Schichtzeit für LKW-Fahrer: Was gilt es zu beachten?

Von bussgeldkatalog.org, letzte Aktualisierung am: 18. November 2020

Was ist die LKW-Schichtzeit?

Auch die Mittagspause zählt zur Schichtzeit für LKW-Fahrer.
Auch die Mittagspause zählt zur Schichtzeit für LKW-Fahrer.

LKW-Fahrern wird im Straßenverkehr eine besondere Verantwortung zuteil. Schließlich sind LKW um einiges schwerer und träger als PKW. Außerdem sind überdurchschnittlich viele LKW-Fahrer Fernfahrer, fahren also längere Strecken am Stück und laufen deshalb eher Gefahr, übermüdet zu sein.

Um LKW-Fahrer vor Überarbeitung zu schützen und so schließlich die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, ist in Deutschland die Schichtzeit für LKW-Fahrer gesetzlich geregelt. Doch welche Lenk- und Ruhezeiten gelten? Die Schichtzeit für LKW-Fahrer wurde überzogen – haben Sie nun mit Sanktionen zu rechnen?

Zuerst einmal muss klargestellt werden, dass die Schitchtzeit beim LKW nicht mit den LKW-Lenkzeiten identisch ist. Die Schichtzeit für Berufskraftfahrer beschreibt die Zeit zwischen Arbeitsantritt und Feierabend. Sie entspricht damit der Summe aus Lenkzeiten und zusätzlicher Arbeitszeit, die anderweitig im Betrieb verrichtet werden kann, sowie Bereitschaftszeit. Was es hier zu beachten gibt, welche Bußgelder entstehen können, erfahren Sie in diesem Beitrag zum Thema “Schichtzeit für LKW-Fahrer”.

FAQ: Schichtzeit für Lkw-Fahrer

Was ist die Schichtzeit für Lkw-Fahrer?

Bei der Schichtzeit handelt es sich um den Zeitraum zwischen Arbeitsbeginn und Feierabend. Sie ist nicht mit der Lenkzeit gleichzusetzen.

Welche Schichtzeit müssen Lkw-Fahrer einhalten?

Für Lkw-Fahrer gilt im Normalfall eine maximale Schichtzeit von 13 Stunden pro Tag bei einer Ruhezeit von 11 Stunden. Wird die Ruhezeit auf 9 Stunden verkürzt, beträgt die maximale Schichtzeit 15 Stunden.

Was droht, wenn die Schichtzeit überschritten wird?

Überschreiten Lkw-Fahrer die Schichtzeiten um bis zu eine Stunde, kann ein Bußgeld von 30 Euro drohen. Bei bis zu drei Stunden kommen pro Stunde 30 Euro, bei mehr als drei Stunden 60 Euro hinzu.

Lenk- und Ruhezeiten und die LKW-Schichtzeit im deutschen Recht

Die Lenk- und Ruhezeiten sowie die einzuhaltende Schichtzeit für LKW-Fahrer haben im deutschen Recht verschiedene Quellen. Eine ist das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), welches Vorschriften zur zulässigen Wochenarbeitszeit regelt sowie festlegt, was als Arbeitszeit gilt und was nicht. Darüber hinaus gelten das Fahrpersonalgesetz (FPersG) und die Fahrpersonalverordnung (FPersV). Erste enthält Zuständigkeitsregelungen und Bußgeldvorschriften, letztere enthält nationale Abweichungen von europäischen Bestimmungen.

Schließlich gelten zwei EU-Verordnungen sowie das Europäische Übereinkommen über die Arbeit des im internationalen Straßenverkehr beschäftigten Fahrpersonals (AETR) für den gesamten EU-Raum und damit auch für Deutschland.

Daraus – hauptsächlich aus dem Arbeitszeitgesetz – ergeben sich einige Regelungen, die LKW-Fahrer zur Schichtzeit einhalten müssen.

Schichtzeit für LKW-Fahrer – was ist erlaubt?

Die höchste tägliche Schichtzeit für LKW-Fahrer beträgt 15 Stunden. Dies darf jedoch nicht die Regel sein, sondern ist dann der Fall, wenn die täglichen Ruhezeiten in Ausnahmefällen auf neun Stunden verkürzt werden können. Dies darf höchstens dreimal in einer Woche passieren. Ansonsten gelten Ruhezeiten von elf Stunden für einen 24-Stunden-Zyklus und damit eine gewöhnliche maximale Schichtzeit für LKW-Fahrer von 13 Stunden pro Tag.

Welche Regelungen zur Schichtzeit gelten bei Doppelbesatzung eines LKW?

LKW-Schichtzeit: Die Regelung besagt eine maximale tägliche Zeit von 15 Stunden.
LKW-Schichtzeit: Die Regelung besagt eine maximale tägliche Zeit von 15 Stunden.

Was gilt für die Schichtzeit, wenn 2 Fahrer die Besatzung des LKW bilden? Gilt auch der Zeitraum, den der nicht aktive Fahrer auf dem Beifahrersitz oder in der Schlafkabine verbringt, als Arbeitszeit? Diese Frage wird in Paragraph 21a ArbZG beantwortet, in dem steht, dass “die Zeit, während derer sich ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bereithalten muss, um seine Tätigkeit aufzunehmen,” sowie “für Arbeitnehmer, die sich beim Fahren abwechseln, die während der Fahrt neben dem Fahrer oder in einer Schlafkabine verbrachte Zeit” nicht als Arbeitszeit gilt. Dennoch gilt diese Zeit als Teil Ihrer Schichtzeit, also der Zeit zwischen Arbeitsaufnahme und Feierabend.

LKW-Schichtzeit überschritten – was nun?

Wenn die Schichtzeit vom Busfahrer oder LKW-Fahrer überschritten wird, ist dies dann problematisch, wenn gleichzeitig die tägliche Ruhezeit, die zwei Schichtzeiten voneinander trennt, unterschritten wurde. Dann wird für den Fahrer bei einer Stunde Unterschreitung ein Bußgeld von 30 Euro fällig. Bis zu drei Stunden kommen mit jeder Stunde 30 Euro hinzu.

Ab drei Stunden werden es 60 Euro mehr pro Stunde, die die Ruhezeit durch Verlängerung der Schichtzeit für LKW-Fahrer unterschritten wurde. Auch der Arbeitnehmer trägt Verantwortung und kann belangt werden.
Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (142 Bewertungen, Durchschnitt: 4,30 von 5)
Schichtzeit für LKW-Fahrer: Was gilt es zu beachten?
Loading...
Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

13 Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

  1. David B. sagt:

    Es ist allein schon eine Zumutung mit 13 h Schichtzeit. Viele Arbeitgeber nutzen das aus.
    Wenn ich nach dieser Rechnung gehe komme ich auf 73 h in der Woche.
    Und kaum jemand im Nahverkehr hält sich an die Pausen.
    Beim be/ entladen kommt man auf seine Zeit.
    Und dann heists wieder in den Nachrichten, tödlicher Unfall mit Lkw, weil der Fahrer übermüdet war.
    Hier sollte der Gesetzgeber mal reagieren.
    Keine Branche hat so extreme Zeiten wie der Lkw Fahrer.
    Zumindest bei der Bezahlung.
    Da sollte mal dringend nachgebessert werden.

  2. Florian A. sagt:

    Meine Frage konnte bis jetzt noch keiner beantworten leider..
    Wer entscheidet über die tägliche Ruhezeit von 11Std bzw 9Std. Entscheidet das die Firma oder Fahrer ob er verkürzen möchte um wieder fahrbereit zu sein.
    Weil nach 15std hab ich ab und an keine Kraft nur 9std Pause zu machen..
    Würde mich über eine Antwort hier freuen.

  3. Michael sagt:

    30 Euro das ja lächerlich, da wird’s doch teurer für den untenehmer wenn Ware nicht mehr ankommt,. Kein Wunder das dann heisst fahr weiter die Ware ist wichtig .und Arbeitszeit innteressiert sowie so nicht , wenn’s drauf ankommt. Aber unterschreiben darfst dafür das alle Zeiten einhälst, super und dieses Pausen verkürzen sollte endlich abgeschafft werden , wird zu oft ausgenutzt, nach einem 15std Tag nur 9std Pause ist zu wenig , 11std sollten es immer sein auch wenn’s dann mit 24std Zeitraum nicht mehr funktioniert

  4. Harald sagt:

    Zu welcher zeit werden eigentlich die Anfahrt zur Arbeitsstelle und der Heimweg gerechnet?

  5. Ken G. sagt:

    Da weiß auch einer nicht was der andere sagt.

    Ich darf 9h am Tag fahren aber max. 8h Arbeitszeit. Mir wurde mal gesagt, dass Lenkzeit = Arbeitszeit ist. So demnach dürfte man täglich eigentlich nur 8h fahren, wir gehen jetzt mal von einem Tag aus, wo man wirklich nur fährt. Dann 45min pause und nach 8:45h ist Feierabend.. Fährt man 9h, dann hat man jeden Tag schon 1 Überstunde, weil man muss ja innerhalb von 6 Monaten 48 Wochenstunden im durchschnitt haben.

    Dann haben wir 13h Schichtzeit. Da wird es schon verwirrend. Ich bin noch Azubi, fahre aber schon selber.

    Ich fange um 7:00 Uhr an. Habe dann einen Weg von ca. 2h zu fahren, bin dann beim Kunden angekommen und habe mit Wartezeit, Papiere und Entladen ca. 2h dort verbracht, danach fahre ich dann zu meiner Beladestelle 2h Fahrt, da mache ich dann 45min Pause, weil die 6h Arbeitszeit vorbei sind. Dann habe ich 2h Wartezeit, Beladen, Papiere etc. Jetzt habe ich ja noch 4:30h die ich fahren könnte. Ich fahre aber nur noch 4h davon.
    Jetzt stehe ich auf meinem Parkplatz und wir haben es 19:45 Uhr. Schichtzeit von 12:45h.. Dann hätte man 11:15h Pause und man wäre in dem 24h Ryhtmus.

    Das ist dann der normale Alltag im Fernverkehr, teils auch im Nahverkehr, von der Zeit her.
    Dementsprechend würde man doch jeden Tag gegen die Arbeitszeit verstoßen, oder nicht? Ich mein, die Lenkzeit und Pausenzeiten (alles innerhalb 24h) hält man so ein aber die Arbeitszeit ist ja komplett drüber.

    Das ist nur ein Beispiel. Ich hoffe man versteht was ich damit sagen möchte.

    Ich würde mich natürlich über eine Antwort und Erklärung freuen.

  6. Dirk sagt:

    Wenn ich das jetzt richtig gerechnet habe dann dürfen wir in der Woche 71 Stunden A 5 Tage. Und im Moment 284 Stunden und viele Firmen nutzen das auch aus. Und wenn ich das dann jetzt richtig gerechnet habe müssten doch die lkw fahrer 2.655,40 Euro im Monat verdienen. Dann frag ich mich jetzt mal ganz ehrlich warum denn job keiner mehr machen will. Ich kann es auch beantworten. Wehr möchte schon 284 Stunden im Monat arbeiten gehen anstatt nur 160 Stunden. Hier leuft doch mal richtig was falsch in dem Land

  7. Sven sagt:

    Ich finde das alles so Kompliziert, bin Azubi und fahre schon selber. Aber jeder Erzählt mir was anderes.

  8. Ingo sagt:

    Hallo zusammen,
    laut Arbeitszeitgesetzt darf man nicht mehr wie 8 Stunden arbeiten verlängerbar auf 10 Stunden! Laut Tarifvertrag der Verdi SpedLog darf man bis zu 52 Stunden in der Woche arbeiten alles mit Ausgleich und laut dem hier was ich da so lese darf ein Fahrer bis zu 75 Stunden arbeiten? Wie soll ich das erklären besonders unseren Azubis für den Berufskraftfahrer?

  9. Michel sagt:

    Hallo
    Die Schichtzeit beläuft sich auf 3×13 Std. und 2×15 Std. Das man die Tägliche Ruhezeit 3x auf 9 Std verkürzen darf, schlüsselt sich wie folgt auf:
    2x 15 = 2x 9 Std Ruhezeit.
    Die dritte Ruhezeitverkürzung beläuft sich auf den 24std Zeitraum.
    Der 24 std Zeitraum fängt nach vollendeter Pausenzeit (in diesem Fall 9std) neu an.
    Heist nicht, das man automatisch 15 Std. arbeiten darf.

  10. roland sagt:

    meine Frage:
    bin selbstständiger Fahrer und vermiete mich in diversen Betrieben.
    muß ich meine Unternehmerkarte stecken ?
    Diese Frage wurde mir mit Ja und Nein beantwortet.
    Vielleicht kann mir jemand kongrett antworten
    Danke

  11. Anonym sagt:

    Wenn ich jeden Tag 13 Stunden arbeite z.b Nahverkehr muss ich dann jeden Tag 11 Stunden ruhezeit haben

  12. Daniel sagt:

    Da du keine Freizeit hast und quasi für die Arbeit „bereit stehst“, handelt es sich um Bereitschaftszeit. Ob du zu Arbeitsbeginn auf nen Ersatzteil wartest oder irgendwann am Tag ne Panne auf der Autobahn hast, ist ja am Ende das selbe.

  13. Volker sagt:

    Hi, wie ist das wenn ich in Werkstatt stehe und auf Ersatzteil warte, Arbeitsbeginn war um 0230 Uhr und ich muss mind. 4 Stunden warten ist dann auch nach 15 Stunden Schluss?

Verfasse einen neuen Kommentar


Bußgeldkatalog als PDF
Der aktualisierte Newsletter 2020 vom VFR Verlag zum Download und Ausdrucken.
Jetzt kostenlos per E-Mail anfordern:
Mit dem Absenden akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.