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Ampel-Pilotprojekt in NRW gestartet: Verbesserte Mobilität dank KI?

News von bussgeldkatalog.org, veröffentlicht am: 25. Januar 2021

Ein neues Ampel-Pilotprojekt in NRW soll für einen besseren Verkehrsfluss sorgen.
Ein neues Ampel-Pilotprojekt in NRW soll für einen besseren Verkehrsfluss sorgen.

Ampeln sollen eigentlich so geschaltet sein, dass sie den bestmöglichen Verkehrsfluss ermöglichen. In der Praxis scheint die „grüne Welle” jedoch meist eher Wunschdenken zu sein. Ein neues Ampel-Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen könnte nun tatsächlich für einen optimalen Wechsel der Ampelphasen sorgen. Künstliche Intelligenz („KI”) macht’s möglich.

Test an 10 Ampelkreuzungen: Stadt Lemgo wird zum Reallabor

Unter Beteiligung des Landesbetriebs Straßenbau Nordrhein-Westfalen – kurz „Straßen.NRW” – hat das Fraunhofer Institut ein Forschungsprojekt zur Optimierung des Verkehrsflusses gestartet. Getestet wird in der Stadt Lemgo in Nordrhein-Westfalen, wo nun insgesamt zehn stark frequentierte Ampelkreuzungen mit einem neuen System versehen werden. Dieses soll für eine bessere Abstimmung der Ampelschaltungen sorgen, wovon sich die Verantwortlichen einige positive Effekte versprechen:

  • Die Straßen werden effizienter genutzt.
  • Der Treibstoffverbrauch reduziert sich und damit auch die Umweltbelastung in den Städten.
  • Fahrzeiten und Verkehrslärm werden verringert.

Und so funktioniert das Ampel-Pilotprojekt: Sensoren erfassen für jede Spur die Fahrzeugbewegungen und können so den aktuellen Verkehrsfluss ermitteln. Die neue KI sammelt und verarbeitet diese Informationen und entwickelt auf Basis von Verkehrsmodellen die bestmögliche Abfolge von Ampelphasen. Auch die Dauer der Phasen lässt sich dabei steuern. Welche Fahrspuren bzw. Fahrtrichtungen gleichzeitig fahren dürfen, wurde für den Test hingegen nicht verändert. Dies wird weiterhin durch die Straßenverkehrsbehörde geregelt, nicht durch die KI.

Das Ampel-Pilotprojekt soll erforschen, ob durch den Einsatz einer KI tatsächlich eine Optimierung des Verkehrsflusses möglich ist. Sobald aussagekräftige Ergebnisse aus Lemgo vorliegen, soll zudem geprüft werden, ob sich die neue Technik auch für größere Verkehrsabschnitte eignet. Bei hinreichend positiven Resultaten könnte die KI in einigen Jahren in anderen Städten NRWs oder sogar bundesweit zum Einsatz kommen.

Denken Sie, dass die Ampelsteuerung in Deutschland verbesserungswürdig ist?

KI-Technologie besser als aktuelle Ampelsteuerung?

Lassen sich durch das Ampel-Pilotprojekt zukünftig unnötige Verkehrsstaus verhindern?
Lassen sich durch das Ampel-Pilotprojekt zukünftig unnötige Verkehrsstaus verhindern?

Aber kann das neue Ampel-Pilotprojekt tatsächlich so viel mehr leisten als die Systeme, die derzeit im Einsatz sind? Aktuell funktioniert die Schaltung von Ampelanlagen in Deutschland vor allem mittels zwei Prinzipien: die Festzeitsteuerung und die verkehrsabhängige Steuerung.

Bei der Festzeitsteuerung erfolgt das Umschalten zwischen Rot- und Grünphasen in konstanten Programmen, die im Laufe eines Tages wechseln. So kann es z. B. für eine Ampel ein Programm für den Berufs- und den Nachtverkehr geben. Auch Programme für bestimmte Tage (z. B. Sonn- oder Feiertage) sind möglich. Die Festzeitsteuerung ist sehr unflexibel und kann sich nicht auf aktuelle Verkehrsentwicklungen einstellen.

Darum wird immer häufiger die verkehrsabhängige Ampelsteuerung eingesetzt. Bei dieser erfassen Sensoren, wann und wie viele Fahrzeuge sich aktuell an einer Ampel befinden, und schalten entsprechend die Ampelphasen. Somit kann dieses System sich zwar durchaus an die reale Verkehrslage anpassen, letztendlich liefern die Sensoren (z. B. Induktionsschleifen oder Kameras) aber nur einfache Informationen. Anders als die digitalen Sensoren, die nun im Ampel-Pilotprojekt in Lemgo getestet werden: Diese sollen auch das Verhalten einzelner Verkehrsteilnehmer erfassen und Regelmäßigkeiten erkennen können.

Wie viel effizienter das neue System jedoch tatsächlich ist, muss der Praxistest erst noch zeigen.

Wissen Sie eigentlich genau, was Ihnen blüht, wenn Sie eine rote Ampel überfahren? Das folgende Video liefert die Antwort:

Video: Was droht bei einem Rotlichtverstoß?

Quellen und weiterführende Links

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1 Kommentar

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  1. Wolfgang E sagt:

    Das gab doch schon vor ca. 45 Jahren in der ehemaligen DDR, die sogenannte grüne Welle. Da war an der
    Ampel eine zusätzliche Lichtanzeige, die hat die Geschwindigkeit angezeigt die man fahren soll oder kann, da war man schnell durch die ganze Stadt gefahren, gab es aber nur in Großstädten.

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