Angeln ohne Angelschein in Rheinland-Pfalz (RLP)


Angeln in Rheinland-Pfalz ist nicht nur wegen des 180 Kilometer langen Rheins für Freizeitangler interessant. Weitere Gewässer sorgen für Abwechslung, Entspannung und Vergnügen. Auch der Laacher See bei Koblenz ist mit seinen 330 Hektar ein regelrechtes Angelmekka. Hechte, Zander, Karpfen und Co. können im Wasser beispielsweise im Westerwald gefangen werden.

Doch diese Freude eröffnet sich einem Angler erst, wenn er einen Angelschein in RLP (Rheinland-Pfalz) erlangt hat. Ansonsten ist das Angeln ohne Angelschein in Rheinland-Pfalz nur mit wenigen Ausnahmen erlaubt, welche es schwierig machen, ohne eine absolvierte Fischereiprüfung zu angeln.

Jedoch gibt es Hoffnung aufgrund der Nähe zu Nachbarländern und der Grenzflüsse. Hier gibt es andere Gesetze, die gelten und Freiheiten für das Angeln ohne Angelschein in Rheinland-Pfalz eröffnen.

Neben diesem Verbot gibt es noch weitere Ordnungswidrigkeiten bezüglich des Angelns in dem Bundesland, welche die nachfolgende Tabelle verdeutlichen soll.

TatbestandBußgeld
Fischfang ausgeübt, obwohl der vorgeschriebene Fischereischein oder Erlaubnisschein nicht bei sich geführt wurdebis zu 5.000 Euro
Fischfang ausgeübt, obwohl der vorgeschriebene Fischereischein oder Erlaubnisschein nicht zur Kontrolle ausgehändigt wurdebis zu 5.000 Euro
als Inhaber eines Jugend- oder Sonderfischereischeins den Fischfang ohne einen Begleiter ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fischfang mit verbotenen Mitteln ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fischfang auf Fischwegen ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fischereigeräte an oder auf Gewässern mitgeführt, obwohl die Person an diesen Gewässern nicht angeln darfbis zu 5.000 Euro
gefangene Fische, Köder, Fanggeräte oder Behälter nicht auf Verlangen vorgezeigtbis zu 5.000 Euro
Elektrofischerei ohne Genehmigung oder über den Umfang der Genehmigung hinaus ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fische vor Erreichen der Schonmaße geangeltbis zu 5.000 Euro
Schonzeiten, Fangverbote oder Anlandeverpflichtung missachtet und den Fischfang dennoch ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fisch gefangen, der dem Fangverbot unterliegt, nicht unverzüglich wieder in das Gewässer zurücksetzt, sofern er nach dem Fang noch überlebensfähig istbis zu 5.000 Euro
Fischfang mit lebendem Köder ausgeübtbis zu 5.000 Euro
Fischlaich oder Fischnährtiere entnommen oder beschädigtbis zu 5.000 Euro
andere Fischer bei der Ausübung des Fischfangs gestörtbis zu 5.000 Euro
Die jeweils zuständige Behörde kann Gegenstände, die sich auf die Begehung der Tat bzw. auf die Vorbereitung dieser beziehen, einziehen.

Angeln in Rheinland-Pfalz: An der Grenze auch ohne Schein möglich

Angeln ohne Angelschein ist zwar nicht in Rheinland-Pfalz möglich, dafür aber an der Grenze

Angeln ohne Angelschein ist zwar nicht in Rheinland-Pfalz möglich, dafür aber an der Grenze

Die Überschrift verrät es ja bereits. An den Grenzgewässern ist das Angeln ohne Angelschein in Rheinland-Pfalz möglich. Im Inneren des Landes gestaltet sich dies ohne gültigen Schein schwierig.

Den Hintergrund für das Recht, keinen Angelschein aus RLP vorzeigen zu müssen, liegt in den jeweiligen Fischereigesetzen der Bundesländer begründet. Im rheinland-pfälzischen Fischereigesetz findet sich bereits im ersten Paragraphen eine Lücke, die das Angeln ohne Angelschein in Rheinland-Pfalz erlaubt.

Und zwar gilt dieses Gesetz nicht für Gewässer, die zum unmittelbaren Haus- und Wohnbereich gehören sowie Fischzuchtanlagen, sofern beides nicht angelfischereilich genutzt wird.

Da hier das Gesetz nicht gilt, benötigen Angler auch keinen Angelschein. Dies ist aber nur eine kleine Ausnahme, die im Gegensatz zur Friedfischerlaubnis in Brandenburg einen auf Deutsch gesagten „Tropfen auf dem heißen Stein“ bedeutet.

Zusätzlich dürfen Sie einen „Fischereiberechtigten, Fischereipächter oder einen von diesen beauftragten Inhaber eines Fischereischeines bei der Ausübung des Fischfangs unterstützen“ (Quelle: § 33 Abs. 1 S. 1 Landesfischereigesetz Rheinland-Pfalz). Dabei ist aber darauf zu achten, dass das Angeln in diesen Gewässern in Rheinland-Pfalz dennoch verboten ist.


Sie dürfen also dem Pächter etc. helfen, aber keine Handangel oder Geräte zum Fang von Köderfischen benutzen.

Angeln ohne Angelschein an der Grenze zu Rheinland-Pfalz

Die Landesverordnung über die Fischerei in den Grenzgewässern Mosel, Sauer und Our macht das Angeln in Rheinland-Pfalz bzw. an der Grenze möglich. Jedoch gibt es zwei Eingrenzungen.

Zum einen muss der Angler das 14. Lebensjahr vollendet haben, zum anderen benötigt er einen auf seinen Namen lautenden Fischereierlaubnisschein, der er bei sich zu führen hat.

Am Ufer ist das Angeln mit einer Handangel erlaubt. Hierfür benötigen Sie einen Uferschein. Für Mosel und Sauer gibt es einen Nachenschein, der die Fischerei mit einer Handangel unter Verwendung eines Bootes, Floßes, Nachens oder ähnlichen Vorrichtungen erlaubt.

Zudem gilt er auch für die Our, wobei hier keine Nachenbenutzung erlaubt ist. Der Nachenschein schließt außerdem den Uferschein ein.

Der Angelschein in RLP (Rheinland-Pfalz) und wie Sie ihn erwerben

Um die Fischereiprüfung in Rheinland-Pfalz absolvieren zu dürfen, benötigt der zukünftige Angler einen Vorbereitungslehrgang. Diese Lehrgänge werden meist im Frühjahr und im Herbst angeboten. Es besteht eine Anwesenheitspflicht. Wer eine Stunde verpasst, wird in der Regel nicht zur Prüfung zugelassen.

Der Angelschein in RLP kann nur mit einer Fischereiprüfung erlangt werden

Der Angelschein in RLP kann nur mit einer Fischereiprüfung erlangt werden

Der Lehrgang für den Fischereischein in RLP umfasst mindestens 35 Unterrichtsstunden. Zudem erlernen Sie wichtige Informationen über fünf Sachgebiete:

  • allgemeine Fischkunde
  • spezielle Fischkunde
  • Gewässerkunde
  • Gerätekunde
  • Gesetzeskunde

Die Fischerprüfung in Rheinland-Pfalz dauert maximal 120 Minuten und besteht aus 50 Fragen, also zehn Fragen je Sachgebiet. Sie gilt als bestanden, sobald der Prüfling mindestens sieben Fragen pro Gebiet richtig beantwortet hat. Die Angelvereine in Deutschland organisieren die Schulungen und auch Prüfungen.

Angeln in der Pfalz – Was kostet mich das?

Der Fischereischein in Rheinland-Pfalz verursacht natürlich Kosten. Der Lehrgang schlägt mit 100 Euro für Jugendliche und 150 Euro für Erwachsene zu Buche. Die Prüfung kostet 29 Euro.

Um in Rheinland-Pfalz angeln zu können, müssen Sie außerdem eine Fischereiabgabe zahlen. Diese ist bereits in der Gebühr für den Angelschein aus RLP enthalten. Der Jugendfischereischein kostet etwa sechs Euro, der Jahresschein 12 Euro und der Fünfjahresschein 41 Euro.

Der Fischereischein aus Rheinland-Pfalz ist also entweder für ein Jahr oder für fünf Jahre gültig. Angeln in Rheinland-Pfalz bzw. an den Grenzflüssen kostet:

  • 15 Euro für einen Jahreserlaubnisschein (Uferschein) bzw. 40 Euro (Nachenschein)
  • zehn Euro für einen Monatserlaubnisschein (Uferschein) bzw. 25 Euro (Nachenschein)
  • fünf Euro für einen Wochenerlaubnisschein (Uferschein) bzw. zehn Euro (Nachenschein)

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0 Kommentare

  1. Klaus-Dieter R sagt:

    Tja Freunde, ich habe es nicht nur einmal, sondern es schon mehrmals gesagt. Man ist ein Hobbyangler – wer braucht ein *Fischereischein* keiner. Ich Angel schon über 55 Jahre, aber was sich hier abspielt ( z.b Rheinland Pfalz ) sei es von den Fischereibehörden, der Gesetzgeber oder Angelvereinen grenzt schon an einer riesen großen Sauerei. Wer braucht hier, Gewässerkunde, Gerätekunde u.s.w.. Was soll ich damit, und wozu brauche ich als *Angler* eine Fischereiprüfung oder ein Fischereischein die mir so ein haufen Geld kostet, was sich manch einer nicht leisten kann. Diesen ganzen *Mist* brauche ich als *Hobbyangler* nicht. Ich ( man ) weiß auch so über den *Fischen* bescheid was man darf oder nicht darf. Denn diese Gelder die man von uns holt, sind in meinen Augen pure *Abzocke* und *Ausbeutung* wieder nichts. Denn das braucht keiner.
    Viele Angler sind sowas von Sauer – aber was soll’s die Behörden machen ja sowieso was sie wollen – denn sie spielen Gott.

  2. King L. sagt:

    Herr Klaus-Dieter R. Ihre Ansicht auf die Dinge ist so dermaßen zurückgeblieben, dass es mir dabei fast hochkommt. Wenn Sie sich den Angelschein für 210€ einmalig ein Leben lang nicht leisten können, sollten Sie auf Ihr Hobby verzichten. Zudem ist es enorm wichtig, dass bei dem Angelschein der Umgang mit dem Fisch geschult wird und wann, welche Schonzeiten einzuhalten sind. Wie man sich über sowas aufregen kann ist jeden normaldenkenden Mensch ein Rätsel. Menschen wie Ihnen wünsche ich einmal an einen Kontrolleur zu geraten, der Ihnen den Weg weist.

  3. Olli P. sagt:

    Gewisse Kenntnisse sind auf jeden Fall erforderlich. Ich muss wissen, was ich wann angeln darf. Auch die korrekte Behandlung des Fanges muss nachgewiesen werden, man muss dem Fisch ja nicht auch noch unnütz Leid zufügen.

    Gebühren sollten im Verhältnis stehen, 50 € würden es auch tun. Der ganze Verwaltungsaufwand der Fischerei Behörde lässt sich ohnehin von den Gebühren nicht tragen. Ein Beamter verdient? von 1688 Euro bis hin zu R10, monatlich 11.484 €. Eine gescheite Ausrüstung gibt’s auch nicht umsonst.

    Jedes Hobby kostet eben Geld. Was mich ärgert, das bestimmte Bevölkerungsgruppen einfach nicht kontrolliert werden. Da machen sich die Damen und Herren vom Ordnungsamt in die Hose. Von den Ausnahmen für diese bei den sogenannten Prüfungen mal ganz zu schweigen.

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