Ein Abstandswarner kann die Sicherheit im Straßenverkehr signifikant erhöhen

Von Julia, letzte Aktualisierung am: 26. August 2019

Abstandswarner sind bei modernen Fahrzeugen meist bereits enthalten

Ein Abstandswarner kann rechtzeitig vor Kollisionen warnen.
Ein Abstandswarner kann rechtzeitig vor Kollisionen warnen.

Moderne Autos sind heutzutage oft serienmäßig mit zahlreichen helfenden Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Eine dieser intelligenten Systeme helfen beim Einparken, andere treten auf die Bremse, falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert, um einen Zusammenstoß zu vermeiden und wieder andere warnen diesen davor, wenn er den stets einzuhaltenden Sicherheitsabstand unterschreitet. Die letztere Technik wird als Abstandwarner bezeichnet.

Um diese und weitere spannende Fragen soll es in diesem Ratgeber gehen: Wie funktionieren Abstandssensoren? Kann ich einen Abstandswarner nachrüsten lassen? Gibt es Abstandswarner für die Garage?

FAQ: Abstandswarner fürs Auto

Wie funktioniert ein Auto-Abstandssensor?

Haben Sie einen Abstandswarner in Ihrem Kfz verbaut, sendet dieser permanent Strahlen aus, die zurückgeworfen werden. Anschließend kann das System die Entfernung berechnen und Sie rechtzeitig warnen, falls Ihr Sicherheitsabstand zu gering ist.

Kann ich Abstandssensoren nachrüsten (lassen)?

Ja, es gibt Systeme, die nachträglich eingebaut werden können. Vor allem eine Einparkhilfe lässt sich vergleichsweise leicht selbst installieren (mehr dazu hier). Wollen Sie ein Auto mit einem Abstandswarner nachrüsten lassen, der Sie während der Fahrt unterstützt, könnte das aber recht kostspielig werden.

Ist es möglich in der Garage einen Abstandswarner anzubringen?

Ja, dafür gibt es verschiedene Modelle, die teilweise für wenig Geld zu haben sind.

Einparkhilfe, Notbremsassistent und Tempomat: Der natürliche Lebensraum der Abstandswarner

Wird der Abstandswarner mit einem Notbremsassistenten verbunden, kann ggf. eine Gefahrenbremsung eingeleitet werden.
Wird der Abstandswarner mit einem Notbremsassistenten verbunden, kann ggf. eine Gefahrenbremsung eingeleitet werden.

Zunächst einmal sei Festgehalten, dass Abstandswarner, die kurz als ACC (Adaptive Cruise Control) bezeichnet werden, in verschiedenen Formen vorkommen kann: Die meisten Neuwagen sind bereits mit einem Notbremsassistenten ausgestattet, der den Fahrer in Verbindung mit einem Abstandswarner vor Zusammenstößen bewahren soll. In anderer Ausführung kann der Abstandswarner auch mit einem Tempomaten verbunden sein, sodass das Fahrzeug die Entfernung sowie das Tempo selbst steuert.

Das eigentliche Warnsystem bei einem Kfz-Abstandswarner ist oft ein Piep-Ton, der bei zu geringen Entfernungen ertönt. Einige Autofahrer kennen diesen von der Einparkhilfe. Das Prinzip ist das gleiche: Steht die Berührung mit einem anderen Fahrzeug unmittelbar bevor, wird der Fahrer mit Hilfe eines akustischen Signals und/oder einer Rückfahrkamera gewarnt, seine Fahrweise noch rechtzeitig zu ändern.

Abstandswarner: Funktion des intelligenten Beifahrers

Auch während der Fahrt kann ein Abstandssensor im Auto sehr sinnvoll sein. Denn eine großzügig gewählte Entfernung zu anderen Fahrzeugen beugt nicht nur Unfällen vor, sondern erhöht damit insgesamt die Sicherheit auf der Straße, da Ihnen mehr Reaktionszeit für unvorhergesehene Situationen bleibt.

Es gibt Ultraschall-Abstandswarner, Funk-Sensoren, Radar- und Lidar-Systeme für Autos.
Es gibt Ultraschall-Abstandswarner, Funk-Sensoren, Radar- und Lidar-Systeme für Autos.

Wie also funktioniert so ein Abstandswarner? Das System arbeitet – wie so viele im Straßenverkehr (bspw. Blitzer) – mit Hilfe von Strahlen. Diese werden von den in der Nähe befindlichen Objekten zurückgeworfen. Die Technik berechnet dann die Zeit, die die Strahlen für den zurückgelegten Weg benötigt haben, und kann so die Entfernung ermitteln. Der Abstandswarner kann mit zwei unterschiedlichen Strahlenarten betrieben werden:

  • Radar: Ein Abstandswarner, der Radar-Strahlen verwendet, hat eine hohe Reichweite und gilt bei schlechten Wetterverhältnissen als zuverlässiger als ein Lidar.
  • Lidar: Ein Lidar-System liefert schärfere Bilder auf einem Display, das mit dem Abstandswarner verbunden ist. Besonders, wenn die Technik in Kombination mit einer Einparkhilfe verwendet wir, ist das ein Vorteil. Allerdings ist die Lidar-Technik anfälliger für Störungen etwa bei Regen und hat eine kleinere Reichweite als Radar-Strahlen.

Übrigens haben einige Hersteller ihre PKW-Abstandswarner so programmiert, dass diese sich bei ungünstigen Sicht- und Wetterverhältnissen deaktivieren. Autofahrer sollen so dazu angehalten werden, besonders konzentriert auf den Verkehr zu achten.

Lässt sich ein Abstandswarner auf Radar-Basis nachrüsten?

Grundsätzlich ist es nur bedingt möglich, einen Radar-Abstandswarner zum Nachrüsten einbauen zu lassen. Das Problem ist das System, das aufwendig mit der Fahrzeugelektronik verbunden werden muss. So ist es beispielsweise unwirtschaftlich, einen Notbremsassistenten nachträglich einbauen zu lassen. Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Abstandswarner über Radar betrieben wird, lässt sich dieser in der Regel nur in Form einer Einparkhilfe nachrüsten.

Ein Abstandswarner auf der Autobahn kann Unfällen mit hohem Tempo vorbeugen.
Ein Abstandswarner auf der Autobahn kann Unfällen mit hohem Tempo vorbeugen.

Dann erhalten Sie über einen Signalton oder die Anzeige auf einem Display eine Warnung, wenn Sie sich anderen Objekten zu stark nähern. Für die eigentliche Fahrt mit dem Auto kann der Abstandswarner dann aber in der Regel nicht verwendet werden. In einer Werkstatt lassen sich die entsprechenden Sensoren ab 200 bis 400 Euro einbauen. Dabei kann es sinnvoll sein, den Abstandswarner zum Nachrüsten gleich vorne und hinten anbringen zu lassen.

Ist Ihnen allerdings auch ein Funk-Abstandswarner recht (oder Ultraschall), gibt es einige Sets, die Sie selbst an Ihrem Wagen installieren können, um beim Einparken Unterstützung zu erhalten. So kann ein Abstandswarner beispielsweise am Nummernschild befestigt werden und das entsprechende Gegenstück an Ihrer Fahrzeugarmatur mit den Informationen versorgen.

Wenn Sie einen Abstandssensor an Ihrem Auto nachrüsten wollen, der Sie bei der Fahrt rechtzeitig vor Hindernissen warnt, gibt es auch dafür einige Systeme. Diese verfügen dann meist über viele weitere Funktionen. So ein Abstandswarner für den PKW kann beispielsweise davor warnen:

  • sollte Ihr Abstand zum Vordermann zu gering werden,
  • wenn Sie die Geschwindigkeit überschreiten,
  • sollten Sie von der Fahrspur abkommen,
  • wenn Fußgänger in der Nähe sind.

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Abstandswarner für die Garage, die seitlich an den Wänden angebracht werden können. Das können beispielsweise kleine Kästen sein, die etwa die Farbe wechseln, wenn ein Objekt nur noch wenige Zentimeter entfernt ist.

Ein Abstandswarner schützt nicht vor Sanktionen

Wer den gesetzlich festgeschriebenen Mindestabstand zum Vordermann unterschreitet, muss in der Regel mit einem Bußgeld rechnen. Zwar schreibt die Straßenverkehrsordnung (StVO) keine genaue Angabe für den Sicherheitsabstand vor, an die sich alle Fahrer halten müssen, nur in §4 Abs.1 so viel:

Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird.

Allerdings können sich Autofahrer an den aktuell geltenden Bußgeldkatalog halten, wenn Sie keinen Bußgeldbescheid erhalten wollen, der Bußgelder und auch Punkte in Flensburg für eine Unterschreitung bereithalten kann. Bei einer Geschwindigkeit von beispielsweise 85 km/h drohen ab einer Entfernung von weniger als 5/10 des halben Tachowertes 75 Euro Geldbuße.

Allerdings sollten Sie Ihrem Abstandswarner nicht blind vertrauen. Vor Gericht (Az.: 3 Ss Owi 1480/18) konnte sich ein Mann, der ein Bußgeld in Höhe von 240 Euro zahlen und ein einmonatiges Fahrverbot hinnehmen sollte, am 6. November 2018 nicht durchsetzen. Er wollte den Richtern vermitteln, dass er den Abstandsverstoß während eines Augenblicksversagens begangen hat, weil sein Abstandswarner ihn wohl nicht rechtzeitig vor der Unterschreitung gewarnt hatte.

Das Gericht wies dieses Fahrverhalten zurück mit dem Hinweis, dass dieses nicht mit den Pflichten von Fahrzeugführern vereinbar sei. Diese müssen den Verkehrs stets im Blick haben und dürfen sich nicht blind auf moderne Technik verlassen.

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