Wie sieht der Datenschutz bei Google+ aus?

Google+ weist bezüglich Datenschutz dieselben Lücken auf wie andere Produkte des Konzerns

Google+ weist bezüglich Datenschutz dieselben Lücken auf wie andere Produkte des Konzerns

Googles selbsternannte „soziale Schicht“

Soziale Medien – unter den Begriff fallen verschiedene Plattformen, welche eine Kontaktpflege und Selbstdarstellung im Internet ermöglichen. Solche Kanäle prägen nicht nur die öffentliche Wahrnehmung, sondern sind auch äußert profitabel. Nicht verwunderlich also, dass auch der Internetriese Google den Versuch eines eigenen „Social Network“ gestartet hat.

Deswegen wurde im Jahr 2011 „Google+“ gelauncht, welches inzwischen zu einem der größten sozialen Netzwerke zählt. Dennoch steht der Google-Konzern nach wie vor stark in der Kritik, Stichwort fehlender Datenschutz im Internet. Wie hält Google+ es also mit der Achtung der Privatsphäre?

Gewinne vs. Personenrechte

Inzwischen dürfte jeder Internetnutzer zumindest grob eine Sensibilisierung dahingehend entwickelt haben, dass viele Online-Dienste ihr Geld hauptsächlich durch die umfassende Erhebung persönlicher Daten verdienen. Dies kollidiert nicht nur zunehmend mit den Bestrebungen eines einheitlichen Datenschutzes; immer wieder kommen Skandale ans Licht, welche großflächige Verletzungen des Wettbewerbsrechtes und/oder fragwürdigen Lobbyismus beinhalteten.

Google hat sich in den letzten Jahren einen eher negativen Ruf eingehandelt, was die Missachtung der Privatsphäre und unlautere Wettbewerbsstrategien betrifft. Inwiefern ein Datenschutz bei Google+ gewahrt wird, kann also mit Blick auf bisherige Entwicklungen sehr kritisch bewertet werden.

Ein Blick in die Datenschutzerklärung von Google+

Die Datenschutzerklärung von Google+ zeigt: Nutzer müssen sich über die Weitergabe ihrer Daten bewusst sein

Die Datenschutzerklärung von Google+ zeigt: Nutzer müssen sich über die Weitergabe ihrer Daten bewusst sein

Um sich einen Eindruck vom Datenschutz bei Google+ zu verschaffen, hilft natürlich ein Blick in dessen Datenschutzerklärung. Diese ist vom Grundtenor sehr vertraut und direkt formuliert: Viele persönliche Ansprachen des Lesers, positiv besetzte Adjektive, eingeblendete Erklärungen (Stand: März 2018). Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Google umfangreich Daten seiner Nutzer erhebt und diese offensichtlich weitläufig teilt.

Abgesehen davon wäre es im Hinblick auf den Datenschutz bei Google+ weiterhin wichtig zu wissen, welche dritten Parteien überhaupt auf die so erhobenen Daten zugreifen dürfen – schließlich ist in der deutschen Version lediglich von „unseren Partnern“ die Rede. Generell werden viele ausweichende und ungenaue Aussagen getätigt – so zum Beispiel bei der Zusammenführung mit Daten von anderen Diensten der Marke. So heißt es in der Google-Plus-Datenschutzerklärung in einem Unterpunkt:

Wir verwenden den von Ihnen für Ihr Google-Profil angegebenen Namen möglicherweise für alle von uns angebotenen Dienste, die ein Google-Konto erfordern. Darüber hinaus ersetzen wir möglicherweise Namen, die in der Vergangenheit mit Ihrem Google-Konto verknüpft waren, damit Sie in all unseren Diensten einheitlich geführt werden.

In diesem Ausschnitt geht es zwar spezifisch um den vom Nutzer geführten Namen, dennoch dient es als Veranschaulichungsbeispiel für Googles Datenpolitik. Trotz aller Bemühungen um Transparenz und Vertrauenswürdigkeit bleiben die persönlichen Informationen der Nutzer nun einmal das Kapital. Und genau so werden diese auch behandelt: durch Aufzeichnung, Zusammenführung und Weitergabe wird Geld gemacht und die eigene Vormachtstellung auf dem Markt verfestigt.

Nutzer sind dem natürlich nicht vollständig schutzlos ausgeliefert, sondern haben die Möglichkeit, ihre Privatsphäreeinstellungen anzupassen und so die eigene Datenmenge zumindest einzuschränken.

Bezogen auf den Datenschutz reiht sich Google+ in die Produktpalette des Digitalkonzerns ein – eine großflächige Erhebung von persönlichen Daten zu Gewinnzwecken. Genau dessen sollten sich Nutzer stets bewusst sein, wenn es um die Nutzung von sozialen Medienkanälen geht. Trotz aller Bemühungen hinsichtlich Aufklärung und Verbraucherrechte stehen letzten Endes wirtschaftliche Interessen im Vordergrund.
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