Angeln ohne Angelschein in Brandenburg

Brandenburg ist ein Bundesland mit vielen Wäldern und Gewässern. Besonders der Spreewald lädt zum entspannten Angeln ein, um einmal die Seele baumeln zu lassen. Doch auch die Havel bzw. das Havelland sind beliebte Angelgewässer, die Fischer mit ihrer Angel anlocken.

Dank einer Regelung im brandenburgischen Fischereigesetz ist das Angeln ohne Angelschein in Brandenburg erlaubt. Zwar gilt dies nur für Friedfische, jedoch ist diese Bestimmung einzigartig im Bundesgebiet.

Das Angeln in Brandenburg wird dennoch von mehreren Gesetzestexten reglementiert, welche auch Bußgelder und weitere Maßnahmen festlegen.

TatbestandBußgeld
ohne einen Fischereischein geangeltbis zu 50.000 Euro
den Fischereischein oder die Angelkarte nicht ausgehändigtbis zu 50.000 Euro
auf Fischwegen geangeltbis zu 50.000 Euro
mitgeführte Fanggeräte, gefangene Fische oder Fischbehälter nicht zur Prüfung ausgehändigtbis zu 50.000 Euro
mehr als drei Aale an einem Tag gefangenbis zu 50.000 Euro
Fische vor dem Erreichen der Mindestmaße oder in der Schonzeit geangeltbis zu 50.000 Euro
…und nicht unverzüglich wieder dem Wasser übergebenbis zu 50.000 Euro
Laichplätze zerstört, Laich entnommen oder vernichtetbis zu 50.000 Euro
* Bei jeder Tat können Gegenstände und Tiere (auch gefangene Fische) eingezogen werden.

Einzigartig in Deutschland: Angeln in Brandenburg ohne einen Angelschein

Das Angeln ohne Angelschein in Brandenburg steht im Gesetz, sodass es unter bestimmten Umständen erlaubt ist

Das Angeln ohne Angelschein in Brandenburg steht im Gesetz, sodass es unter bestimmten Umständen erlaubt ist

Zwar ist es in den anderen Bundesländern auch möglich, doch dort sind die Gesetze nicht so gelockert. Bereits seit einigen Jahren ist das Angeln in Brandenburg, ohne einen Fischereischein zu besitzen, erlaubt.

Hierfür gibt es jedoch Ausnahmen, sodass das Angeln ohne Angelschein in Brandenburg nicht grenzenlos durchführbar ist. Das Angeln von Friedfischen ist in ganz Brandenburg erlaubt. Dies gilt auch für das Angeln im Spreewald oder in Potsdam.

Zudem dürfen diejenigen Personen auch angeln ohne Angelschein, die zusammen mit einem erfahrenen Angler den Fischfang auszuüben, der einen Angelschein besitzt. Er darf den Fischfang dann aber nicht mit einer Handangel ausüben oder Geräte benutzen, die zum Fang von Köderfischen geeignet sind.

Ferner benötigen diejenigen Personen keinen Angelschein, die die Zwischenprüfung zum Fischwirt bestanden haben und im Rahmen ihrer Ausbildung fischen. Eine weitere Ausnahme von der Angelscheinpflicht bilden zudem Touristen aus dem Ausland, die keinen Hauptwohnsitz in Deutschland besitzen und sich nur kurz in der Bundesrepublik aufhalten.

Wie auch beim Angeln in Berlin, ist es in Brandenburg möglich, den Fischfang ausüben, wenn Sie ein Mitglied diplomatischer und berufskonsularischer Vertretungen sind. Auch die Angehörigen dieser Personen, sofern sie einen Ausweis des Auswärtigen Amtes oder der Staats- oder Senatskanzlei besitzen, dürfen ohne Angelschein angeln.

Auch Angler aus anderen Ländern mit einem gültigen Angelschein aus deren Bundesland können angeln in Brandenburg. Jedoch ist der Fischfang in Brandenburg erst ab dem achten Lebensjahr erlaubt.

In Brandenburg können Sie also angeln, ohne einen Angelschein zu besitzen. Allerdings schreibt das Fischereigesetz Brandenburgs vor, dass Sie den Nachweis über die Entrichtung der Fischereiabgabe und eine Angelkarte dabei haben sollten.

Anstatt der Angelkarten reicht aber auch ein Mitgliedsdokument aus, welches bescheinigt, dass der Angler Mitglied in einer rechtsfähigen Anglervereinigung ist, welcher das Gewässer gehört, welches er beangeln möchte.

Angeln in Brandenburg: Fischereischein, Angelkarte und Co.

Wer in Brandenburg wohnt und gern angeln möchte, z.B. im Spreewald oder in Potsdam, kann einen Fischereischein erlangen. Zwar ist das Angeln in Brandenburg, ohne einen Angelschein zu besitzen, auf Friedfische erlaubt, jedoch kann dies auf Dauer sehr langweilig werden.

Experten raten dazu, dass gerade Anfänger diese Angeln ohne Angelschein-Regelungen in Brandenburg nutzen sollen, um Erfahrungen zu sammeln. Wer diese erlangt hat, kann auf den in Brandenburg angebotenen Fischereischein umsteigen.

Neben dem Angeln ohne Angelschein auf Friedfische in Brandenburg gibt es eine weitere Einzigartigkeit. Der vorbereitende Kurs, um den in Brandenburg anerkannten Angelschein zu erlangen, ist nicht zwingend vorgeschrieben. Das bedeutet, dass Sie sich im Alleingang über die Sachgebiete informieren und anschließend die Prüfung schreiben können. Das Land Brandenburg bietet auf seinem Web-Auftritt einen Online-Test zum Üben an.

Um angeln zu können, benötigen Sie eine Angelkarte aus Brandenburg

Um angeln zu können, benötigen Sie eine Angelkarte aus Brandenburg

Die Prüfung besteht aus fünf Sachgebieten und insgesamt 60 Fragen. Davon müssen mindestens 45 Fragen richtig beantwortet werden. Die Gebiete sind:

  1. Fischkunde und -hege
  2. Pflege der Fischgewässer
  3. Fanggeräte und deren Gebrauch
  4. Behandlung der gefangenen Fische
  5. Rechtsvorschriften

Zudem müssen mindestens sechs Fragen aus jedem Sachgebiet richtig sein, um angeln zu dürfen – in Brandenburg aber auch in anderen Bundesländern. Die Prüfung führen die „Unteren Fischereibehörden“ der Landkreise und der kreisfreien Städte durch.

Neu ist allerdings, dass nun auch juristische oder natürliche Personen, die vom Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung anerkannt wurden, die Prüfung in Brandenburg für den Fischereischein abhalten dürfen.

Das Mindestalter in Brandenburg für den Angelschein bzw. die Absolvierung der Prüfung liegt bei 14 Jahren. Der Angelschein ist lebenslang gültig.

Der Angelschein in Brandenburg – und seine Kosten

Wer in Brandenburg angeln will, benötigt häufig einen Angelschein. Die Prüfungsgebühr hierfür beträgt etwa 25 Euro.

Falls sich jemand für den freiwilligen Vorbereitungskurs entscheidet, muss er 75 Euro für den dreitägigen Kurs zahlen. Das Lehrmaterial schlägt noch einmal mit 30 Euro zu Buche.

Die Gebühren für die Angelkarte in Brandenburg legt der jeweilige Besitzer oder Pächter des Gewässers fest. Die Fischereiabgabe erfolgt an die zuständige Fischereibehörde. Das brandenburgische Gesetz besagt, dass die Abgabe nicht das Fünffache der Gebühr für die Erteilung des Fischereischeines übersteigen darf.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (61 Bewertungen, Durchschnitt: 4,21 von 5)
Loading...

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2018 des VFBV e.V. zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.