Tollwutimpfung: Schutz für Mensch und Tier

Eine Erkrankung mit Tollwut verläuft fast immer tödlich

Einige Haustierbesitzer entscheiden sich für eine Impfung, damit sich Katze und Hund nicht mit Tollwut infizieren.

Einige Haustierbesitzer entscheiden sich für eine Impfung, damit sich Katze und Hund nicht mit Tollwut infizieren.

Bei Tollwut handelt es sich um eine schwere Infektionskrankheit, die durch das sogenannte Rabies-Virus ausgelöst wird. Haben sich Hund oder Katze mit Tollwut infiziert, gibt es im Regelfall keine Rettung mehr. Eine Tollwuterkrankung endet bei Tieren unweigerlich mit dem Tod.

Das zentrale Nervensystem wird angegriffen, was Lähmungen, aggressives Verhalten sowie Krampfanfälle zur Folge hat. Das infizierte Tier fällt schließlich ins Koma und erstickt aufgrund einer Lähmung der Atmung. Auch Menschen können sich mit dem Rabies-Virus anstecken und ohne Behandlung daran sterben.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, bietet sich eine Tollwutimpfung für Katze und Hund an. Wodurch das Virus übertragen wird, wie es danach weitergeht, in welchen Abständen Besitzer ihren vierbeinigen Liebling impfen lassen sollten und was das Ganze kostet, klären wir im Ratgeber.

Tollwut: Wie die Übertragung vonstattengeht

Normalerweise wird die Infektionskrankheit durch Wildtiere übertragen; in Deutschland vor allem durch den Fuchs. Werden Hund, Katze oder Mensch von einem infizierten Tier gebissen, bahnen sich die Viren ohne vorher erfolgte Tollwutimpfung automatisch ihren Weg durch den Körper. Eine Übertragung kann außerdem über Schürfwunden oder Kratzer über den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgen.

Durch das Belecken von gesunder Haut gelangen zwar keine mit Tollwut infizierten Erreger in den Organismus, Schleimhäute sind allerdings auch dann durchlässig genug, wenn keine Verletzung vorliegt. Tollwütige wilde Tiere legen durch das Virus ihre Scheu vor Menschen häufig gänzlich ab, weshalb Sie sich in Acht nehmen sollten, wenn ein Fuchs bei einem Waldspaziergang oder ähnlichem direkt auf Sie zukommt.

Auch wenn Deutschland bereits seit 2008 offiziell als tollwutfrei gilt, bedeutet dies nicht automatisch, dass keine Gefahr mehr droht und Haustierbesitzer getrost auf eine Tollwutimpfung verzichten können. Viele beliebte Urlaubslänger wie z. B. Thailand, Marokko oder die Türkei haben immer noch mit Tollwut bei streunenden Hunden zu kämpfen. Gelangen diese Tiere nach Deutschland, ist eine Infektion durchaus möglich.

Mit Tollwut nach einem Biss infiziert: Was jetzt?

Anzeichen für Tollwut: Bei Hunden und Katzen ist meist ein aggressives Verhalten zu beobachten.

Anzeichen für Tollwut: Bei Hunden und Katzen ist meist ein aggressives Verhalten zu beobachten.

Haben Katze oder Hund keine Tollwutimpfung erhalten und werden von einem erkrankten Tier gebissen, kommen sie zunächst einmal in Quarantäne. So soll sichergestellt werden, dass das Rabies-Virus weiterhin eingedämmt bleibt. Da bislang keine effektive Behandlung für Tiere existiert, endet die Erkrankung in jedem Fall mit dem Tod.

Daher bleibt nur die Möglichkeit des Einschläferns, sollte Tollwut bei Katzen oder Hunden festgestellt werden. Eine Tollwutimpfung direkt nach dem Biss, die „Postexpositionsprophylaxe“ genannt wird, verspricht ausschließlich bei Menschen Erfolg und auch nur, wenn sie bei nächstbester Gelegenheit erfolgt.

Es handelt sich in einer solchen Situation quasi um ein Wettrennen zwischen Impfschutz und Infektion. Die sofortige Tollwutimpfung nach einem Biss soll dafür sorgen, dass der menschliche Körper einen Schutzpanzer aufbaut. Befindet sich das Virus allerdings schon im Körper, muss die Impfung erfolgen, bevor es sich ausbreitet.

Vermuten Sie, sich mit Tollwut infiziert zu haben, sollten Sie sich daher frühestmöglich auf den Weg zum Arzt machen! Im Regelfall bleiben Ihnen höchstens 24 Stunden, um sich nachträglich noch impfen zu lassen.

Kann bereits bei Welpen eine Tollwutimpfung vorgenommen werden?

Um zu verhindern, dass Hunde oder Katzen überhaupt an Tollwut erkranken, möchten einige Haustierbesitzer die Impfung zum Teil so früh wie möglich vornehmen lassen. Doch besteht überhaupt die Option einer Tollwutimpfung bei Welpen? Ab wann können die kleinen Vierbeiner eine solche bekommen? Hierbei ist ein Mindestalter von 12 Wochen maßgeblich.

21 Tage dauert es nach der Tollwutimpfung, bis der Welpe geschützt ist. Um zu verhindern, dass nicht geimpfte Welpen nach Deutschland eingeführt werden, trat am 31. Dezember 2014 eine neue Verordnung in Kraft, welche dies selbst Privatpersonen verbietet. Nicht selten hatten sich im Vorfeld illegale Welpenhändler als Privatpersonen ausgegeben, um die vorgeschriebene Tollwutimpfung für eingeführte Hunde zu umgehen.

Tollwutimpfung bei Hund und Katze: Wie oft muss sie stattfinden?

Es ist in Deutschland zwar nicht im Tierseuchengesetz (TierSG) vorgeschrieben, zum Schutz vor Tollwut eine Impfung bei Hund oder Katze vornehmen zu lassen, empfehlenswert ist es jedoch allemal. Denn sollte das Tier erst einmal infiziert sein, hat es keine Überlebenschancen. Möchten Sie mit Ihrem Freund auf vier Pfoten Urlaub im Ausland machen, wird ohnehin häufig eine Tollwutimpfung bei Hunden und Katzen verlangt.

Impfung gegen Tollwut: Bei einer Katze kann sie bereits im Alter von acht Wochen stattfinden.

Impfung gegen Tollwut: Bei einer Katze kann sie bereits im Alter von acht Wochen stattfinden.

Aber wie lange hält eine Tollwutimpfung beim Hund oder der Katze eigentlich und wie oft muss sie entsprechend aufgefrischt werden? Gängig ist grundsätzlich der folgende Ablauf, um eine Grundimmunisierung zu erreichen:

  • Die erste Impfung findet bei Welpen im Alter von 12 Wochen statt, bei Katzen bereits, wenn diese acht Wochen alt sind.
  • Die nächste wird vorgenommen, wenn der Hund 16 Wochen alt ist. Bei Katzen findet die zweite Impfung mit 12 Wochen statt.
  • Ein Jahr nach der zweiten Impfung erfolgt schließlich die letzte Impfung gegen Tollwut bei Hund und Katze.

Danach muss die Tollwutimpfung jedes Jahr, alle zwei oder alle drei Jahre aufgefrischt werden. Die Ständige Impfkommission Veterinär (StIKo Vet.) legt einen Rhythmus von drei Jahren bei Hunden nahe. Wer sichergehen möchte, kann sich allerdings bei Katzen sowie Hunden für eine Ein- oder Zwei-Jahres-Taktung entscheiden. Lassen Sie Ihre Katze oder Ihren Hund gegen Tollwut impfen, kommt meistens ein Kombinationswirkstoff zum Einsatz.

Dieser verhindert nicht nur Tollwut beim Hund, sondern schützt weiterhin in der Regel unter anderem gegen Leptospirose, Parvovirose, Hepatitis Contagiosa Canis (HCC) und Staupe. Bei Katzen sind meist Katzenseuche und -schnupfen enthalten. Außerdem bekommt das Tier nur eine einzige Spritze, was verständlicherweise weniger Aufregung und Stress bedeutet. Auf Tierbesitzer kommen bei einem kombinierten Impfstoff außerdem weniger Kosten für die Tollwutimpfung bei Hund oder Katze zu.

Tollwutimpfung: Sind Nebenwirkungen bei Hund oder Katze möglich?

Da eine Impfung in das Immunsystem eines Tieres eingreift und dadurch die Bildung von Antikörpern in Gang bringen soll, sind kurzzeitige Nebenwirkungen zunächst einmal ganz normal. Unerwünschte Nebenfolgen ereilen dabei vor allem kleine oder junge Tiere. Aus diesem Grund können bei einer Tollwutimpfung vorrangig bei Welpen folgende Nebenwirkungen auftreten:

Was kann eine Tollwutimpfung beim Hund kosten?

Was kann eine Tollwutimpfung beim Hund kosten?

  • Schlappheit
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall

Wichtig: Sollten die Nebenwirkungen nach der Tollwutimpfung bei Hund oder Katze nicht nach ein bis zwei Tagen abgeklungen sein, sollten Sie sich definitiv auf den Weg zum Tierarzt machen.

Tollwutimpfung: Welche Kosten sind zu erwarten?

Leider gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage: „Was kostet eine Tollwutimpfung für Hunde oder Katzen?“. Im Durchschnitt sollten Sie sich als Haustierbesitzer auf einen Betrag zwischen 20 und 70 Euro einstellen, um eine Infektion mit Tollwut bei Ihren Tieren zu verhindern.

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