Qualifizierter Rotlichtverstoß – Ein besonders schweres Vergehen

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Wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde Rot zeigt

Wann liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor?

Wann liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor?

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die bis dahin vorherrschenden Pferdefuhrwerke immer mehr von Automobilen verdrängt. Der Verkehr nahm, genau wie die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, im Laufe der Zeit zu. Um die Sicherheit zu erhöhen, musste an Maßnahmen gearbeitet werden, die die Steuerung des Straßenverkehrs zuließen.

Die ersten elektrischen Lichtzeichenanlagen, die in ihrem Aufbau den heutigen Ampeln entsprachen, wurden in Deutschland in den 1920er Jahren – zunächst in Großstädten wie Berlin und Hamburg – in Betrieb genommen. Heutzutage wäre der Straßenverkehr ohne die Regelung durch Ampeln nicht mehr denkbar.

Damit der Verkehr sicher und reibungslos fließen kann, müssen sich alle Teilnehmer – seien es nun Fahrer eines Autos, Radler oder Fußgänger – an die Vorgaben der Lichtzeichenanlage halten. Wird das Rotlicht missachtet, kann dies zu gefährlichen Situationen führen. Aus diesem Grund fallen hierbei harte Sanktionen an.

Besonders streng geahndet wird der sogenannte qualifizierte Rotlichtverstoß. Doch wann genau handelt es sich um ein solches Vergehen? Führt ein qualifizierter Rotlichtverstoß unweigerlich zum Fahrverbot? Welche Rolle spielt die Haltelinie? Diesen Fragen wollen wir im Folgenden auf den Grund gehen.

Wann liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor?

Wenn Sie eine rote Ampel überfahren, wird zwischen zwei unterschiedlichen Vergehen unterschieden: dem einfachen und dem qualifizierten Rotlichtverstoß. Um ersteres handelt es sich, wenn die Ampel kürzer als eine Sekunde auf Rot stand und Sie die Haltelinie übertreten sowie den Kreuzungsbereich befahren.

Wurde das Rotlicht jedoch schon länger als eine Sekunde angezeigt, wird dies als qualifizierter Rotlichtverstoß gewertet. Entscheidend ist, dass Sie nicht nur die Haltelinie überqueren, sondern mit dem Auto in den Gefahrenbereich einfahren. Dies ist der sich hinter der Lichtsignalanlage befindliche, geschützte Bereich, also beispielsweise eine Kreuzung.

Überfahren Sie zwar die rote Ampel und damit die Haltelinie, kommen aber noch vor dem Gefahrenbereich zum Stehen, dann handelt es sich weder um einen einfachen noch um einen qualifizierten Rotlichtverstoß. Vielmehr wird in diesem Fall von einem Haltelinienverstoß ausgegangen. Wurde durch diese Ordnungswidrigkeit kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet, fällt ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro an.
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Mit welchen Sanktionen müssen Sie rechnen?

Qualifizierter Rotlichtverstoß: Welches Bußgeld droht?

Qualifizierter Rotlichtverstoß: Welches Bußgeld droht?

Überfahren Sie also das Rotlicht, wenn die Ampel schon mehr als eine Sekunde oder sogar schon mehrere Sekunden lang auf Rot stand, liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor. Welches Bußgeld droht hier und müssen Sie mit weiteren Konsequenzen rechnen, wenn Sie das Rotlicht missachten?

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß wird laut Bußgeldkatalog sowohl mit einer Geldbuße als auch mit einem Fahrverbot sowie Punkten in Flensburg geahndet. Bei der Strafbemessung bezüglich des qualifizierten Rotlichtverstoßes wird unter anderem berücksichtigt, ob es zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder sogar zu einem Unfall kam.

Der folgenden Bußgeldtabelle können Sie alle nötigen Informationen entnehmen. Beachten Sie jedoch, dass abhängig von der Schwere des Falles das Bußgeld erhöht oder das Fahrverbot verlängert werden kann.

VerstoßBußgeldFahrverbotPunkte in Flensburg
Qualifizierter Rotlichtverstoß (die Rotphase dauerte bereits länger als eine Sekunde an)200 Euro1 Monat2
... mit Gefährdung320 Euro1 Monat2
... mit Unfall360 Euro1 Monat2

Qualifizierter Rotlichtverstoß – Kann mit Augenblicksversagen argumentiert werden?

Viele Verkehrsteilnehmer, die eines Rotlichtverstoßes bezichtigt werden, möchten das einmonatige Fahrverbot umgehen und versuchen aus diesem Grund, ihre Schuldfähigkeit einzuschränken. Häufig wird mit dem sogenannten Augenblicksversagen argumentiert, wenn ignoriert wurde, dass eine Ampel auf Rot stand. Bei diesem handelt es sich um ein kurzzeitiges Fehlverhalten, vor dem auch pflichtbewusste Fahrzeugführer nicht gefeit sind.

In folgenden Situationen kann von einem Augenblicksversagen ausgegangen werden:

  • falsche Reaktion auf eine überraschende Verkehrslage
  • falsche Deutung einer unübersichtlichen Verkehrssituation
  • Übersehen eines Verkehrszeichens, wenn die äußeren Umstände nicht auf ein Ge- oder Verbot hinweisen
Liegt ein qualifizierter Rotlichtverstoß vor, wird das Augenblicksversagen jedoch nur in den seltensten Fällen vor einem Gericht als schuldmindernder Umstand anerkannt. So hat beispielsweise das Oberlandesgericht (OLG) Hamm geurteilt, dass ein Augenblicksversagen nicht vorliegt, wenn sich ein Fahrer von einem liegen gebliebenen Kfz ablenken lässt, während er die Ampel überfährt (Az.: 1 Ss 69/06).
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