Mit dem Fahrrad zur Schule fahren: Eine viel diskutierte Problematik

Eltern sind sich unsicher, ob das eigene Kind mit dem Rad zur Schule fahren sollte

Mit dem Fahrrad zur Schule: In der Grundschule verbietet das manchmal die zuständige Schulleitung.

Mit dem Fahrrad zur Schule: In der Grundschule verbietet das manchmal die zuständige Schulleitung.

Gerade wenn Kinder noch jünger und unerfahrener im Leben sind, zeigen sich Eltern häufig besonders besorgt. Das gilt auch, wenn es darum geht, dass diese selbständig den Weg zur Schule antreten.

Ein kontrovers diskutierte Frage ist dabei oft: „Darf mein Kind mit dem Fahrrad zur Schule fahren?“

Der vorliegende Ratgeber bespricht diese Problemfrage im Detail. Hier erfahren Sie unter anderem, was für und gegen den Schulweg mit dem Fahrrad sprechen kann. Dazu liefern wir Ihnen ein paar Sicherheitstipps, die Sie direkt an Ihre Kinder weitergeben können.

Kann es verboten sein, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren?

Tatsächlich gibt es keine Gesetze bzw. allgemeingültige Richtlinien, durch welche Kinder nicht mit dem Fahrrad zur Schule fahren können. Die Entscheidungsgewalt obliegt grundsätzlich den Eltern der Schulkinder.

Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass eine zuständige Schulleitung ein Verbot für Kinder ausspricht, welche noch nicht die sogenannte Radfahrprüfung abgeschlossen haben. Diese findet oft in der dritten oder vierten Klasse statt und sensibilisiert Grundschüler für die Gefahren im öffentlichen Verkehr.


Viele Grundschüler fahren gern mit dem Fahrrad zur Schule. Dabei ist auf Sicherheit zu achten.

Viele Grundschüler fahren gern mit dem Fahrrad zur Schule. Dabei ist auf Sicherheit zu achten.

Eine rechtliche Grundlage besitzen solche Vorgaben jedoch nicht in Ordnung: Keine Schule darf es Schülern verbieten, mit dem Rad zum Unterricht zu fahren.

Dabei spielt es keine Rolle, wie jung die betroffenen Kinder sind. Selbst eine Helmvorschrift ist nicht rechtlich bindend. Entscheidend sich Eltern also dafür, dass ihre Sprösslinge mit dem Fahrrad zur Schule fahren dürfen, gibt es theoretisch nichts, was dies schlussendlich verhindern kann.

Auch versicherungstechnisch ergeben sich dabei keine Probleme. Auf dem Schulweg sind die Heranwachsenden nämlich über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.

Eine Berufsgenossenschaft unterstützt Betroffene nach einem Unfall, wie es auch bei Arbeitnehmern der Fall ist.

Die beste Vorgehensweise

Zwar darf eine Schulleitung vom rechtlichen Standpunkt aus kein Verbot aufstellen. Eltern, die Ihr Kind prinzipiell mit dem Fahrrad zur Schule schicken wollen, sollten jedoch abwägen, ob sie sich direkt gegen die verantwortlichen Personen auflehnen wollen. Denn womöglich gibt es für das Verbot, rechtmäßig oder nicht, gute Gründe. Folgende Gedanken können diesem zu Grunde liegen:

  • Es herrscht eine extrem gefährliche Verkehrsumgebung, wodurch eine hohe Unfallgefahr besteht.
  • Es kam bereits vermehrt zu Unfällen an besonders unübersichtlichen Stellen.

Selbst bei einer schwierigen Verkehrssituation, sollten Eltern jedoch nicht immer selbst zum Autoschlüssel greifen, um ihre Sprösslinge zur Schule zu fahren. Denn der dadurch zunehmende Verkehr vor Schulen führt selbst nicht selten zu Unfällen, die vermieden werden können, wenn sichere Alternativen zur Wahl stehen. Sinnvoller kann es daher sein, sich mit der Schulleitung auseinander zu setzen und die Schulkinder intensiv auf den öffentlichen Verkehr vorzubereiten. Dabei entscheidet auch das Alter darüber, ob Kinder, die mit dem Fahrrad zur Schule unterwegs sind, auf der Straße Rad fahren müssen oder sich noch für den Gehweg entscheiden können.

Zusammenarbeit ist hier das Stichwort. Väter und Mütter können beispielsweise auch ihre Unterstützung anbieten, wenn es darum geht, verkehrsvorbereitende Maßnahmen zu treffen. Schulen mangelt es oft an ausreichend Lehrkräften, weshalb oft direkt ein Verbot ausgesprochen wird, anstatt sich früh der Verkehrserziehung anzunehmen.

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