Der rasende Rentner im Rollstuhl: Getunter Rolli bringt Polizei ins Schwitzen

News vom 24.01.2018 um 15:16 Uhr

Von wegen behäbig: Der rasende Rentner zeigt im Rollstuhl, dass es auch anders geht.

Von wegen behäbig: Der rasende Rentner zeigt im Rollstuhl, dass es auch anders geht.

Wesel. Mit 50 km/h durch die Innenstadt – klingt so erstmal nicht problematisch, handelt es sich doch regelmäßig um die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit für Kfz-Fahrer innerorts. Der Polizei im nordrhein-westfälischen Wesel jedoch ging nun ein sonderbarer Fang ins Netz: Ein 65-Jähriger hatte seinen Elektro-Rollstuhl so „frisiert“, dass dieser Spitzengeschwindigkeiten von 50 km/h erreichte. Nach einer Verfolgungsjagd kassierten die Beamten den Mann und dessen Fahrzeug. Der rasende Rentner im Rollstuhl muss nun mit einem Strafverfahren rechnen.

Bei Geschwindigkeiten jenseits der 25 km/h Fahrerlaubnis nötig

Problematisch für den Rollstuhlfahrer mit seinem getunten Gefährt: Bei mehr als 25 km/h gefahrener Geschwindigkeit benötigte der rasende Rentner auch im Rollstuhl eine gültige Fahrerlaubnis. Diese aber konnte er nicht nachweisen, wodurch zunächst der Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis erfüllt sein dürfte.

Gemäß § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) droht dem Rollstuhlraser allein dafür eine Geldstrafe oder bis zu einjährige Freiheitsstrafe.

Mögliche Gefährdung nicht auszuschließen

Ob der rasende Rentner im Rollstuhl auch noch weitere Straftatbestände erfüllte, bleibt abzuwarten. Denkbar wären:

Zudem können für das Fahren mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug 70 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg drohen.
Wie der rasende Rentner seinen Rollstuhl auf eine solche hohe Geschwindigkeit bringen konnte, ist derzeit nicht bekannt.

Wie der rasende Rentner seinen Rollstuhl auf eine solche hohe Geschwindigkeit bringen konnte, ist derzeit nicht bekannt.

Aufgefallen war er in seinem ungewöhnlich fixen Gefährt, als er vor einem Bahnhof Fußgänger und Radfahrer mit überhöhter Geschwindigkeit überholte – wohl auf dem Gehweg. Entkommen konnte er mit seinem Rollstuhlflitzer den Polizisten dennoch nicht. Sie zogen sicherheitshalber auch das Gefährt aus dem Verkehr.

Welche Umbauten der rasende Rentner an seinem Rollstuhl vorgenommen hatte, damit dieser derart hohe Geschwindigkeiten erzielte, ist noch nicht bekannt. Vielleicht kann ein Sachverständiger hier Aufklärungsarbeit leisten.

Immer wieder erstaunen findige Bastler Polizei und Öffentlichkeit mit ihrem Erfindungsreichtum. Darunter fanden sich im letzten Jahr etwa eine Bierkiste, die mit einem Rasenmähermotor zum Fahren gebracht wurde, oder ein mit einem Kettensägenmotor getuntes Fahrrad.

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