Fahrverbot ohne einen Führerschein: Ist das möglich?

Von Nicole, letzte Aktualisierung am: 14. Mai 2019

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Eine Fahrerlaubnis wird für die meisten Fahrzeuge benötigt

Droht ein Fahrverbot, wenn Sie ohne Führerschein unterwegs sind?

Droht ein Fahrverbot, wenn Sie ohne Führerschein unterwegs sind?

Möchten Sie in Deutschland Auto fahren, benötigen Sie eine entsprechende Fahrerlaubnis. Dabei handelt es sich um die staatliche Erlaubnis, bestimmte Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. Der Führerschein ist hingegen das Dokument, welches belegt, dass eine Person eine bestimmte Fahrerlaubnis besitzt.

Ganz klar dürfen Auto, Lkw, Motoroller und Motorrad nur mit einer entsprechenden Fahrerlaubnis gefahren werden. Nichtsdestotrotz setzen sich manche Personen hinters Steuer, obwohl sie dies gar nicht dürfen. Droht dann ein Fahrverbot, wenn sie ohne Führerschein unterwegs sind?

Und was geschieht, wenn eine Person auf dem Fahrrad eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr begeht? Muss sie dann ein Fahrverbot fürchten, ohne einen Führerschein zu besitzen? Diese Fragen klären wir im folgenden Ratgeber.

Fahren ohne Führerschein vs. Fahren ohne Fahrerlaubnis

Wie bereits erwähnt, besteht ein wichtiger Unterschied zwischen der Fahrerlaubnis und dem Führerschein. Führen Sie beim Fahren das Dokument nicht mit, sind Sie jedoch in Besitz der nötigen Fahrerlaubnis, droht lediglich ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro. Ein Fahrverbot fürs Fahren ohne Führerschein droht hier also nicht.

Anders verhält es sich, wenn eine Person nicht die vorgegebene Fahrerlaubnis besitzt. In diesem Fall handelt es sich um eine Straftat, wenn der Betroffene trotzdem ein Kfz führt. Laut § 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) droht dann eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe.

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Gibt es ein Fahrverbot für Radfahrer ohne Führerschein?

Fahrverbot ohne Führerschein: Dürfen die Behörden das Radfahren verbieten?

Fahrverbot ohne Führerschein: Dürfen die Behörden das Radfahren verbieten?

Auch Radfahrer müssen sich, wie andere Teilnehmer im Straßenverkehr, an gewisse Regeln halten. Hierzu gehört es unter anderem, dass sie nicht über rote Ampel fahren dürfen und sich stets anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber rücksichtsvoll verhalten müssen. Zudem dürfen Radfahrer nicht stark alkoholisiert am Straßenverkehr teilnehmen. Wer ab 1,6 Promille unterwegs ist, begeht eine Straftat.

Diese wird mit drei Punkten in Flensburg sowie einer Geldstrafe bestraft. Des Weiteren wird eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Fahrradfahrer bei Fahrten mit unter 1,6 Promille in jedem Fall vor Sanktionen verschont bleiben. Schon ab 0,3 Promille sind gewisse Sanktionen möglich, wenn der Betroffene Fahrauffälligkeiten zeigt oder gar einen Unfall verursacht.

Auffällige Autofahrer müssen bei gewissen Verstößen ein- bis drei Monate auf ihren Führerschein verzichten und dürfen in dieser Zeit weder Auto, Lkw, Motorrad noch andere Kfz fahren. Doch wie verhält es sich bei Radfahrern? Können Sie nach einer Alkoholfahrt ein Fahrverbot bekommen, ohne überhaupt einen Führerschein für Auto & Co zu besitzen? Schließlich wird für das Fahren eines Fahrrads keine Fahrerlaubnis benötigt.

Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz

Mit einem solchen Fall musste sich im August 2012 das Oberverwaltungsgericht Koblenz beschäftigen (Az.: 10 A 10284/12). Ein Radfahrer war mit 2,44 Promille unterwegs und fiel auf, da er in Schlangenlinien fuhr. Die zuständige Behörde legte fest, dass er eine MPU absolvieren müsse, was der Radfahrer jedoch ablehnte. Laut Ansicht der Behörde zeigte er damit, dass er nicht für das Führen von Fahrzeugen jeglicher Art geeignet sei und erteilte deshalb ein generelles Fahrverbot – auch fürs Fahrrad.

Das Gericht urteilte, dass das Vorgehen der Behörde gerechtfertigt sei. So kann ein Radfahrer, der stark alkoholisiert unterwegs war, ein allgemeines Fahrverbot erhalten, ohne einen Führerschein zu besitzen. Das Gericht begründete dies damit, dass ein Fahrradfahrer, der mit über 1,6 Promille fährt, ein großes Gefahrenpotential darstelle. Des Weiteren bestehe bei einem Fahrer, der sich weigert, eine MPU zu absolvieren, die Gefahr, dass er sich bald wieder betrunken aufs Rad setzt.
Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (48 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar

Lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Viele Bußgeldbescheide sind fehlerhaft!
Prüfen Sie jetzt Ihre Möglichkeiten.
Hier kostenlos prüfen →

Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2019 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.