Keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr: Gesetze gelten auch in der 5. Jahreszeit

News vom 09.02.2018 um 13:55 Uhr

Es gibt keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr. Gesetze gelten weiterhin.

Es gibt keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr. Gesetze gelten weiterhin.

Die fünfte Jahreszeit ist eröffnet: Zum Karneval schlüpfen die Narren in ihr Kostüm und machen singend und tanzend die Straßen unsicher. Es ist Zeit, das Leben oder sich selbst nicht mehr ganz so ernst zu nehmen und ein wenig über die Stränge zu schlagen. Doch auch in dieser verrückten Karnevalszeit gelten bestimmte Regeln. Gesetze und Verordnungen gelten weiterhin. Es gibt zum Beispiel keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr. Der Spaß hört dort auf, wo durch Alkoholkonsum andere gefährdet werden und wenn Maskierungen zu unschönen Missverständnissen führen.

Bei Alkohol & Drogen im Straßenverkehr hört der Spaß auf

Wer an Karneval mit dem Auto unterwegs ist, sollte die Finger von Alkohol und Drogen lassen. Denn auch wenn Bier, Wein und Co. zu diesem Mummenschanz dazu gehören mögen, so herrscht in dieser Hinsicht keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr. Jecken und Narren gefährden sich und das Leben anderer, wenn sie sich alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss hinters Steuer setzen. Außerdem drohen nach dem Bußgeldkatalog empfindliche Sanktionen.

Wer mit über 0,5 Promille im Blut Auto fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und bezahlt beim ersten Verstoß 500 Euro Bußgeld. Außerdem kassiert er 2 Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot.

Bei einer Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss drohen sogar 3 Punkte und die Entziehung des Führerscheins. Hierbei handelt es sich schon um eine Straftat, die eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann, § 315c StGB. Schon ab 0,3 Promille kann die hierfür erforderliche Fahruntüchtigkeit vorliegen.

Für Fahranfänger und junge Fahrer unter 21 Jahre gilt erst recht keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr, sondern ein striktes Alkoholverbot. Sie müssen sich zwingend an die Null-Promille-Grenze halten.

Keine völlige Narrenfreiheit im Straßenverkehr hinsichtlich der Maskierung

Auch bei der Kostümwahl sollten Karnevalsfreunde einige Regeln beachten. Grundsätzlich ist es zwar nicht verboten, verkleidet ins Auto zu steigen. Wenn Sie maskiert Auto fahren und dabei gewisse Regeln nicht einhalten, begehen Sie unter Umständen eine Ordnungswidrigkeit.

§ 23 Absatz 1 Satz 1 StVO besagt:

Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“

Das heißt unter anderem, dass die eigene Verkleidung, aber auch die der anderen Insassen die Sicherheit bei der Autofahrt nicht gefährden darf. Übergroße Brillen und Masken sind also vor der Fahrt abzulegen.

Jecke Autofahrer, die in ihrer Maskierung einen Unfall bauen, riskieren nicht nur ein Bußgeld, sondern verlieren mitunter auch den Versicherungsschutz.

Verbotene Kostüme

Auch bei der Maskierung gibt es keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr: Die originale Polizei-Dienstkleidung ist verboten.

Auch bei der Maskierung gibt es keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr: Die originale Polizei-Dienstkleidung ist verboten.

Grundsätzlich können Narren ihrer Phantasie freien Lauf lassen, wenn sie ihre Verkleidung zusammenstellen. Bestimmte Maskierungen sind hingegen verboten. Die wichtigsten Regeln haben wir im Folgenden zusammengefasst:

  • Die Original-Dienstkleidung von Polizisten ist ein verbotenes Kostüm, weil eine Verwechslung mit echten Polizeibeamten verhindert werden soll.
  • Andere Dienstkleidung hingegen ist erlaubt. Sie können sich also bedenkenlos als Müllmann oder Feuerwehrmann verkleiden oder einen Arztkittel überziehen.
  • Volksverhetzende Kostüme und Symbole sind verboten. Hierzu gehören beispielsweise Zeichen der Nazis oder des Ku-Klux-Klans. Die Verkleidung als Terrorist ist zwar nicht grundsätzlich untersagt. Trotzdem warnt die Polizei vor derartigen Kostümierungen, weil sie Angst und Verwechslungsgefahren bei anderen Feiernden auslösen könnten.
  • Keine Narrenfreiheit im Straßenverkehr und allgemein gibt es bei sogenannten Anscheinswaffen. Diese dürfen nicht als Verkleidungsutensil mitgeführt werden, § 42a Abs. 1 Nr. 1 Waffengesetz (WaffG). Ein Verstoß hiergegen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro sanktioniert werden kann.
  • Wasserpistolen und andere erkennbare Spielzeugwaffen sind hingegen erlaubt.
Als Anscheinswaffen gelten Attrappen, die echten Waffen täuschend ähnlich sehen. Sie können aufgrund dieser Ähnlichkeit den Anschein einer Gefahr erwecken und Panik hervorrufen. Hierunter fallen auch unbrauchbar gemachte echte Waffen.

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