Tempolimit wegen Blow Ups: Autobahnen brechen auf

News vom 26.06.2017 um 8:35 Uhr

Hitzeschäden setzen deutschen Autobahnen zu.

Hitzeschäden setzen deutschen Autobahnen zu.

Wegen der Gefahr von hitzebedingten Straßenschäden wurde vergangene Woche auf mehreren Autobahnen ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern verhängt. Teile der A6 in Baden-Württemberg und der A7 in Hessen wurden sogar vorübergehend gesperrt. Obwohl diese Schäden jedes Jahr auftreten, sind die Maßnahmen eher kurzfristig angelegt.

Die Hitze setzt Fahrern und Straßen gleichermaßen zu

Unter der anhaltenden Wärme leiden bundesweit nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch die Straßen. Die Sommerhitze lässt in Deutschland vielerorts Straßenschäden entstehen: sogenannte Blow Ups, die PKW- und Motorradfahrern zum gefährlichen Verhängnis werden können.

Blow Ups gibt es jedes Jahr, wenn anhaltende Hitzewellen von über 30 Grad das Land lahmlegen. Etwa 30 Prozent der deutschen Autobahnen sind aus Betonplatten zusammengesetzt. Dieser dehnt sich nach oben hin aus und wirft Blasen: die Blow Ups. Diese aufgeplatzten Straßenteile können lebensgefährlich werden, weil sie im Extremfall sekundenschnell aufbrechen. Ein Ausweichen ist dann oft nicht mehr möglich.

Schlechter Straßenbelag erfordert Tempolimits und Sperrungen

Eine Maßnahme zur Vermeidung von Unfällen und zur Vorbeugung von Blow Ups ist die vorübergehende Einführung eines Tempolimits auf vielen Autobahnen bzw. Autobahnabschnitten. Auch ganze Sperrungen von Teilstrecken wurden in die Wege geleitet, um die bereits entstandenen Schäden auszubessern.

In vielen Bundesländern gibt es das Problem der Blow Ups gar nicht. Das lässt sich nicht unbedingt auf höhere Temperaturen zurückführen, sondern vor allem auf Qualitätsunterschiede im Straßenbelag. Je älter dieser ist, desto anfälliger ist er auch für Blow Ups. Auch die Dicke der Fahrbahn ist ausschlaggebend; je dicker, desto robuster ist sie. Kurzfristig werden einige der Betonplatten durch Dehnungsstreifen aus Asphalt ausgetauscht. Langfristig muss die gesamte Betondecke durch eine robustere ersetzt werden.

In südeuropäischen Ländern tauchen Blow Ups auch eher selten auf. Obwohl die Fahrbahnen dort einer länger anhaltenden Hitze ausgesetzt sind. Das liegt zum einen daran, dass weniger Beton verarbeitet wird und zum anderen an der generell höheren Außentemperatur. Ist die beim Einbauen des Betons schon hoch, gibt es später weniger Temperaturschwankungen, die dem Stoff zusetzen.

Im folgenden Video erfahren Sie, welche Maßnahmen bei Hitzeschäden getroffen werden:

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