Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung: Geld für zerebrale Verletzungen

Von Clarissa, letzte Aktualisierung am: 16. September 2019

Wie viel Schmerzensgeld ist bei einer Gehirnerschütterung zu erwarten?

Ver­letzungSchmer­zen­sgeld bei einer Ge­hirn­erschüt­te­rungGe­richt/ Jahr
Leichte Gehirn­erschütterungca. 130 €AG Köln/­1980
(Az. 264 C 30/80)
Gehirn­erschütterung, HWS-­Syndrom, zahlreiche Prellungenca. 1.125 €AG Koblenz/­1990
(Az. 43 C 2716/89)
Gehirn­erschütterung, HWS-­Syndrom, Steißbein­prellungca. 2.560 €OLG Braunschweig/­2002
(Az. 3 U 78/01)
Gehirn­erschütterung, Schädel­prellung, Nasenbein­fraktur, Übelkeit, Erbrechen, Schlaf­losigkeit, starke Schmerzen, eingeschränkte Nahrungs­aufnahme in den ersten Tagen5.000 €LG Bielefeld/­2014
(Az. 5 O 8/13)
Schwere Gehirn­erschütterung, Nerv­verletzung, dadurch bedingte dauernde Kopf­schmerzen, HWS-Syndrom, multiple Prellungenca. 5.620 €OLG Hamm/­1984
(Az. 13 U 297/83)

Vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns durch Erschütterung

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung verlangen zu können?
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung verlangen zu können?

Das Gehirn des Menschen ist ein besonders empfindliches Organ, welches aufgrund seiner lebenswichtigen Funktion eines speziellen Schutzes bedarf. Daher befindet es sich im Schädelinneren und ist zusätzlich mit einer Flüssigkeit umgeben, die „liquor cerebro­spinalis“ genannt wird. Kommt es zu einem Aufprall oder einem stumpfen Schlag gegen den Kopf, kann eine Gehirnerschütterung die Folge sein.

Dabei stößt das Gehirn von innen gegen die Schädelwand, was dazu führt, dass seine Funktionsweise vorübergehend gestört wird. Der medizinische Ausdruck für eine Gehirnerschütterung lautet „commotio cerebri“. Zu den Symptomen zählen unter anderem Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Auch Bewusstlosigkeit oder Erinnerungslücken sind charakteristisch für eine Erschütterung des Denkorgans.

Wann Geschädigte Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung geltend machen können und wie hoch die Entschädigungssumme bei einer solchen Verletzung in etwa ausfällt, lesen Sie in unserem Ratgeber.

FAQ: Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung

Unter welchen Beschwerden leiden Betroffene bei einer Gehirnerschütterung?

Neben Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Erbrechen sind bei einer Gehirnerschütterung weiterhin Bewusstlosigkeit oder Erinnerungslücken möglich.

Kann ich Schmerzensgeld bei einer erlittenen Gehirnerschütterung erhalten?

Entstand die Gehirnerschütterung durch das Fremdeinwirken einer dritten Person, haben Sie in der Regel einen Anspruch auf Schmerzensgeld.

Wie viel Schmerzensgeld ist bei einer Gehirnerschütterung möglich?

Welche Summen von diversen Gerichten bei einer erlittenen Gehirnerschütterung festgesetzt wurden, lesen Sie in dieser Tabelle.

Gehirnerschütterung: Wann muss Schmerzensgeld gezahlt werden?

Wurden Sie beispielsweise in eine Schlägerei verwickelt oder hatten einen Autounfall und leiden nun unter einer Gehirnerschütterung? § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zufolge besteht immer dann ein Anspruch auf die Zahlung von Schmerzensgeld, wenn der Schaden durch das Fremdeinwirken einer dritten Person herbeigeführt wurde.

Demzufolge können Sie als Geschädigter Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung fordern, wenn Ihnen die jeweilige Verletzung unverschuldet beigebracht wurde. Die Versicherung des Schädigers muss im Normalfall für die Entschädigungssumme aufkommen.

Woran bemisst sich die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung?

Es existieren mehrere Faktoren, die das Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung beeinflussen können.
Es existieren mehrere Faktoren, die das Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung beeinflussen können.

Es ist von diversen Faktoren abhängig, wie hoch das Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung letztendlich ausfällt. Es muss stets eine individuelle Einzelfall­entscheidung getroffen werden, schließlich gleicht in der Regel keine Hirnverletzung der anderen. Es spielt dementsprechend beispielsweise eine Rolle, wie schwer die Erschütterung ist, wie lange die ärztliche Behandlung bzw. der Heilungsprozess dauert oder ob dauerhafte Schäden daraus resultieren.

Um die Höhe vom Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung festzusetzen, haben geschädigte Personen zwei Möglichkeiten:

  1. Außergerichtliche Verhandlungen mit der Versicherung des Schädigers
  2. Festsetzung der Schmerzensgeldsumme durch einen Richter im Zuge einer gerichtlichen Verhandlung

Unabhängig davon, für welche Variante Sie sich entscheiden: Im Zentrum beider Verhandlungen steht eine sogenannte Schmerzensgeldtabelle. In einer solchen sind Urteile aus der Vergangenheit inklusive der jeweiligen Entschädigungssummen festgehalten, die bei Verletzungen ähnlicher Art gezahlt wurden. Die Schmerzensgeldtabelle, die Sie weiter oben finden, stellt einen ersten Orientierungspunkt dar, wenn Sie herausfinden möchten, wie viel Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung möglich ist.

Möchten Sie auf der sicheren Seite sein, wenn Sie Schmerzensgeld bei einer Gehirnerschütterung geltend machen, bietet sich die Unterstützung von einem Anwalt an. Dieser weiß genau um die Tricks der gegnerischen Versicherung, um die zu zahlende Summe grundlos zu verringern und kann dem gleich zu Beginn der Verhandlungen entgegenwirken.
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