Tankbetrug – Welche Strafe gibt es dafür?

Wie wird Tankbetrug definiert?

Ein Tankbetrug benötigt einen Vorsatz.

Ein Tankbetrug benötigt einen Vorsatz.

Unter Tankbetrug wird gewöhnlich das Tanken ohne zu bezahlen verstanden – so einfach ist es allerdings nur auf den ersten Blick. Tatsächlich ist die Rechtssprechung komplizierter. Um einen Betrug an der Tankstelle handelt es sich laut dem Recht in Deutschland, wenn der Täter bereits mit dem Vorsatz dorthin kommt, nicht zu zahlen. Denn dann täuscht er dem Tankstellenbesitzer vor, er wolle für das Benzin den entsprechenden Geldbetrag entrichten. Fällt jemand den Entschluss, nicht zu zahlen, jedoch erst nach dem Zapfen des Kraftstoffes, liegt kein Betrug vor. In diesem Fall handelt es sich entweder um eine Unterschlagung oder um einen Benzindiebstahl.

Anhand dieser Definition lässt sich erkennen, dass es im Einzelfall sehr schwierig sein kann, zwischen Tankbetrug, Tankdiebstahl und Unterschlagung zu unterscheiden. Im Folgenden soll es um die im Recht vorgesehenen verschiedenen Strafen gehen, die für die jeweiligen Delikte zu erwarten sind. Darüber hinaus wird die Frage beantwortet, was passiert, wenn ein Fahrer einfach vergisst, für das Tanken zu bezahlen.


Die Folgen von Tankbetrug gemäß dem Strafrecht

Was ist für das Tanken ohne zu bezahlen laut Strafrecht zu erwarten? Wenn es als Unterschlagung gewertet wird, beträgt das maximale Strafmaß laut dem Strafgesetzbuch (StGB Paragraph 246, Absatz 1) drei Jahre Freiheitsentzug oder eine Geldstrafe. Wird von einem Tankbetrug laut StGB ausgegangen, also von einer Vorspiegelung falscher Tatsachen bei gleichzeitigem Vorsatz, liegt das maximale Strafmaß bei fünf Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe. Dabei folgt die Strafe für Tankstellenbetrug der im StGB (Paragraph 263) festgelegten Strafe für Betrug.

Benzindiebstahl wird im Strafrecht ebenfalls mit dem Höchstmaß von fünf Jahren Freiheitsentzug bzw. einer entsprechenden Geldstrafe geahndet. Diebstahl an der Tankstelle kann also dasselbe Strafmaß nach sich ziehen wie ein Tankbetrug.

Gibt es einen Tankbetrug aus Versehen?

Ein Betrug an der Tankstelle kann mit Freiheitsentzug bestraft werden.

Ein Betrug an der Tankstelle kann mit Freiheitsentzug bestraft werden.

Manchmal kommt es vor, dass ein Fahrer die Tankrechnung nicht bezahlt, weil er sie einfach vergisst. Es ist durchaus möglich, dass jemand mit den Gedanken woanders ist und die Tankstelle deshalb verlässt, ohne zu zahlen. Gerade zu später Stunde nach einem langen Arbeitstag lässt die Konzentration nach. Auch in der Urlaubszeit bei einer langen stressigen Fahrt zum Urlaubsort mit den Kindern ist es nicht unwahrscheinlich, dass der ein oder andere etwas vergisst. In solch einem Fall liegt theoretisch kein Tankbetrug vor – wobei schwer zu beweisen sein dürfte, dass die Tankrechnung lediglich vergessen worden ist. Auch wenn ein „Wegfahrer“ an der Tankstelle keine Straftat begehen wollte, kann er natürlich trotzdem angezeigt werden.

Wie ist das Verfahren bei Tankbetrug?

Viele Tankstellenbesitzer versuchen, sich mithilfe von Überwachungkameras vor den Folgen von Tankbetrug zu schützen. Fährt nun jemand weg, ohne zu bezahlen, stehen dem Besitzer zwei Wege offen, um mit Rechtsmitteln gegen den Diebstahl vorzugehen.

  • Ist das betrügerisch angeeignete Benzin weniger wert als 50 Euro, muss er einen so genannten Strafantrag stellen.
  • Ist der Preis für den entwendeten Kraftstoff höher als 50 Euro, reicht eine Anzeige aus, damit die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitet.

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