Traffipax Traffiphot S – Blitzer-Messung nicht ohne Fehler

Von Sandra, letzte Aktualisierung am: 4. Dezember 2019

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Das Messverfahren mit Induktionssensoren bzw. Piezosensorkabeln

So sieht ein Traffipax Traffiphot S Blitzer aus
So sieht ein Traffipax-Blitzer aus

Geschwindigkeitsvergehen gehören nicht nur zu den am häufigsten begangenen Verstößen gegen das Verkehrsrecht, sondern auch zu denjenigen, die einen großen Anteil an der Zahl der Unfalltoten auf den Straßen ausmachen. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, bedient sich die Polizei unterschiedlicher Maßnahmen. Dabei sollen vor allem eine Reihe von Blitzern die Fahrer durch Bußgeld, Punkte und ein mögliches Fahrverbot gemäß Bußgeldkatalog abschrecken.

Einer dieser Blitzer, die in Deutschland zum Einsatz kommen, ist der Traffipax Traffiphot S des Herstellers Jenoptik. Bei dem Traffiphot S handelt es sich um ein Messgerät, das sich bei der Messung der Geschwindigkeit sogenannter Piezosensoren bedient. Aber wie funktioniert das Messverfahren genau? Und was tun, wenn Sie von dem Traffiphot S geblitzt worden sind? Darüber informieren wir Sie im Folgenden.

FAQ: Traffipax Traffiphot S

Wie funktionieren Messungen mit dem Traffipax Traffiphot S?

Mithilfe spezieller Induktionssensoren bzw. Piezosensorkabeln, die unter der Fahrbahndecke verlegt sind, ist der Traffipax Traffiphot S in der Lage, zu messen, wie schnell ein Fahrzeug unterwegs ist.

Welche Toleranz muss vom Ergebnis des Traffipax Traffiphot S abgezogen werden?

Bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h liegt der Toleranzabzug bei 3 km/h, bei mehr als 100 km/h müssen 3 Prozent vom Messergebnis des Traffipax Traffiphot S abgezogen werden.

Neigt der Traffipax Traffiphot S zu Fehlmessungen?

War der Traffipax Traffiphot S nicht geeicht, es gab keine vorläufigen Tests oder das Personal war nicht ausreichend geschult, kann es zu Fehlmessungen bei diesem Blitzer kommen.

So funktioniert der Traffipax Traffiphot S

Der Traffiphot S bedient sich, wie bereits erwähnt, Sensoren bzw. Piezosensorkabeln. Für die Geschwindigkeitsmessung werden drei dieser Kabel im gleichen Abstand in der Fahrbahndecke verlegt. Überfährt nun ein Fahrzeug die Fahrbahn, kommt es mit diesen Piezosensorkabeln in Berührung und verändert die elektrische Spannung der Sensoren. Diese leiten die gewonnen Informationen an den entsprechenden Rechner zur Auswertung weiter. Dieser wiederum errechnet die Geschwindigkeit vom Fahrzeug anhand der Informationen aus allen Koaxialkabeln im Rahmen der Weg-Zeit-Analyse.

Das Messgerät gehört zu derjenigen Blitzerart, die im Falle eines erhöhten Tempos Fotos schießt. Der Toleranzbereich der Messungen beträgt 3 km/h bei Geschwindigkeiten bis 100 km/h und 3% bei über 100 km/h.

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Geblitzt – Wann lohnt sich ein Rechtsanwalt?

Die Messfehler des Traffipax
Diese Messfehler können beim Traffipax Traffiphot S auftreten

Grundsätzlich gilt es, bei jedem Bußgeldbescheid wegen eines Verstoßes gegen das Verkehrsrecht bzw. einer erhöhten Geschwindigkeit aufmerksam zu sein. Denn tatsächlich können nicht nur die Bußgeldbescheide fehlerhaft sein und Mängel aufweisen, sondern auch die Messgeräte selbst sind nicht vor Fehlern gefeit. Hierzu gehört ebenfalls der Traffipax Traffiphot S.

Im Folgenden informieren wir Sie über die verschiedenen möglichen Messfehler des Traffipax Traffiphot S. Dabei ist dies vor allem für diejenigen Fahrer interessant, die beruflich von ihrem Führerschein abhängig sind.

  • Falsche Eichung:Damit die Messwerte auch verwertet werden können, muss eine entsprechende Eichung des Traffipax Traffiphot S vorliegen. Die Eichung erfolgt in regelmäßigen Abständen und betrifft alle Teile, die an der Messung beteiligt sind. Die Koaxialkabel beispielsweise bedürfen alle sechs Monate einer Prüfung. Sind diese Bedingungen und die Vorgaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) nicht eingehalten, kann das Verfahren mit dem Traffipax nicht mehr dem standardisierten Verfahren zugerechnet werden und zur Nichtigkeit der Messdaten führen.
  • Weder Tests im Vorfeld noch geschultes Personal: Bevor das Messgerät zum Einsatz kommt, müssen vor der Geschwindigkeitsmessung Tests durchgeführt werden. Hierzu gehören Kalibrierungsfotos. Wie bei anderen Blitzern bedarf auch dieses Messverfahren ein geschultes Personal. Werden keine Tests durchgeführt oder ist das Personal nicht geschult, kann das zur Ungültigkeit der Messergebnisse führen.
  • Fehlerhafte Messungen durch Außenfaktoren: Durch hohe Temperaturen, schwerer Achslasten von Fahrzeugen und Bremsmanövern kann sich der Abstand der verlegten Kabel ändern. Dadurch verzerren sich die gemessenen Werte. Das wie auch eine Abnutzung der Schleifen führt zu einer fehlerhaften Messung.
  • Fehler bei Messfoto und Messfilm: Auch Messfotos können Hinweise auf eine verzerrte Geschwindigkeitsmessung geben. Ein Hinweis dafür kann vorliegen, wenn sich z. B. ein weiteres Fahrzeug auf dem Bild befindet oder wenn ein erhöhter Anteil der Messungen annulliert wurde. Die Annullierungsrate darf nicht mehr als 20 % betragen, es sei denn, dafür wird eine entsprechende Begründung angeführt.

Lohnt sich ein Einspruch gegen den Traffipax Traffiphot S?

Nicht jede Blitzermessung ist korrekt. Durch beispielsweise falsche Eichung oder ungeschultes Personal können Fehler vorliegen, die die Messung ungültig machen. In solch einem Fall kann sich ein Einspruch lohnen, da Sie so dem Bußgeld und eventuellen Punkten oder dem Fahrverbot entgehen können. Es ist jedoch nicht einfach, die Fehler selbst nachzuweisen. Wenn Sie einen Anwalt für Verkehrsrecht kontaktieren, kann dieser Ihnen bei Ihrem Einspruch helfen.

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2 Kommentare

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  1. Mandy sagt:

    Hallo,

    Ich bin mit meinen Firmenwagen außerorts bei ca. über 40km/h geblitzt worden bei zulässiger Höchstgeschwindigkeit von 70km/h. Ich habe eine Rechtschutzversicherung und beruflich auf mein Führerschein angewiesen.

    Mit freundlichen Grüßen

  2. Klaus S. sagt:

    Was mich schon seit längerem wundert, ist, dass die Höchstgeschwindigkeit in den meisten Ländern Europas zwischen 90 und 130 Km/h liegt. Nur in Deutschland wir diese nicht auf max. 130 km/h heruntergesetzt. Ich denke, dass mit hohen Geschwindikeitsüberschreitungen mehr Geld eingenommen werden kann als mit den prozentual kleineren Überschreitungen. Es sieht so aus, als wäre das so gewohlt, die Grenze von 130 km/h nicht zu unterschreiten. Hier gibt es eine Lobby in der Politik und Wirtschaft. Das beste Beispiel ist das auch mit der Autobahn Maut. Östereich hat sich gewehrt und Deutschland knickt mal wieder ein, egal ob wir die Steuern für den Bau der Maut Sensoren (Toll Collect) bezahlt haben. Wir werden immer und immer wieder zur Kasse gebeten – auch bei den Fehlern unseres Staates.

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