De-Mail: Online-Kommunikation im geschützten Raum?

De-Mail: Ein bisher kaum genutzter Kommunikationsdienst

De-Mail: Was ist das? Ist die Kommunikation mithilfe dieser Technik sicherer?

De-Mail: Was ist das? Ist die Kommunikation mithilfe dieser Technik sicherer?

Im Jahre 2010 schuf die Bundesregierung die gesetzlichen Grundlagen für die sogenannte DE-Mail. Die Idee dahinter war es, den Online-Kommunikationsverkehr sicherer zu gestalten. Seit 2012 gibt es dieses Kommunikationsmittel in Deutschland.

Doch scheinbar hat sich diese Technik bis heute noch nicht durchgesetzt. Nur eine Million Privatkunden seien bei einem entsprechenden Anbieter registriert, erklärte Christian Friemel, der Pressesprecher der E-Mail-Dienste web.de und GMX. Dies ist Anlass genug, diese Kommunikationstechnik etwas näher zu beleuchten.

Handelt es sich hierbei um eine gewöhnliche E-Mail? Was verbirgt sich hinter diesem Online-Kommunikationsmittel und welchen Zweck verfolgt dieses? Lohnt es sich, von der klassischen E-Mail auf die De-Mail umzusteigen? Kann ihre Nutzung z. B. den Datenschutz im Unternehmen oder in Behörden verbessern? Dieser Ratgeber gibt einen kleinen Überblick über diese und andere Fragen.

Was ist eine De-Mail und was kann sie?

Die klassische E-Mail stößt an ihre Grenzen, wenn damit vertrauliche und nachweisbare Post verschickt werden soll, z. B. zwischen Unternehmen oder zwischen Privatpersonen und Behörden. Ein sicherer Versand von Gesundheitsdaten, Steuerbescheinigungen, Gehaltsabrechnungen und ähnlichen sensiblen Daten ist hiermit kaum möglich.

Deswegen wurde die De-Mail entwickelt, eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte E-Mail-Technik. Mit ihr können Behörden, Unternehmen und Bürger Nachrichten und Dokumente in einem sicheren Kommunikationsraum verschicken. Diese Nachrichten werden verschlüsselt transportiert und können weder mitgelesen noch verändert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Dokumente mit vertraulichem Inhalt zusätzlich zu verschlüsseln.

Die Sicherheit und Vertraulichkeit soll dadurch gewährleistet werden, dass nur Nutzer, deren Identität zuvor überprüft wurde, derartige Mails senden und empfangen können. Wer ein De-Mail-Konto eröffnen will, muss sich vorher bei dem von ihm gewählten Anbieter ausweisen. Ansonsten erhält er keine De-Mail-Adresse.

Wenn Sie De-Mail nutzen möchten, müssen Sie sich beim Anbieter mit Ihrem Personalausweis identifizieren. Anschließend können Sie auch mit Behörden über diesen Weg kommunizieren.

Darüber hinaus bietet diese Online-Technik eine rechtlich abgesicherte Zustellung, die einen Nachweis des Versands, des Empfangs und der Inhalte von De-Mails ermöglicht. Hiermit können Sie daher auch verbindliche Einschreiben verschicken. Diese Möglichkeit besteht bei herkömmlichen E-Mails nicht.

Das De-Mail-Gesetz als Rechtsgrundlage dieser Kommunikationstechnik

Grundlage dieser rechtlichen Absicherung bildet das „Gesetz zu Regelungen von De-Mail-Diensten und zur Änderung weiterer Vorschriften“ (De-Gesetz). Dieses legt die Mindestanforderungen fest, die für alle Anbieter in gleicher Weise gelten. Die Einhaltung dieser Bedingungen wird regelmäßig geprüft.

Durch eine Verschlüsselung soll die De-Mail mehr Sicherheit in der Online-Kommunikation bieten.

Durch eine Verschlüsselung soll die De-Mail mehr Sicherheit in der Online-Kommunikation bieten.

De-Mail-Anbieter benötigen eine staatliche Zulassung. Hierfür ist das BSI zuständig. Folgende Dienstleister sind bereits zugelassen:

  • Deutsche Telekom AG
  • T-Systems
  • Mentana-Claimsoft GmbH
  • 1&1 De-Mail GmbH (1&1, GMX, web.de)

De-Mail: Wirklich so sicher wie behauptet?

In § 1 Abs. 1 des De-Mail-Gesetzes heißt es:

De-Mail-Dienste sind Dienste auf einer elektronischen Kommunikationsplattform, die einen sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Geschäftsverkehr für jedermann im Internet sicherstellen sollen.“

Und obwohl der Bund diese Technik als sicher und zuverlässig bewirbt, bezweifeln Kritiker, dass der Datenschutz bei diesem Kommunikationsmittel ausreichend sichergestellt ist.

Denn eine absolute Sicherheit kann auch die De-Mail mangels konsequenter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht bieten. Diese Verschlüsselung ist nämlich nicht zwingend vorgeschrieben. Neben Absender und Empfänger kann auch der Provider mitlesen. De-Anbieter sind in der Lage, die Nachrichten zu entschlüsseln und auf Daten zuzugreifen. Eine Aufweichung der Rechtslage macht die Entschlüsselung zum Zweck der Überprüfung von Mails auf Schadsoftware legal.

Dadurch wird die Beweiskraft einer De-Mail in Zweifel gezogen, weil nicht mehr nachvollziehbar ist, ob diese Nachricht während des Transports vom Sender zum Empfänger gelesen oder verändert wurde.

De-Mail: Mit welchen Kosten müssen Nutzer rechnen? Eine kostenlose De-Mail gibt es nicht. In der Regel erhalten registrierte Nutzer vom Anbieter ein festes Kontingent und müssen für jede weitere, darüber liegende Mail zahlen. Kunden zahlen in der Regel 40 Cent pro De-Mail, wobei die Konditionen von Anbieter zu Anbieter variieren.
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