Asbest sicher entsorgen: Durchführung, Kosten & Co.

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 27. Juni 2019

Wie werden Sie den krebserregenden Stoff los?

Die Asbestbeseitigung sollte in der Regel einem Fachmann überlassen werden.

Die Asbestbeseitigung sollte in der Regel einem Fachmann überlassen werden.

Asbest galt in den 1960er- bis 80er-Jahren als wahres Wundermittel: Er ist seht hitzebeständig, widerstandsfähig gegen Chemikalien, nicht brennbar und sowohl zugfest als auch elastisch. Des Weiteren lässt es sich gut mit anderen Materialien verbinden und ist dabei kostengünstig und leicht verfügbar.

Diese Eigenschaften sorgten dafür, dass Asbest viel genutzt wurde, beispielsweise in Fassaden oder Dachplatten. Doch auch in Fliesenkleber und Rohrummantelungen lässt sich Asbest nachweisen. In den 1990er-Jahren stellte sich jedoch heraus, dass Asbest gesundheitsgefährdend ist. Er besteht aus feinen Fasern, die, wenn sie eingeatmet werden, unter anderem Lungenkrebs auslösen können.

Aus diesem Grund wurde der Stoff in Deutschland im Jahr 1993 verboten. Seit 2005 darf er innerhalb der ganzen EU nicht mehr verwendet werden. Möchten Sie Asbest entsorgen, sind aufgrund seiner gesundheitsgefährdenden Eigenschaften spezielle Vorkehrungen zu ergreifen. Mehr dazu erklärt der folgende Ratgeber.

Asbest entfernen: Am besten einen Fachmann beauftragen

Asbest ist in vielen Bereichen zu finden, z. B. auf Dächern oder in Fassaden. Werden beispielsweise Renovierungsarbeiten durchgeführt, können sich leicht Fasern lösen, die dann von Personen, die sich in der Nähe aufhalten, eingeatmet werden. Diese Asbestfasern sind, wie wir bereits einleitend erwähnt haben, gesundheitsschädlich und können Krebs auslösen.

Möchten Sie Asbest entsorgen lassen, müssen deshalb besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Es empfiehlt sich, wenn Sie eine Fachfirma mit den Arbeiten beauftragen. Diese sollte über eine behördliche Zulassung verfügen.

Unternehmen dieser Art wissen genau, was bei der Arbeit mit asbesthaltigen Materialien zu beachten ist, wie der Transport über die Bühne gebracht werden muss wie Asbest korrekt entsorgt wird.

Das folgende Video fasst kurz und knapp zusammen, welche Gefahren vom Asbest ausgehen und was bei der Sanierung zu beachten ist:

 

Entsorgung von Asbest: Welche Kosten berechnet ein Fachbetrieb?

Platten aus Eternit mit Asbest entsorgen: Die Kosten variieren je nach Abgabestelle.

Platten aus Eternit mit Asbest entsorgen: Die Kosten variieren je nach Abgabestelle.

Für die Asbestentsorgung fallen gewisse Kosten an. Eine pauschale Angabe lässt sich jedoch nicht machen, da viele unterschiedliche Faktoren den zu zahlenden Preis beeinflussen. Möchten Sie beispielsweise Asbest vom Dach entsorgen lassen, sind Kosten zu erwarten, die sich aus den folgenden Posten zusammensetzen:

  • Kosten für die Anfahrt
  • Miete für ein Gerüst
  • Arbeitsstunden
  • Kosten für die Verpackung des asbesthaltigen Materials
  • Kosten für die Entsorgung
Soll ein Unternehmen Stoffe wie Asbestplatten entsorgen, hängen die Kosten außerdem vom Anbieter an sich ab. Des Weiteren ist entscheidend, in welcher Region Sie leben und wie groß das Projekt ist. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, wenn Sie vorher einen Kostenvoranschlag einholen.

Dürfen Sie die Asbestentsorgung privat durchführen?

Das Heimwerken und eigenständige Renovieren der eigenen vier Wände steht momentan wieder hoch im Kurs. Arbeiten dieser Art selbst durchzuführen, bringt den Heimwerkern nicht nur Freude, sondern hilft auch dabei, Kosten zu sparen. Auf Grund des Fachkräftemangels im Handwerk steigen nämlich die Preise, außerdem müssen Kunden oft monatelang auf einen Fachmann warten.

Vor diesem Hintergrund stellen sich viele Privatleute die Frage, ob sie Asbest auch selbst entsorgen dürfen. Hier ist von Belang, um welche Art von asbesthaltigen Materialien es sich handelt. Schwach gebundene Asbestprodukte dürfen in keinem Fall von Privatleuten entsorgt werden. Das betrifft also Stoffe, die sehr leicht Asbestfasern abgeben und von denen deshalb eine große Gefahr ausgeht. Hier muss ein von den zuständigen Behörden zugelassener Fachbetrieb die Arbeiten übernehmen.

Anders verhält es sich, wenn Sie Produkte, bei denen der Asbest fest gebunden ist, wie beispielsweise Wellasbest, entsorgen möchten. In Fällen dieser Art dürfen auch Privatleute Hand anlegen. Doch Vorsicht: Bei der Entsorgung von Asbest, die privat erfolgt, müssen die gleichen Regelungen befolgt werden, die auch Fachbetriebe einhalten müssen.

Wenn Sie Asbest selber entfernen, sind strenge Sicherheitsvorkehrungen nötig.

Wenn Sie Asbest selber entfernen, sind strenge Sicherheitsvorkehrungen nötig.

Asbest privat entsorgen: Das ist zu beachten

Möchten Sie selbst Asbest von Dach & Co. entsorgen, sind dabei viele Regeln zu beachten. Die Baustoffe dürfen nicht zerbrochen oder zersägt werden, da sich ansonsten Asbestfasern lösen können.

Alle Arbeiter müssen zudem spezielle Schutzkleidung tragen. Entsteht Staub, muss dieser mit einem Industriestaubsauger der Klasse H entfernt werden, der über eine spezielle Asbestzulassung verfügt.

Werden die Platten nicht sofort entsorgt, müssen diese zusätzlich korrekt zwischengelagert werden. Dazu ist es nötig, diese so zu verpacken, dass keine Fasern austreten können. Wurden Arbeiten an Dächern durchgeführt, ist außerdem zu beachten, dass die Dachrinnen nach Entfernen der Platten gereinigt und gespült werden müssen.

Asbest korrekt zu entsorgen ist für Privatpersonen unter gewissen Voraussetzungen zwar möglich, allerdings kann dabei viel schief gehen. Des Weiteren sind sich Laien häufig nicht richtig darüber im Klaren, welche Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich ergriffen werden müssen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich in den meisten Fällen, einen Fachmann zurate zu ziehen. Auch wenn dann höhere Kosten für die Asbestentsorgung anfallen, so sollte hier doch nicht zu Lasten der eigenen Gesundheit am falschen Ende gespart werden.

Was kostet die private Asbestentsorgung?

Wenn Sie Asbest selbst entsorgen, müssen Sie die Platten in spezielle Säcke, „Big Bags“ genannt, verpacken. Diese sind je nach Größe für etwa 10 bis 30 Euro käuflich zu erwerben. Dieser Betrag gehört zu den Entsorgungskosten für Asbest. Die Säcke lassen sich gut verschließen, so dass keine Fasern austreten können.

Diese Big Bags müssen dann bei einer örtlichen Deponie abgegeben werden. Informieren Sie sich zuvor, bei welchem Anbieter Sie Platten aus Asbest und andere Materialien anliefern dürfen. Des Weiteren gibt es je nach Deponie teilweise auch Höchstmengen, die Privatleute beachten müssen.

Die Kosten für die Entsorgung von Asbest, beispielsweise Wellplatten, variieren je nachdem, wo Sie die Reste abliefern. Staubdicht verpackte Kleinmengen werden meist gegen eine geringe Gebühr ab etwa 10 Euro angenommen. Bei größeren Mengen steigt der Preis entsprechend. Für eine Tonne werden meist ab 130 Euro aufwärts berechnet.

Wenn Sie Asbest falsch entsorgen, droht im schlimmsten Falle eine Freiheitsstrafe.

Wenn Sie Asbest falsch entsorgen, droht im schlimmsten Falle eine Freiheitsstrafe.

Unerlaubte Entsorgung von Asbestplatten & Co: Welche Strafe droht?

Die korrekte Entsorgung von Müll soll sowohl Menschen als auch Umwelt schützen. Wer unerlaubt Abfall entsorgt, muss mit entsprechenden Sanktionen rechnen. Diese variieren je nach Bundesland und nach Schwere des Verstoßes.

Für besondere Abfallformen gelten in diesem Zusammenhang jedoch spezielle Regeln. Laut § 326 des Strafgesetzbuches (StGB) gilt Folgendes: Wenn eine Person krebserzeugende Stoffe – und dazu gehört Asbest – unter anderem sammelt, befördert, lagert oder beseitigt, so stellt dies eine Straftat dar.

Wenn Sie unerlaubt Asbest entsorgen, müssen Sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Dazu kann es unter anderem kommen, wenn Sie ohne Schutzkleidung arbeiten oder asbesthaltige Stoffe dem herkömmlichen Bauschutt beimischen.

Häufig sind sich Privatpersonen gar nicht darüber im Klaren, dass sie mit äußerst gefährlichen Stoffen hantieren. Dabei gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Gerade bei Arbeiten an einem älteren Haus aus den 60er- bis 80er-Jahren ist es deshalb ratsam, eine Probe von unbekanntem Material untersuchen zu lassen, bevor Sie selbst Hand anlegen.
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