Straßenverkehrsregeln

Bußgeldkatalog Straßenverkehr

Beschreibung
Bußgeld
Punkte
FahrverbotFVerbot
Straße verbotswidrig befahren (Sonderfahrstreifen für Taxen und Busse des Linienverkehrs oder andere Verkehrsverbote)15 €
...mit Behinderung der Busse des Linienverkehrs35 €
Einbahnstraße in die falsche Richtung befahren25 €
Im verkehrsberuhigten Bereich Fußgänger behindert15 €
...mit Gefährdung75 €1
Im Fußgängerbereich, in dem die Durchfahrt verboten ist, Fußgänger gefährdet70 €1
vorgeschriebene Fahrtrichtung nicht befolgt10 €
...mit Gefährdung15 €
...mit Sachbeschädigung25 €
Gehweg, Grünanlagen oder Seitenstreifen befahren10 €
...mit Behinderung15 €
...mit Gefährdung20 €
Gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen15 €
Fahren trotz Fahrverbotes wegen Smog-Alarm oder einer anderen öffentlich bekannt gemachten Anordnung80 €1
Befahren des Kreisverkehrs in falscher Richtung (Kfz)25 €

Icon Bußgeldkatalog Straßenbenutzung

Straße ist nicht gleich Straße, sind doch im Verkehrsrecht die verschiedensten Arten und speziellen Formen von Straßen. Angefangen von der Einbahnstraße über Sonderfahrstreifen bis hin zum verkehrsberuhigten Bereich oder auch der allseits beliebte Kreisverkehr. Doch welche Besonderheiten gibt es hier? Was müssen Autofahrer bei deren Benutzung beachten und welche Strafen sieht der Bußgeldkatalog bei Verstößen vor? Und was hat es eigentlich mit dem Sonntags- und Feiertagsfahrverbot auf sich? Antworten auf diese Fragen und viele weiteren wichtigen Informationen und Tipps um das Thema Bußgeldkatalog Straßenbenutzung haben wir für Sie im folgenden Ratgeber zusammengetragen.

Sonderfahrstreifen: Das müssen Autofahrer beachten

straßenbenutzungWer darf auf Sonderfahrstreifen fahren?

Im Straßenverkehr stellen die Sonderfahrstreifen eine Besonderheit dar. Diese werden durch das Verkehrszeichen 245 ausgewiesen und dürfen nur von Omnibussen des Linienverkehrs befahren werden, entsprechend wird der Sonderfahrstreifen im Verkehrsrecht auch als Busfahrstreifen, Bussonderfahrstreifen oder einfach nur Busspur bezeichnet. Zusätzlich dürfen auch Taxen sowie Radfahrer auf dem Sonderfahrstreifen fahren, Voraussetzung ist jedoch, dass ein entsprechendes Zusatzschild „Taxi frei“ und/oder „Radfahrer frei“ vorhanden ist. Zudem kann durch Zusatzschilder der Sonderfahrstreifen auch für Busse des Gelegenheitsverkehrs (beispielsweise Reisebusse) freigegeben werden.

Hinweis: Oftmals sind die Busspuren – vor allem im Stadtverkehr – nur zeitlich begrenzt und werden zum Abend hin bis zum frühen Morgen auch für den normalen Straßenverkehr freigegeben. Das ist aber eindeutig durch Zeitangaben auf dem Verkehrsschild geregelt.

Sonderfahrstreifen: Welchen Sinn hat die Busspur?

Der Sinn der Sonderfahrstreifen ist klar. Sie sollen einen flüssigen, öffentlichen Nahverkehr ermöglichen.

Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, dass der öffentlichen Personennahverkehr möglichst einwandfrei funktioniert. Gäbe es keine Linienbusse, wären die Straßen überfüllt und der Verkehr in den Städten würde wohl zusammenbrechen und zum Erliegen kommen. Zugleich würde sich die Lebensqualität in den Innenstädten durch die enorme Zunahme der Abgas- und Staubbelastungen stark verschlechtern. Auch wenn zahlreiche Bürger schon aus verschiedenen Gründen wie dem stärker ausgeprägten Umweltschutzgedanken oder um die hohen (Unterhalts-) Kosten für das Auto durch Benzin, Versicherung oder auch Anschaffungskosten einsparen zu können auf den öffentlichen Personennahverkehr umgestiegen sind, müssen Autofahrer weiterhin motiviert werden, ihren PKW in Zukunft öfter mal stehen zu lassen und mit dem Bus zu fahren. Wichtig ist hierfür, dass der Bus- oder Straßenbahnbetrieb störungsfrei vonstatten geht und eine hohe Verkehrsfolge ermöglicht wird, damit es nicht zu längeren Wartezeiten kommt. Um den öffentlichen Nahverkehr beschleunigen zu können, richten Städte zunehmend gesonderte Sonderfahrstreifen ein.

Sonderfahrstreifen: Welches Bußgeld gibt es bei unberechtigter Nutzung?

Vor allem im städtischen Straßenverkehr kommt es immer wieder vor, dass Autofahrer den Sonderfahrstreifen unberechtigt nutzen, um sich dem zähflüssigem Stop-and-Go auf den normalen Fahrspuren zu entziehen und so schneller vorwärts zu kommen. Wer bei dieser Ordnungswidrigkeit erwischt wird, muss jedoch gemäß der Bußgeldtabelle ein Bußgeld zahlen. In der Regel wird das unberechtigte Nutzen der Sonderfahrstreifen laut Bußgeldkatalog mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro geahndet. Werden zudem Busse des Linienverkehrs behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 35 Euro.

  • Straße verbotswidrig befahren (Sonderfahrstreifen für Taxen und Busse des Linienverkehrs oder andere Verkehrsverbote): 15 Euro Bußgeld
  • mit Behinderung der Busse des Linienverkehrs: 35 Euro Bußgeld

Sonderfahrstreifen: Besonderheiten bei der Vorfahrtsregel beachten

Es gibt bei der Busspur zudem eine weitere Besonderheit, die durch die Straßenverkehrszulassung geregelt ist.

  • Der Sonderfahrstreifen gewährt berechtigen Benutzern (Linienbussen, gekennzeichneten Fahrradfahrern oder Taxen) ein Durchfahrtsvorrang vor dem gleichgerichteten abbiegenden Individualverkehr, links oder rechts.

Durch diese Regelung wird die grundsätzliche Vorfahrtsregelung geändert. Berechtigte Benutzer der Sonderfahrspur haben gegenüber Links- wie Rechtsabbiegern keine Wartepflicht und dürfen ungehindert durchfahren. Vielen Autofahrern ist diese Sonderregel gar nicht bewusst oder vergessen diese einfach, so dass es häufiger zu Unfällen zwischen Fahrzeugführern, die den Sonderfahrstreifen unbefugt in Anspruch nehmen, und Rechtsabbiegern, die kurz vor dem Kreuzungsbereich den Sonderfahrstreifen passieren und nicht erwarten, dass auf dieser Fahrspur bevorrechtigter Verkehr von hinten kommt. Im Falle eines Unfalls muss der nicht ordnungsgemäß eingeordnete Verkehrsteilnehmer des Sonderfahrstreifens mit einer Haftungsquote von 2/3 rechnen.

Einbahnstraßen: Das müssen Autofahrer beachten

Die Einbahnstraßen stellen im Verkehrsrecht und somit auch im Straßenverkehr eine besondere Straße dar, denn hier dürfen sich Fahrzeuge nur in eine Fahrtrichtung bewegen. Die Fahrtrichtung wird dem Verkehrsteilnehmer durch die entsprechende Beschilderung aufgezeigt. Die Regelung der Einbahnstraße gilt laut StVO für den gesamten Fahrzeugverkehr, wobei aber für Radfahrer durch eine Zusatzbeschilderung die Fahrt entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße erlaubt sein kann.

Welchen Zweck haben Einbahnstraßen?

Immer wieder stellen sich Autofahrer die Frage, welchen Zweck die Einbahnstraßen überhaupt haben. Das soll im Folgenden geklärt werden.

Gründe für das Einrichten einer Einbahnstraße:

  • Einbahnstraßen tragen zur Erhaltung des flüssigen Verkehrs bei hoher Verkehrsstärke und/oder schmaler Fahrbahn bei
  • Einbahnstraßen verringern durch umwegreiche Führung den Durchgangsverkehrs (sog. Schleichverkehr)
  • Einbahnstraßen ermöglichen zusätzliche Parkplätze für Fahrzeuge, ohne das dabei die Flüssigkeit des Verkehrs zu stark beeinträchtigt wird. Das dürfte vor allem in dicht bebauten Wohngebieten der häufigste Grund für das Einrichten einer Einbahnstraße sein.
  • Einbahnstraßen tragen zur Vermeidung bzw. Verminderung von Unfallgefahren durch unübersichtliche Verkehrssituationen bei
  • Einbahnstraßen ermöglichen hohe Geschwindigkeiten, da eine Kollisionsgefahr mit dem Gegenverkehr reduziert wird. Das gilt aber nicht für klassische Einbahnstraßen in der Stadt oder in Wohngebieten, sondern vielmehr für Schnellstraßen. Denn auch die Autobahn stellt in gewisser Form eine Einbahnstraße dar.

Einbahnstraßen: Rechtliche Regelungen

In der StVO oder der Straßenverkehrszulassung ist das Fahrverhalten innerhalb einer Einbahnstraße geregelt, was auch auf die entsprechende Beschilderung zutrifft. Die Fahrtrichtung wird den Verkehrsteilnehmern durch ein Verkehrszeichen mit Pfeil-Piktogrammen (ggf. auch Beschriftung) eindeutig angezeigt. Auf der anderen Seite wird das Verbot der Einfahrt in die Gegenrichtung der Einbahnstraße durch ein rundes, rotes Schild mit weißem Sperrbalken (umgangssprachlich als Spardosenschild bezeichnet) gekennzeichnet.

Laut StVO ist in Einbahnstraßen weder das Rückwärtsfahren – mit Ausnahme beim Einparken – noch das Umkehren erlaubt. Ausnahmen dieser Vorschriften können für Einsatzfahrzeuge gelten. Darüber hinaus ist in Einbahnstraßen das Parken bzw. das Halten auf der linken Seite ausnahmsweise zulässig. einbahnstraße fahrräder

Die Nutzung entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße, beispielsweise für Radfahrer oder Linienbusse, wird mit einem entsprechenden Zusatzzeichen aufgezeigt. Die Freigabe für Radfahrer auf der Fahrspur der Einbahnstraße kann nur dann erfolgen, wenn

  • die Einbahnstraße eine ausreichende Breite aufweist,
  • die Einbahnstraße eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h hat,
  • sich in der Einbahnstraße keine unübersichtlichen Knotenpunkte befinden.

Des Weiteren ist es möglich, dass man mit dem Fahrrad entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße fährt, wenn ein Radweg vorhanden ist. Gerade in Einbahnstraßen kann es immer wieder zu Konflikten zwischen Autofahrern und Radfahrern kommen. Am besten ist, wenn sich sowohl Verkehrsteilnehmer im Auto als auch auf dem Fahrrad konsequent defensiv verhalten und bei einer engeren Stelle der Einbahnstraße partnerschaftlich aneinander vorbeifahren. Der Klügere gibt an allen engen Passagen nach. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass Autofahrer beim Ein- und Ausparken nicht nur „eindimensional“ denken, sondern auch berücksichtigen, dass aus beiden Fahrtrichtungen Radfahrer kommen können.

Für Fußgänger gilt die Vorgabe der angegebenen Fahrtrichtung nicht, jedoch dürfen Passanten keine Fahrzeuge auf der Einbahnstraße schieben. Es sei denn, dass dies durch Zusatzschilder wie beispielsweise „Radfahrer frei“ ausdrücklich gestattet ist.

Einbahnstraßen: Welche Bußgelder gibt es?

Wer ein Einbahnstraßenschild – wissentlich oder versehentlich – missachtet hat, macht Bekanntschaft mit einem Bußgeldbescheid und dem Bußgeldkatalog. Die in letzteren enthaltene Bußgeldtabelle sieht für diese Ordnungswidrigkeit eine Bußgeld in Höhe von 25 Euro vor.

An dieser Stelle soll auch auf vergleichbare Tatbestände und deren Bußgelder im Bußgeldkatalog Straßenbenutzung hingewiesen werden.

  • Vorgeschriebene Fahrtrichtung nicht befolgt (Zeichen 209/211/214): 10 Euro Bußgeld
  • mit Gefährdung: 15 Euro
  • mit Sachbeschädigung: 25 Euro

Einbahnstraße: So verhalten sich Falschfahrer richtig

Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist es passiert. Sie sind unerlaubter Weise in eine Einbahnstraße abgebogen, haben die Fahrtrichtung nicht befolgt und sind nun als Geisterfahrer unterwegs. Das passiert schneller als man denkt, wenn entsprechende Hinweisschilder übersehen wurden, man abgelenkt war oder man in einer fremden Stadt unterwegs ist. Auch wenn Sie so oder so eine Ordnungswidrigkeit begehen und für das Missachten des Einbahnstraßenschilds laut Bußgeldrechner ein Bußgeld von 20 Euro droht, sollten Sie nicht in Panik verfallen. Doch wie verhalten sich Falschfahrer in der Einbahnstraße richtig?

  • Wer noch rechtzeitig bemerkt, dass man falsch in die Einbahnstraße eingebogen ist, muss umgehend an der nächsten Gelegenheit am Straßenrand anhalten.
  • Kraftfahrer haben bei der Nutzung einer Einbahnstraße ein Vertrauensrecht, d.h. es wird darauf vertraut, dass kein Fahrzeug aus falscher Fahrtrichtung entgegenkommt. Im Falle eines Unfalls haftet der Falschfahrer alleine.
  • Laut StVO ist das Wenden oder Rückwärtsfahren in einer Einbahnstraße verboten. Aber um die brenzlige Situation zu lösen, hat man als Falschfahrer kaum eine andere Alternative. In einer schwach befahrenen Straße ist das Problem leichter lösbar als bei starkem Verkehr. Wer sich für eine Wende- oder Rückfahrmanöver entscheidet, muss unbedingt abwarten, bis die Straßen völlig frei sind. Theoretisch ist man aber dazu verpflichtet, die Polizei bei dieser Aktion um die notwendige Verkehrsregelung um Mithilfe zu bitten.
  • Bei einem Wendemanöver oder beim Rückwärtsfahren in der Einbahnstraße, müssen andere Verkehrsteilnehmer in jedem Fall darauf aufmerksam gemacht werden. Wer jedoch weiter in falscher Fahrtrichtung fährt, stellt für sich und andere Verkehrsteilnehmer ein sehr hohes Risiko dar.

Verkehrsberuhigter Bereich: Das müssen Autofahrer beachten

In geschlossenen Ortschaften und Wohngebieten findet man viele verkehrsberuhigte Bereiche, die umgangssprachlich auch als Spielstraße bezeichnet werden und der Verkehrsberuhigung dienen. 1980 erfolgte die offizielle Einführung des verkehrsberuhigten Bereichs in die StVO.

Verkehrsberuhigter Bereich: Welche Regelungen gelten?

Im verkehrsberuhigten Bereich gibt es eine Reihe von Regeln, die sowohl Fahrzeugführer als auch Fußgänger stets im Kopf haben sollten. Laut StVO gilt in diesem Bereich:

  • Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen; Kinderspiele sind überall erlaubt.
  • Der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit einhalten.
  • Die Fahrzeugführer dürfen die Fußgänger weder gefährden noch behindern; wenn nötig müssen sie warten.
  • Die Fußgänger dürfen den Fahrverkehr nicht unnötig behindern.
  • Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen, zum Be- oder Entladen. Die Markierung der Parkflächen geschieht meist nicht durch Schilder, sondern über Markierungen wie verschiedenfarbige Pflasterungen.
  • Nach einem Gerichtsurteil ist das Überholen im verkehrsberuhigten Bereich per se ausgeschlossen. In einem verkehrsberuhigten Bereich muss man nicht damit rechnen, überholt zu werden.
  • Beim Ausfahren aus einem verkehrsberuhigten Bereich hat der Fahrzeugführer keine Vorfahrt, es gilt also nicht die „rechts vor links“-Regelung. Wie bei der Ausfahrt aus einem Grundstück ist man gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern wartepflichtig.

Was ist Schrittgeschwindigkeit?

was ist schrittgeschwindigkeitEs ist zwar schön und gut, dass die Rede von Schrittgeschwindigkeit ist, doch mal Hand aufs Herz: Wer weiß schon genau, was Schrittgeschwindigkeit in km/h bedeutet? Wie schnell ist denn die durchschnittliche Fußgängergeschwindigkeit, die hierfür als Maßstab dient? Ein Blick in die Rechtsprechung klärt auf und zeigt, dass Werte im Bereich von 4 bis 10 km/h als Schrittgeschwindigkeit anerkannt sind.

Hinweis: Schrittgeschwindigkeit gilt nicht nur für Autofahrer, sondern allgemein hin für „Fahrzeuge“, somit also auch für Fahrräder. Das heißt im Umkehrschluss, dass man mit seinem Fahrrad nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit in einem verkehrsberuhigten Bereich fahren darf.

Um mit dem Auto in Schrittgeschwindigkeit zu fahren, sollte man im ersten Gang die Kupplung kommen und den Wagen von alleine rollen lassen – auf das Gaspedal wird dann nicht mehr getreten!

Allein schon aufgrund der besonderen baulichen Ausgestaltung des verkehrsberuhigten Bereichs, wird das Ziel erreicht, den Verkehr wirksam zu beruhigen und Fahrzeugführer zum langsamen Fahren „zu zwingen“. So wird die Durchfahrt durch Schwellen, Blumentröge, Bänke und ähnliche Hindernisse erschwert. Dabei sind es aber oftmals gerade die Anwohner, die sich an die Temporegelung in diesem Bereich nicht halten. Aufgrund der besonderen Begebenheiten in einer Spielstraße, werden hier in der Regel nur Anwohner fahren, obwohl die StVO ausdrücklich darauf hinweist, dass ein verkehrsberuhigter Bereich nicht nur auf den Anliegerverkehr beschränkt ist.

Verkehrsberuhigter Bereich: Welche Bußgelder gibt es?

Für Tempoverstöße sieht der Bußgeldkatalog Geschwindigkeit entsprechende Strafen vor, doch neben einer zu hohen Geschwindigkeit gibt es noch weitere Strafen in der Bußgeldtabelle, die Fahrzeugführern bei nicht ordnungsgemäßer Benutzung eines verkehrsberuhigten Bereichs blühen.

  • Im verkehrsberuhigten Bereich Fußgänger behindert: 15 Euro Bußgeld
  • mit Gefährdung: 60 Euro, 1 Punkt

Verkehrsberuhigter Bereich vs. Spielstraße: Wo ist der Unterschied?

Oftmals wird der verkehrsberuhigte Bereich auch als Spielstraße bezeichnet, was jedoch falsch ist, denn in der StVO wird zwischen beiden Straßenarten unterschieden und entsprechend gibt es auch spezifische Verkehrsschilder.

  • Der verkehrsberuhigte Bereich lässt sich durch ein großes, blaues Schild in rechteckiger Form erkennen, auf dem in weißer Farbe ein stilisiertes Kind mit einem Ball spielt. Zudem sind noch ein erwachsener Fußgänger, ein Haus und ein Auto zu sehen. Von Verkehrsteilnehmern verlangt dieses Straßenschild eine ganz besondere Vorsicht. Das Ende eines verkehrsberuhigten Bereichs wird durch eine rote Linie auf dem Schild angezeigt.
  • Die Spielstraße ist laut StVO durch zwei kombinierte Verkehrsschilder markiert, wobei das obere Schild kreisrund ist und einen roten Rand auf weißem Untergrund hat. Unterhalb des Schildes ist noch ein rechteckiges Schild angebracht, auf dem sich ein schematisches Kind mit Ball befindet. Dieses Verkehrszeichen ist zwar relativ selten anzutreffen, so dass reine Spielstraßen in der Straßenverkehrszulassung nicht oft vorkommen, doch im Vergleich zum verkehrsberuhigten Bereich herrscht hier für alle Kraftfahrzeuge ein Verbot.

Spielstraße: Welche Regelungen gelten?

Auch wenn reinen Spielstraßen hierzulande recht selten anzutreffen sind, ist es wichtig zu wissen, was Verkehrsteilnehmer hier beachten müssen.

  • spielstraßeAutofahrer dürfen nicht in eine durch ein Spielstraßen-Schild beschilderte Straße hineinfahren. In der Spielstraße herrscht ein striktes Verbot für jeglichen Fahrzeugverkehr. Davon sind somit auch Motorräder, Mopeds, Fahrräder u.ä. betroffen, diese dürfen aber geschoben werden.
  • Erlaubt sind in der Spielstraße dagegen Handfahrzeuge wie beispielsweise Schub- oder Sackkarren, aber auch das Führen von Pferden oder anderem Vieh ist zulässig.
  • Fußgänger dürfen sich in der Spielstraße auf der gesamten Straße aufhalten, so dass auch Kinder die Möglichkeit haben, die gesamte Straße zum Spielen zu nutzen.
  • Für einige Spielstraßen kann nur für eine gewisse Zeit eine Fahrzeugsperre gelten, was durch ein entsprechendes Zusatzschild jedoch gekennzeichnet wird. Außerhalb der Sperrzeit darf die Spielstraße von Fahrzeugen befahren werden, wobei auch das Parken erlaubt ist. Das parkende Auto muss aber vor Beginn der Sperrzeit aus der Spielstraße entfernt werden.

Fußgängerzone: Das müssen Autofahrer beachten

Die Fußgängerzone lässt sich mit einem Hindernisparcours vergleichen, da hier neben Fußgängern auch Radfahrer oder Inline-Skater unterwegs sind. Zudem erweisen sich auch der Lieferverkehr oder parkende Autos dann und wann als Hindernis. Doch welche Regeln gelten in der Fußgängerzone? Und ist die Durchfahrt verboten?

Welche Regeln gibt es im Fußgängerbereich?

In der StVO wird die Fußgängerzone als Fußgängerbereich bezeichnet, bei der es sich um eine Verkehrsfläche handelt, die generell nur den Fußgängern zur Verfügung steht. Prinzipiell ist anderen Verkehrsteilnehmer wie Auto- oder Radfahrern die Durchfahrt verboten , es sei denn, die Nutzung ist durch entsprechende Verkehrsschilder erlaubt.

Im Falle, dass der Fußgängerbereich auch für andere Verkehrsteilnehmer (beispielsweise Lieferverkehr oder Radfahrer) freigegeben ist, müssen sich diese den Fußgängern unterordnen und auf diese Rücksicht nehmen. Entsprechend ist die Geschwindigkeit dem Fußgängerverkehr anzupassen (Schrittgeschwindigkeit) und im Notfall muss gewartet werden, bis Fußgänger den Weg frei geben.

Fußgängerbereich: Welche Bußgelder gibt es?

Die Fußgängerzone darf mit dem PKW grundsätzlich nicht befahren werden, was auch auf das Halten und Parken zutrifft. Der Bußgeldrechner sieht für das Nichtbeachten dieser Regelung zwar kein Fahrverbot vor, ein Bußgeldbescheid, eine Geldstrafe sowie Punkte können jedoch die Folge sein. Lediglich mit einer Sondernutzungserlaubnis ist das Befahren und somit auch das Halten und Parken im Fußgängerbereich gestattet.

Wer sich ohne Sondernutzungserlaubnis mit seinem Fahrzeug im Fußgängerbereich bewegt, für den sieht der Bußgeldkatalog Straßenbenutzung ein empfindliches Strafmaß vor:

  • Im Fußgängerbereich bei nichtzugelassenem Fahrzeugverkehr Fußgänger gefährdet: 70 Euro Bußgeld, 1 Punkt

Kreisverkehr: Darauf müssen Autofahrer achten

kreisverkehrIn Deutschland ist ein Kreisverkehr, in dem es besondere Regeln zu beachten gibt, leicht zu erkennen. Im Sinne der StVO befindet sich an jeder Zufahrt eine blaue Ronde, auf der drei im Kreis angeordnete und sich verfolgende weiße Pfeile angeordnet sind. Zudem gibt es das „Vorfahrt gewähren“ Schild. Sind diese Verkehrsschilder nicht angebracht, handelt es sich nicht um einen Kreisverkehr, sondern um eine normale Kreuzung, bei der die Rechts-vor-Links-Regel gilt. Doch welche besonderen Straßenverkehrsregeln müssen Autofahrer bei der Benutzung des Kreisverkehrs beachten? Welche verschiedenen Arten von Kreisverkehren kann man unterscheiden? Und gibt es überhaupt spezielle Bußgelder für die falsche Benutzung und für Verstöße gegen die Straßenverkehrsregeln im Kreisverkehr? Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Informationen und Tipps rund um das Thema Benutzung eines Kreisverkehrs.

Verschiedene Arten von Kreisverkehren

Je nach Größe und Funktion wird in Deutschland zwischen drei Arten von Kreisverkehren unterschieden. Demnach gibt es

  • Minikreisverkehre
  • kleine Kreisverkehre
  • große Kreisverkehre
Der Minikreisverkehr

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um die kleinste der drei verschiedenen Kreisverkehrt-Arten, deren Durchmesser zwischen 13 und 22 Metern liegt. Wegen ihrer geringen Größe können lange Fahrzeuge wie Busse oder große Lastwagen die Mittelinsel aufgrund des zu großen Wendekreises nicht umfahren, weswegen die Kreisinsel überfahrbar gestaltet werden muss. In der Regel sind sie bepflastert und von einem Niederbord eingefasst. In Ausnahmefällen ist die Kreisinsel aber auch nur mit Markierungen kenntlich gemacht. Minikreisverkehre sind dazu gedacht, innerhalb geschlossener Ortschaften und im Bestand an geeigneten Plätzen Lichtsignalanlagen oder bestehende Vorfahrtsregelungen zu ersetzen.

Der kleine Kreisverkehr

Der Außendurchmesser eines kleinen Kreisverkehrs beträgt 26 bis 50 Meter, wobei die Kreisinsel in der Regel als nicht überfahrbar gestaltet ist. Damit langen Fahrzeugen mit einem großen Wendekreis das Befahren ermöglicht wird, können diese Kreisverkehre eine überfahrbare, abgesetzte innere Spur haben. Kleine Kreisverkehre findet man vor allem in Randbereichen von Orten. Befindet sich der kleine Kreisverkehr innerhalb eines bebauten Gebietes, soll der Außendurchmesser zwischen 26 und 40 Meter liegen. Außerhalb bebauter Gebiete ist ein Außendurchmesser zwischen 35 und 50 Meter vorgesehen.

Der große Kreisverkehr

großer kreisverkehrEin großer Kreisverkehr hat einen Durchmesser von über 40 Meter, in Ausnahmefällen beträgt der Durchmesser sogar bis zu 120 Meter. Eine typisches Eigenschaft dieser Kreisverkehr-Art ist, dass hier oftmals zwei bis drei Fahrspuren im Ring verlaufen, wobei diese zur Ableitung des Verkehrs aus dem Kreisverkehr meist spiralförmig gegen den Uhrzeigersinn nach außen führend angeordnet sind. Das hat den Vorteil, dass die Fahrzeuge weniger Spurwechsel vornehmen müssen, wodurch zugleich auch das Unfallrisiko verringert wird. Ein großer Kreisverkehr dient insbesondere der großflächigen Verteilung von Verkehrsströmen, weswegen sie im Normalfall außerorts oder am Ende einer Autobahn in einer Stadt platziert werden. Manche dieser Kreisel verfügen über Ampelanlagen und sind somit sowohl im verkehrstechnischen als auch im rechtlichen Sinne keine Kreisverkehre.

Regeln im Kreisverkehr

Für viele Fahrzeugführer bedeutet der Kreisverkehr Stress und nicht selten fährt auch immer die Angst mit. Angst die Ausfahrt zu verpassen oder Angst von anderen Verkehrsteilnehmern geschnitten zu werden. Diese Unsicherheiten sind vor allem bei großen Kreiseln, in denen zwei oder mehr Fahrspuren verlaufen, zu beobachten. Doch welche Regeln gelten laut Verkehrsrecht im Kreisverkehr? Was ist zu beachten?

Vorfahrt im Kreisverkehr

Die in den Kreisverkehr einfahrenden Fahrzeuge haben dem Verkehr auf der Kreisfahrbahn Vorfahrt zu gewähren. Entsprechend sind einfahrende Fahrzeuge wartepflichtig. Das wird allein auch schon durch die Beschilderung angezeigt. Bei der Annäherung an einen Kreisverkehr sollte daher grundsätzlich das Tempo gedrosselt werden.

Beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr muss der Vorrang der Fußgänger beachtet werden, so dass bei querenden Passanten gegebenenfalls anzuhalten ist. Bei der Einfahrt in den Kreisverkehr haben Fußgänger dagegen keinen Vorrang.

Radfahrer auf Radwegen haben dagegen sowohl bei der Ein- als auch Ausfahrt laut StVO Vorrang – außer, sie müssen sich durch entsprechende Verkehrszeichen unterordnen. Die verschiedenen Vorrangregelungen führen immer wieder zu Konfliktsituationen, weswegen der ADAC die Empfehlung ausspricht, innerorts grundsätzlich an allen Armen des Kreisverkehrs Zebrastreifen zu installieren. So wäre eine rechtlich eindeutige Regelung geschaffen und zugleich potentielle Gefahrenquellen beseitigt.

Blinken im Kreisverkehr

Bei der Einfahrt in den Kreisverkehr ist das Blinken nicht erlaubt. Durch diese Regelung sollen gefährliche Missverständnisse vermieden werden, da ein zu frühes Blinken den Eindruck vermittelt, dass man schon wieder aus dem Kreisel herausfahren möchte. Ein Wartender, der in den Kreisverkehr einfahren möchte, könnte angesichts des falschen Blinkers zum frühzeitigen Losfahren animiert werden und einen Unfall hervorrufen. Beim Verlassen muss hingegen der Blinker gesetzt werden. Als Wartepflichtiger ist jedoch stets zu bedenken, dass der im Kreis Fahrende nicht wirklich korrekt blinkt. Daher sollte man sich erst dann einfädeln, wenn auch andere typische Merkmale zum Verlassen des Kreisverkehrs vorliegen. Dazu zählt neben der Verminderung der Geschwindigkeit auch das Einschlagen der Vorderräder.

Halten und Parken im Kreisverkehr

Soweit es nicht verkehrsbedingt erforderlich ist, ist das Halten innerhalb des Kreisverkehrs auf der Fahrbahn verboten. Entsprechend ist auch das Parken verboten, wobei der Bußgeldkatalog bei Zuwiderhandlung je nach Schwere des Verstoßes einen Bußgeldbescheid mit einem Bußgeld zwischen 15 und 35 Euro vorsieht.

Mittelinsel im Kreisverkehr

Die Kreisinsel darf nicht überfahren werden. Dabei gehört auch der oftmals nur markierte oder gepflasterte Innenring zur Mittelinsel. Ausgenommen von dieser Regelung sind jedoch Großfahrzeuge bzw. besonders lange Fahrzeuge, denen das Befahren des Kreisverkehrs sonst nicht möglich wäre. Die Mittelinsel darf aber nur dann überfahren werden, wenn für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

Kreisverkehr: Welche Bußgelder gibt es?

Der Bußgeldkatalog ahndet Verstöße im Kreisverkehr generell mit einem Bußgeldbescheid und einer Geldbuße. Neben Halten und Parken, überfahren der Mittelinsel oder dem Blinken wird dabei auch die Fahrtrichtung thematisiert. So wird das Fahren entgegen der Fahrtrichtung (links herum, Fahrtrichtung nicht befolgt) mit einem Fahrzeug laut Bußgeldrechner mit einer Geldbuße in Höhe von 25 Euro geahndet. Wird der Verstoß mit dem Fahrrad begannen, beträgt das Bußgeld 20 Euro. Liegt eine Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer vor, erhöht sich die Strafe für Radler auf 25 Euro, bei Gefährdung werden 30 Euro fällig und bei Sachbeschädigung sind es 35 Euro. Im Folgenden finden Sie einen Auszug aus dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog und der darin enthaltenen Bußgeldtabelle, der Tatbestände im Kreisverkehr behandelt.

  • bußgeld zahlenUnberechtigtes Überfahren der Mittelinsel mit Gefährdung: 35 Euro Bußgeld
  • Fahrtrichtungsanzeiger nicht wie vorgeschrieben benutzt: 10 Euro Bußgeld
  • Innerhalb des Kreisverkehrs auf der Fahrbahn gehalten: 10 Euro Bußgeld
  • Innerhalb des Kreisverkehrs auf der Fahrbahn gehalten mit Behinderung: 15 Euro Bußgeld
  • Innerhalb des Kreisverkehrs auf der Fahrbahn geparkt: 15 Euro Bußgeld
  • Innerhalb des Kreisverkehrs auf der Fahrbahn geparkt mit Behinderung: 25 Euro Bußgeld
  • Befahren des Kreisverkehrs in falscher Richtung (KFZ): 25 Euro Bußgeld
  • Als Berechtigter beim Überfahren der Mittelinsel im Kreisverkehr einen anderen gefährdet: 35 Euro Bußgeld

Tipps: So fahren Sie richtig im Kreisverkehr

Da Kreisverkehre immer häufiger Verwendung finden, vor allem an Kreuzungen mit hoher Unfallquote – gehört das Befahren eines Kreisverkehrs bei vielen Autofahrern heute fast schon zum mobilen Alltag. Viele haben die korrekten Verhaltensregeln verinnerlicht, doch es gibt noch immer viele Fahrzeugführer, denen schon bei der Annäherung an einen Kreisverkehr mulmig wird. Doch dabei ist die ‘Bewältigung’ eines Kreisels keine hohe Kunst. Vor allem wenn folgende Tipps befolgt werden, sind Sie bestens gewappnet.

  • Bei der Annäherung an einen Kreisverkehr rechtzeitig das Tempo herabsetzen.
  • Bevor in den Kreisverkehr eingefahren wird, unbedingt auf querende Fußgänger und Radfahrer achten und die Vorfahrtlage beurteilen.
  • Beim Einfahren in den Kreisverkehr darf nicht geblinkt werden!
  • Einen Überblick über die Verkehrssituation im Kreisverkehr verschaffen: Erlaubt es der Verkehr, dann fließend einfädeln. Sollte der Kreisverkehr von anderen Fahrzeugen „verstopft“ sein, muss gewartet werden, bis genügend Fahrzeugen herausgefahren sind.
  • Vor dem Ausfahren muss an entsprechender Ausfahrt geblinkt werden!
  • Bevor der Kreisverkehr endgültig verlassen wird, auf Fußgänger und Radfahrer in der Ausfahrt achten und diese queren lassen.

Sonntagsfahrverbot und Feiertagsfahrverbot: Wichtige Informationen

Um sowohl den Umweltschutz zu fördern, als auch in Wohnbereichen die Lärmbelästigung an traditionellen Ruhe- und Feiertagen zu vermindern, sieht die StVO ein Sonntagsfahrverbot und Feiertagsfahrverbot (auch als Wochenendfahrverbot bekannt) vor. Zudem wird auch während Hauptreisezeiten dem Verstopfen der Straßen etwas vorgebeugt. Zwar sind private Autofahrer von diesem Fahrverbot nicht betroffen, da diese Regelung ausschließlich für LKWs gilt, dennoch sei an dieser Stelle dieses besondere Fahrverbot, dessen Ausnahmeregelungen sowie entsprechender Bußgeldkatalog kurz erläutert.

Wer ist vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot betroffen?

Vom Sonntagsfahrverbot und Feiertagsfahrverbot sind Lastkraftwagen betroffen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen beträgt sowie anderen Lastkraftwagen mit Anhängern. Darüber hinaus gilt das Fahrverbot auch für PKWs, die aus steuerrechtlichen Gründen als LKW zugelassen sind, wenn diese einen Anhänger mitführen.

Es gibt aber für eine ganze Reihe an Fahrzeugen entsprechende Ausnahmeregelungen für diesen Fahrverbot. Gemäß StVO sind ausgenommen:

  • lkw fahrverbotLKWs mit verderblicher Ware inklusive einer Beiladung von max. 10 Prozent anderer Waren bei Lieferung von
  • frischer Milch und frischen Milcherzeugnissen,
  • frischem Fleisch und frischen Fleischerzeugnissen,
  • frischen Fischen, lebenden Fischen und frischen Fischerzeugnissen,
  • leichtverderblichem Obst und Gemüse,
  • und die im Zusammenhang mit diesen Fahrten stehenden Leerfahrten,
  • Fahrten mit Fahrzeugen, die von Behörden im Verteidigungsfall oder bei einem inneren Notstand nach dem Bundesleistungsgesetz herangezogen werden,
  • der kombinierte Güterverkehr Schiene-Straße vom Versender bis zum nächstgelegenen geeigneten Verladebahnhof oder vom nächstgelegenen geeigneten Entladebahnhof bis zum Empfänger, jedoch nur bis zu einer Entfernung von 200 Kilometer,
  • der kombinierte Güterverkehr Hafen-Straße zwischen Belade- oder Entladestelle und einem innerhalb eines Umkreises von höchstens 150 Kilometer gelegenen Hafen (An- oder Abfuhr).

Darüber hinaus gibt es auch für Fahrzeug der Landes- und Bundespolizei, Straßenverwaltung und Straßendienste, Feuerwehr, Bundeswehr und NATO-Truppen sowie des Katastrophenschutzes Ausnahmen vom Wochenendfahrverbot.

Wann gilt das Sonn- und Feiertagsfahrverbot?

Das Fahrverbot, genauer das Sonntagsfahrverbot und das Feiertagsfahrverbot, gilt – wie der Name schon sagt – an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen zwischen 0.00 und 22.00 Uhr für das gesamte Streckennetz in Deutschland.

Dabei ist aber zu bedenken, dass die Feiertagsregelungen in den Bundesländern nicht einheitlich sind, wobei immer die gesetzlichen Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes gelten, welches befahren wird.

Laut der StVO gilt das Feiertagsfahrverbot an folgenden Feiertagen:

  • Neujahr
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • 1.Mai
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam (nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
  • Tag der deutschen Einheit
  • Reformationstag (nur in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)
  • Allerheiligen (nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland)
  • 1. und 2. Weihnachtstag

Sonn- und Feiertagsfahrverbot: Welches Bußgeld gibt es?

LKWs drohen bei einem Verstoß laut Bußgeldkatalog nicht nur ein Bußgeld und ein Bußgeldbescheid, sondern zudem auch Punkte in Flensburg. Ferner werden die Halter des Fahrzeuges noch intensiver als die Fahrer bestraft, da diese oft zum Fahren gezwungen werden. Im Folgenden die Übersicht der Bußgelder und Punkte gemäß der Bußgeldtabelle bei einem Verstoß gegen das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für LKWs.

  • Verbotswidrig an einem Sonntag oder Feiertag gefahren: 120 Euro Bußgeld, 1 Punkt
  • Als Halter das verbotswidrige Fahren an einem Sonntag oder Feiertag angeordnet: 570 Euro, 1 Punkt

Rechtsfahrgebot: Das müssen Autofahrer beachten

Im Bußgeldkatalog Straßenbenutzung wird auch das Rechtsfahrgebot thematisiert. Doch was ist darunter genau zu verstehen? Wann darf man rechts überholen? Und welche Bußgelder sehen der Bußgeldrechner und der Bußgeldkatalog bei Verstößen vor?

Was bedeutet Rechtsfahrgebot?

Das Rechtsfahrgebot für Fahrzeugführer bedeutet, dass diese in Fahrtrichtung angemessen weit rechts fahren sollten. Aber nur soweit, dass die eigene Sicherheit nicht gefährdet wird und auch nur soweit, dass etwa 1 Meter Abstand zum rechten Fahrbahnrand nicht unterschritten wird.

Das Rechtsfahrgebot bedeutet nicht, dass Sie mit Ihrem Auto äußerst rechts oder soweit rechts wie technisch überhaupt nur möglich fahren sollen!

Rechtsfahrgebot: Welche Bußgelder gibt es?

Wird auf Autobahnen oder außerhalb geschlossener Ortschaften auf Kraftfahrstraßen mit mehreren Fahrspuren in eine Fahrtrichtung grundlos die linke Fahrspur benutzt und somit ein anderer Verkehrsteilnehmer behindert, handelt es sich um einen Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot. Die Konsequenzen für dieses Verhalten sind in der Bußgeldtabelle aufgelistet.

Die StVO ahndet Vergehen gegen das Rechtsfahrgebot, wobei es gerade zu dieser Regel eine Vielzahl von Tatbeständen gibt, wie folgender Auszug aus dem Bußgeldkatalog beweist.

Gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen durch Nichtbenutzen

  • rechtsfahrgebotder rechten Fahrbahnseite: 15 Euro Bußgeld
  • mit Behinderung: 25 Euro Bußgeld
  • des rechten Fahrstreifens (außer auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen) und dadurch einen Anderen behindert: 20 Euro Bußgeld
  • eines markierten Schutzstreifens als Radfahrer: 15 Euro Bußgeld
  • mit Behinderung: 20 Euro Bußgeld
  • mit Gefährdung: 25 Euro Bußgeld
  • mit Sachbeschädigung: 30 Euro Bußgeld

Gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen

  • bei Gegenverkehr, beim Überholtwerden, an Kuppen, in Kurven oder bei Unübersichtlichkeit und dadurch einen anderen gefährdet: 80 Euro Bußgeld, 2 Punkte
  • auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen und dadurch einen anderen behindert: 80 Euro Bußgeld, 1 Punkt

Wann darf man rechts überholen?

Angesichts des Rechtsfahrgebots und vielen Bußgeldern, stellen sich viele Autofahrer die Frage, ob man überhaupt rechts überholen darf. Doch es gibt auch hier Ausnahmesituationen. Ist beispielsweise der Verkehr auf der Autobahn zähflüssig, ist ein Überholen auf der rechten Spur erlaubt. Gleiches gilt auch auf dem Beschleunigungsstreifen auf Autobahnen, wo man rechts am Verkehr vorbeiziehen darf.

Grundsätzlich ist es an Fahrzeugschlangen erlaubt, rechts vorsichtig vorbeizufahren. Innerorts dürfen Sie auf Straßen mit freier Fahrbahnauswahl ebenfalls rechts schneller fahren als die Verkehrsteilnehmer auf der linken Spur in gleicher Fahrtrichtung. Zudem ist das rechts überholen auch beim Vorbeifahren an Schienenfahrzeugen sowie an Linksabbiegern, die sich entsprechend eingeordnet haben, erlaubt.

Seitenstreifen, Gehwege, Grünanlagen: Tipps für Auto- und Radfahrer

Welche Strafen gibt es?

Ob Gehwege, Seitenstreifen oder sogar Teile von Grünanlagen: Viele Autofahrer nutzen gerne auch diese Verkehrsbereiche um sich etwaige Vorteile zu verschaffen. Doch wer sich nicht ordnungsgemäß verhält, bekommt ein Bußgeld, dass der Bußgeldkatalog wie folgt regelt:

  • Vorschriftswidrig Gehweg, Seitenstreifen (außer auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen), Verkehrsinsel oder Grünanlage benutzt: 10 Euro Bußgeld
  • mit Behinderung: 15 Euro Bußgeld
  • mit Gefährdung: 20 Euro Bußgeld

Parken auf Gehwegen

parken auf gehwegBeim Gehweg handelt es sich zwar um eine Verkehrsfläche der Straße, diese ist aber ausschließlich für Fußgänger vorgesehen. Doch gerade auf dem Gehweg findet oftmals illegales Parken statt, wodurch die Bewegungsfreiheit von Fußgängern durchaus stark eingeschränkt werden kann. Die Folgen für Passanten sind vielen Autofahrern gar nicht bewusst.

Dabei kann es in extremen Fällen passieren, dass die Nutzbarkeit vom Gehweg für Personen mit Kinderwagen oder Rollstuhl nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus sind Fahrzeuge auf dem Gehweg auch für blinde Menschen mit Blindenstock ein gefährliches Hindernis, da es keine klaren Führungskanten mehr gibt. Daher gelten gerade in Bezug auf Parken auf dem Gehweg in Deutschland besondere Regelungen, wonach generell ein Parken nicht gestattet ist – es sei denn, dass das Parken auf Gehwegen durch eine ausdrückliche Beschilderung gestattet ist. Weitere Informationen gibt es im Bußgeldkatalog Halten und Parken.

Fahrradfahren auf dem Gehweg: Wichtige Informationen für Radfahrer

Gehwege sind Gehwege und keine Radwege! Allein schon die Bezeichnung GEHweg erklärt somit, dass das Radfahren auf dem Gehweg verboten ist. Oder anders ausgedrückt: Radfahrer haben auf dem Gehweg nichts zu suchen!

Doch natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, die vor allem die jüngsten Verkehrsteilnehmer betreffen: die Kinder.

  • Demnach MÜSSEN Kinder bis zu 8 Jahren den Gehweg benutzen – auch wenn es einen Radweg gibt!
  • Kinder bis zu 10 Jahren DÜRFEN den Gehweg benutzen – Achtung: Das Tempo muss moderat sein und darf die Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 km/h) nicht überschreiten. Im Falles eines Unfalls trägt der Radfahrer sonst immer eine Mitschuld!
  • An Einmündungen und Kreuzungen muss abgestiegen und das Fahrrad geschoben werden.

ältere radfahrerFahrradfahren am Gehweg ist auch dann für ältere Radfahrer erlaubt, wenn ein entsprechender Zusatz auf dem Verkehrsschild für den Gehweg angebracht ist („Radfahrer frei“ o.ä.). Doch auch hier noch einmal der Appell, dass das Befahren von Gehwegen mit dem Fahrrad nur in Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist, so dass sofort angehalten werden kann. Immer wieder kommt es vor, dass Radler zu schnell fahren und zudem zu nah an Fußgängern oder Eingangstüren und Einfahrten vorbeifahren. Der Sicherheitsabstand zwischen Fahrrad und Fußgänger sollte mindestens 80 Zentimeter betragen.

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