Zoll bei Post- und Kuriersendungen: Welche Freigrenzen bestehen?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 9. März 2020

Wenn Schnäppchen aus dem Ausland teuer werden

Wann interessiert sich der Zoll für meine Post?
Wann interessiert sich der Zoll für meine Post?

Über das Internet können wir mit wenigen Klicks Waren aus der ganzen Welt bestellen und mithilfe der Post direkt an die Haustür liefern lassen. Ausgiebige Shoppingtouren im World Wide Web können unter Umständen aber schnell teurer werden als erwartet.

So fallen zum Beispiel bei Sendungen aus dem Ausland nicht selten hohe Versandkosten an. Darüber hinaus kann sich auch der Zoll für die Post interessieren. Denn nicht alle Produkte, die Sie bestellen können, dürfen Sie auch tatsächlich nach Deutschland einführen.

Doch welche Einfuhrbestimmungen müssen Sie beim Postweg beachten? Existiert eine Zollfreigrenze bei Post- bzw. Kuriersendungen? Und in welchen Fällen müssen Sie ggf. die Post beim Zoll abholen? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der nachfolgende Ratgeber.

FAQ: Zoll bei Post- und Kuriersendungen

Wann fallen Zollgebühren für Post an?

Erfolgt die Zustellung von Sendungen aus Nicht-EU-Ländern beispielsweise per Deutsche Post oder DHL, prüft der Zoll den Warenwert und erhebt ggf. Gebühren. Eine Übersicht zu den Wertgrenzen finden Sie hier.

Welche Regelungen gelten innerhalb der EU?

Innerhalb der EU erhebt der Zoll unabhängig vom Warenwert auf Postsendungen keine zusätzlichen Gebühren.

Darf der Zoll Pakete und Briefe kontrollieren?

Ja, um herauszufinden ob die Sendungen verbotene Waren enthalten, darf der Zoll die Post untersuchen und Pakete öffnen.

Wann erhebt der Zoll bei Post Gebühren?

Geschenke bevorzugt: Wie hoch der Zollfreibetrag für Post ist, hängt von der Art der Sendung ab.
Geschenke bevorzugt: Wie hoch der Zollfreibetrag für Post ist, hängt von der Art der Sendung ab.

Ob bei einer Sendung per Post Zollgebühren anfallen, hängt in erster Linie vom Standort des Absender und dem Warenwert ab. So ist innerhalb der Europäischen Union versendete Post üblicherweise vom Zoll befreit. Dies gilt unabhängig vom Wert der Waren.

Anders sieht es hingegen bei Bestellungen aus sogenannten Drittländern aus. Denn in diesem Fall entscheiden die Kosten der Sendung, ob der Zoll für die Post noch zusätzliche Gebühren erhebt. Für die Einschätzung werden dabei grundsätzlich der Preis der Ware sowie das gezahlte Porto berücksichtig. Die Unterscheidung sieht dabei wie folgt aus:

Waren­wert
(Preis + Porto)
Ein­fuhr­umsatz­steuer
(7 bzw. 19 %)
Zoll
(ab­hängig vom Zoll­tarif)
unter 22 Euronein nein
zwischen 22 und 150 Eurojanein
über 150 Euro jaja

Liegt der Warenwert über 22 Euro, die nachträglich zu zahlende Steuer beläuft sich allerdings auf weniger als 5 Euro, verzichtet der Zoll bei der Post auf die Erhebung. Denn in einem solchen Fall rechnet sich der mit diesem Vorgang verbundene Aufwand nicht.

Übrigens! Bei privaten Geschenksendungen gelten grundsätzlich höhere Wertgrenzen. Bei diesen erhält der Absender für den Inhalt des Pakets keine Bezahlung. Keinerlei Abgaben fallen demnach bis zu einem Gesamtwert von 45 Euro an und Zollgebühren werden erst bei Sendungen über 700 Euro an.

Problematische Inhalte bei Postsendungen

Greifen beim Inhalt Einfuhrverbote, wird die Post vom Zoll beschlagnahmt.
Greifen beim Inhalt Einfuhrverbote, wird die Post vom Zoll beschlagnahmt.

Damit die Beamten beim Zoll feststellen können, ob Gebühren anfallen, ist  der Absender dazu verpflichtet, außen am Paket Angaben zum Inhalt machen. Fehlt bei der Post eine entsprechende Zollinhaltserklärung, muss der Empfänger die fehlenden Unterlagen erbringen und das Paket beim Zoll abholen.

Der Zoll beschäftigt sich aber nicht nur mit dem Warenwert der Sendungen, sondern überprüft stichprobenartig auch, ob für den Inhalt ein Einfuhrverbot oder sonstige Beschränkungen gelten. So zieht der Zoll ggf. Post aus dem Verkehr, die Medikamente oder Lebensmittel enthält.

Außerdem ist die Einfuhr von gefälschten Markenprodukten über den Postweg untersagt, wenn der Absender diese gewerblich verkauft. Daher müssen Sie damit rechnen, dass die Zollbeamten auch einzelne Artikel beschlagnahmen. Darüber hinaus können die Markenhersteller ggf. Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen.

Sie möchten wissen, welche zusätzlichen Kosten bei Bestellungen aus dem Internet auf Sie zukommen? Für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern können Sie die anfallenden Gebühren mithilfe der App „Zoll und Post“ ermitteln. Diese gibt das Bundesministerium der Finanzen (BMF) heraus.

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