sachsen grundsätzlich folgende Dokumente nötig:

  • Fischereischein aus Sachsen oder einem anderen Bundesland: Wurde der Angelschein nicht in Sachsen erlangt, ist es wichtig, dass der Angler auch eine Fischereiprüfung absolviert hat, um diesen Schein zu erlangen. Ein Touristenfischereischein, wie es ihn beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern gibt, ist nicht zulässig.
  • Erlaubnisschein: Der Pächter oder Besitzer eines Gewässers darf einer Person, die Besitzer eines Fischereischeins ist, zum Fischfang mit einer Handangel, dem Köderfischfang mit dem Senknetz oder der Entnahme von Fischnährtieren berechtigen. Letzteres ist auch ohne Angelschein möglich. Hierfür benötigt der Hobbyangler einen Erlaubnisschein, der die Erlaubnis zeigt, auf diesem Gewässer zu fischen.

Das Angeln ohne Angelschein ist in Sachsen an bewirtschafteten Anlagen möglich, also Angelteiche mit einer Fischzucht oder Teichwirtschaft. Hier dürfen Sie mit einer Handangel Fisch fangen. Der Anlagenbetreiber ist jedoch im Rahmen von Paragraph 3 Absatz 3 des Sächsischen Fischereigesetzes in der Pflicht, entweder selbst den „Umgang mit gefangenen Fischen und deren sachkündige Tötung“ zu erklären und den Angler während der Fischerei zu beaufsichtigen oder einen Inhaber eines Fischereischeins damit zu beauftragen.

Der Besitzer des Gewässers muss dies jedoch der entsprechenden Behörde melden, dass das Angeln ohne Angelschein in Sachsen bei ihm möglich ist. Aufgrund der Aktualität der Gesetzesänderung gibt es jedoch erst wenige, die dies beantragt haben.

Versäumt er eine der drei Möglichkeiten, muss er mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro rechnen. Das Angeln ohne Angelschein in Sachsen ist eine Straftat, weshalb ein Strafverfahren eingeleitet wird. Es kann entweder mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren Haft enden. Zudem bekommt der Schwarzangler einen Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis.

Möchte er danach einen Fischereischein in Sachsen beantragen, kann der Antrag abgelehnt werden, da die Behörde diese Straftaten prüft.

Den Angelschein in Sachsen machen

Es gibt vier verschiedene Varianten vom Fischereischein in Sachsen:

  • Jugendfischereischein für Jugendliche, die das 9. aber noch nicht das 16. Lebensjahr vollendet haben
  • Fischereischein für Jugendliche und Erwachsene, die das 16. Lebensjahr vollendet haben
  • besonderer Fischereischein für Personen mit einer nachgewiesenen Behinderung
  • Gastfischereischein für Personen, die nicht in Deutschland leben
Um den Fischereischein in Sachsen zu erlangen, müssen Sie die Prüfung bestehen

Um den Fischereischein in Sachsen zu erlangen, müssen Sie die Prüfung bestehen.

Um den Fischereischein in Sachsen zu erhalten, müssen Sie eine Prüfung absolvieren. Um hierfür zugelassen zu werden, ist ein Vorbereitungslehrgang nötig, der etwa 30 Unterrichtsstunden umfasst. Der theoretische Teil besteht aus der allgemeinen und speziellen Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde und der Gesetzeskunde.

Der praktische Teil umfasst den Gebrauch von Fanggeräten und der Behandlung gefangener Fische für die Erlangung vom Fischereischein in Sachsen. Die Prüfung muss laut Sächsischer Fischereiverordnung mindestens einmal im Jahr stattfinden. Zudem dauert sie 90 Minuten. Die Prüfung erfolgt an einem Computer, kann aber auch schriftlich oder mündlich stattfinden, wenn ein wichtiger Grund besteht.

Außerdem besteht sie aus einem Fragenkatalog mit 60 Fragen, also jeweils zwölf Fragen aus sechs Sachgebieten. Werden mindestens jeweils acht Fragen aus jedem Sachgebiet und insgesamt mindestens 45 Fragen richtig beantwortet, bekommt der Prüfling ein Zeugnis. Hat er nicht bestanden, erhält er eine mit einer Begründung versehene schriftliche Ergebnisfeststellung und kann die Prüfung beliebig oft wiederholen.

Ist der Vorbereitungslehrgang zum Angeln in Sachsen länger als ein Jahr her, muss er auch diesen wiederholen.

Angelschein in Sachsen: Die Kosten

Der Fischereischein bzw. das Angeln in Sachsen kostet natürlich Gebühren. Wer seinen Angelschein in Sachsen erwerben will, muss mit einer Verwaltungsgebühr von 34 Euro rechnen. Der Schein gilt auf Lebenszeit. Der Jugendfischereischein gilt nur bis zum 16. Geburtstag und kostet 7 Euro.

Der gleiche Preis wird für den besonderen Fischereischein in Sachsen fällig, der ebenfalls lebenslang gültig ist. Der Gastangelschein hat eine Gültigkeit von 30 Tagen und kostet 7 Euro. Er kann jeden Monat verlängert werden, bis zur Grenze von sechs Monaten und kostet pro Verlängerung 7 Euro.

Die Prüfungsgebühr für den Angelschein in Sachsen beträgt derzeit 30 Euro. Wer Mitglied in einem sächsischen Angelverband ist (Mitgliedsbetrag kostet etwa 100 Euro im Jahr), bekommt Vergünstigungen in den Pachtgewässern vom Landesangelverband (LAV) Brandenburg, LAV Sachsen-Anhalt, LAV Thüringen, LV Berlin, LAV Mecklenburg-Vorpommern, LAV Niedersachsen und Verband für Angeln und Naturschutz Thüringen. Bei diesen Gewässern können Sie dann für zehn Euro ein Jahr lang angeln.

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