Ablenkung am Steuer: In Bayern Thema einer Kontrollwoche

News vom 08.05.2017 um 15:49 Uhr

Ablenkung am Steuer: Das Handy am Ohr stellt immer noch einen der häufigsten Verstöße dar.

Ablenkung am Steuer: Das Handy am Ohr stellt immer noch einen der häufigsten Verstöße dar.

Niederbayern. Ablenkungen beim Autofahren gibt es viele. Die Kinder auf der Rückbank quengeln, der Blick aufs Handy ist schon Routine oder nur mal eben den Radiosender wechseln – eine Sekunde Unachtsamkeit reicht oft schon aus, um einen Unfall nicht mehr vermeiden zu können. Aus diesem Grund führt das Polizeipräsidium Niederbayern diese Wochen Kontrollen durch, die speziell auf diese Ablenkungen aufmerksam machen sollen. Das Ziel ist es, Autofahrern wieder ein Gefühl für die Gefahren zu geben.

Unachtsamkeit ist eine der größten Gefahren

Um auf die Gefahren einer Ablenkung am Steuer sowie deren Folgen aufmerksam zu machen, konzentriert sich die Polizei Niederbayern während einer an diesem Montag beginnenden Kontrollwoche auf Verkehrsteilnehmer, die augenscheinlich während der Fahrt abgelenkt sind.

Autofahrer achten bei einer solchen Ablenkung für einen kurzen Bruchteil nicht auf den Verkehr. So legt ein Auto bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h etwa 14 Meter zurück. Diese Strecke reicht oft aus, um einen anderen Verkehrsteilnehmer oder ein Hindernis zu übersehen.

Das Thema Ablenkung im Straßenverkehr ist nicht nur für Autofahrer wichtig, auch Radfahrer und Fußgänger verursachen durch unaufmerksames Verhalten Unfälle. Neben der klassischen Handynutzung, achten die Beamten auf andere Verhaltensweisen, die eventuell eine Ablenkung am Steuer oder auf dem Fahrrad darstellen. Sogar Schminken oder andere Arten der Körperpflege können durchaus zu Momenten der Unaufmerksamkeit und im schlimmsten Fall zu Unfällen führen.

Darüber hinaus werden die Beamten auch verstärkt kontrollieren, ob die Insassen angeschnallt sind und Kinder sicher befördert werden. Denn turnen nicht angeschnallte Kinder im Fahrzeug herum, stellt diese eine Gefahr für sie sowie alle anderen Insassen dar, von der enormen Ablenkung für den Autofahrer ganz abgesehen.

Auf Gefahren hinweisen und wenn nötig Bußgelder aussprechen

Auch die Sicherheit der Insassen wird verstärkt kontrolliert.

Auch die Sicherheit der Insassen wird verstärkt kontrolliert.

Belehrungen und Verwarnungen während der Kontrollwoche sollen die Gefahren, die durch eine Ablenkung am Steuer entstehen können, wieder ins Bewusstsein rücken.

Für die Ahndung der Verstöße ist § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) von Bedeutung. Denn dieser definiert, dass der Verkehrsteilnehmer dafür sorgen muss, dass sein Sicht und sein Gehör nicht beeinträchtigt sind. Ebenso ist dort festgelegt, dass Telefone während der Fahrt nicht benutzt werden dürfen.

Werden Fahrer, ob im PKW oder auf dem Fahrrad, jedoch bei diesen verbotenen Aktionen erwischt, werden Bußgelder sowie Punkte verhängt. Gleiches gilt, wenn Fahrer, Insassen im Auto oder Kinder nicht entsprechend angeschnallt beziehungsweise gesichert sind. Hier werden die Beamten sicherlich kein Auge zudrücken und die Verkehrsteilnehmer nur mit einer Belehrung davonkommen lassen.

Bußgeldkataloge für die Handynutzung und die Anschnallpflicht im Straßenverkehr

Beschrei­bungBußgeldPunkteFahrverbotFVerbotLohnt ein Einspruch?
Als Kraftfahrer das Handy am Steuer genutzt100 €1Hier prüfen
...mit Ge­fährdung150 €21 Monat1 MHier prüfen
...mit Sachbe­schädigung200 €21 Monat1 MHier prüfen
Beim Fahrrad­fahren das Handy genutzt55 €Hier prüfen

VerstoßBußgeldPunkte
Fahren ohne Sicherheitsgurt30 €
1 Kind nicht nach Vorschrift gesichert30 €
... mehrere Kinder35 €
1 Kind ohne jede Sicherung60 €1
... mehrere Kinder 70 €1

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1 Kommentar

  1. Radfahrer und Pendler sagt:

    Die Kontrollen schreck(t)en genauso wenig ab wie der Blitzmarathon.
    Zudem noch das Bußgeld für Handy am Steuer oder am Ohr im öffentlichen Straßenverkehr mit nur 1 Punkt und 60 € ein Witz ist.

    Vorschlag: Bei Handyvergehen im Kfz mind. 1000 Euro Bußgeld und 3 Punkte im Flensburg. Für Radfahrer auch 1000 Euro plus 3 Tage Sozialdienst. Da überlegen sich garantiert die Leute sich keine Ausreten mehr und organisieren sich vermehrt Freisprecheinrichtungen. Somit wäre der Wirtschaft auch geholfen und vorallem der Sicherheit im öffentlichen Straßenverkehr.

    Wer hier jetzt mit Verhältnismäßigkeit kommt, sollte auch mal bedenken:
    Beispiel:
    Eine Familie verliert durch so ein Vergehen sein 4 Jahre altes Kind, weil eine solche Person mit Smartphone egoistisch und unachtsam gehandelt hat. [Beitrag editiert]

    Deshalb finde ich das jetzige BUßGELD ein WITZ!

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